95 Thesen zum Videobeweis

"Thesen VAR

Ja, wir sind einen Tag zu spät dran. Ja, es sind nur vier. Jedenfalls sind wir – ohne konkreten, aktuellen Anlass – in der Redaktion einstimmig der Meinung, dass der Videobeweis respektive VAR in seiner derzeit dargebotenen Form nicht funktioniert, nicht funktionieren kann. Aus folgenden Gründen:

1.) Fehlende Demarkationslinien

Was ist, wenn 20 Sekunden vor dem zu beurteilenden Handspiel ein nichtgeahndete Abseitsstellung vorliegt? Wie verhält es sich bei einem falschen Einwurf 90 Sekunden vorher? Was ist mit dem elfmeterreifen Foul auf der anderen Seite 2:30 min. zuvor? Wie will man da verdammt noch mal eine Grenze ziehen?

2.) Abseits

Anhand des Videomaterials stellt sich raus, dass der Torschütze doch im Abseits stand, der Treffer wird zurückgenommen: Alles tacko, kein Problem

Anhand des Videomaterials stellt sich raus, dass der alleine aufs Tor zulaufende Stürmer entgegen der Entscheidung des Schiedsrichtergespanns doch nicht im Abseits stand: Tja, Pech gehabt…

3.) Handspiel

Machen wir uns nichts vor: Wäre die Handspielregel eine Stadt, sie wäre Berlin. Total kaputt, da hilft eigentlich nur noch Einstampfen und kompletter Neuaufbau. Solange es aber keine Vereinheitlichung im Regeltext und bei der Auslegung gibt, wüsste ich nicht, wie der VAR da für mehr Gerechtigkeit sorgen kann.

4.) Technik

Die härtesten Schüsse im Fußballsport erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h und mehr. Das sind umgerechnet 55,56 Meter pro Sekunde. Nun habe ich keine Informationen darüber gefunden (Wer es weiß: Bitte in die Kommentare damit!), mit welcher Bildwiederholungsfrequenz das Cologne-Broadcasting-Center das Videomaterial zur Einschätzung von strittigen Spielsituationen angeliefert bekommt. Gehen wir einmal von PAL und 50 Bildern pro Sekunde aus: Ein Torschuss mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h würde dann bis zu 1,11 m pro Einzelbild zurücklegen. Hinzu kommen Bewegungsunschärfe und der Umstand, dass die Szene normalerweise anhand einer Totalen und nicht etwa mit einer Großaufnahme des Schussbeins beurteilt werden muss.

Eine exakte Bestimmung des Moments der Ballabgabe ist so also gar nicht möglich, schon gar nicht mit dem menschlichen Auge unter Zeitdruck. Und trotzdem werden (auch schon vor dem Videobeweis) in den Live-Übertragungen der TV-Sender irgendwelche Standbilder eingeblendet und auf deren Basis dann absolute Aussagen darüber getroffen, ob nun eine knappe Abseitsstellung oder nicht vorliegt. Ohne das Zulassen von Restzweifeln oder „Können wir so einfach nicht beurteilen.“ – wollt ihr mich eigentlich verarschen?

6.) Elfmeter… was?

Hat vielleicht gar nicht direkt mit der Einführung des VAR zu tun, aber wieso wird die zu früh reinlaufende Mannschaft bei einem verschossenen Strafstoß mit einer Wiederholung belohnt?

7.) Fehlende Grauzonen sind lächerlich

In der NFL gibt es bei einer nicht 100%ig klar zu entscheidenden Situation nach dem Review die Option „Call stands“ (= wir haben zu wenig, um die zuerst getroffene Schiri-Entscheidung zu überstimmen). Diese Grauzone traut sich der Fußball nicht, das ist absurd.

8.) Zweifel an der Neutralität

Man muss sich nicht über Zweifel an dessen Neutralität wundern, wenn man den VAR in Köln platziert. Dann kommt sowas bei raus. Das Videoassistcenter müsste an Spieltagen nicht zurückverfolgbar in einem Truck auf deutschen Autobahnen unterwegs sein. Wie die Foundation für Recht und Verfassung.

9.) Mangelnde Transparenz im Stadion

Wann kann man sich eigentlich über ein Tor seiner Mannschaft freuen? Also ich als Stadionzuschauer würde ja total erwachsen und besonnen reagieren, wenn mir Felix Zwayer über Lautsprecher erklärt, warum der Siegtreffer in der 94. Spielminute vom VAR zurückgenommen wurde.

10.) Träume

Schon mittags in zwielichtigen Kellergewölben rumsitzen, bisschen Scheiße vor sich hinentscheiden und vor allem gaaaaanz viele Flachbildfernseher. Der #VAR ist Robert Hoyzers feuchter Traum.

11.) Es wird so lange gesucht, bis irgendwas (Kontakt!) gefunden wird

Und sei es eine noch so kleine Lappalie. Wenn sich die Auslegung der Szene auf Schalke im November durchsetzt (nachdem sich das der VAR sogar angesehen hat), ist z. B. Pressing nicht mehr möglich. Beim Ball abschirmen wild ausholen -> „Kontakt“ -> auf den Ball werfen. Absurd.

12.) Alte, längst nicht geflickte Hüte

Zitat:

Der 5. Juli 2012 könnte in die Fußballgeschichte eingehen: Die Mitglieder des International Football Association Board (IFAB) haben sich für die Einführung der Torlinientechnologie entschieden. Diese soll zunächst bei der Club-WM in Japan, beim Confederations Cup 2013 und auch bei der WM 2014 in Brasilien getestet werden. Erst danach wird entschieden, ob das Verfahren auch auf nationaler Ebene, also etwa in der deutschen Bundesliga, zum Einsatz kommt.

Eine revolutionäre Maßnahme, die den Fußball fairer und damit besser macht? Eher nicht.

Wie oft wird etwa im Laufe einer Bundesligasaison darüber gestritten, ob ein Schuss die Torlinie in Gänze überschritten hat? Gefühlt vielleicht an jedem zweiten Spieltag, die tatsächliche Häufigkeit dürfte noch darunter liegen. Das Wembley-Tor ist ja gerade deshalb seit Jahrzehnten Gesprächsthema, weil es so außergewöhnlich war.

Über einen 1990 im Römer Olympiastadion ertönten Elfmeterpfiff wird „an den Fußball-Stammtischen der Republik“ (sorry…!) hingegen so gut wie nie diskutiert. Klar, auch weil Deutschland davon profitiert hat. Darüber hinaus gibt es falsche und zweifelhafte Elfmeterentscheidungen einfach in fast jedem Spiel, sie sind sozusagen Fehlentscheidungsalltag. Gleiches gilt für das leidige Thema Abseits.

Die Torlinientechnologie wird den Fußball, wenn überhaupt, nur ein wenig gerechter machen. Das Beispiel Ukraine – England (EM 2012) – einem hinter der Linie geklärten Ball (Tatsachenentscheidung: kein Tor) war eine klare Abseitsposition vorausgegangen – zeigt ferner, dass dieses Tool auch für zusätzliche Verwirrung und Diskussionen sorgen kann.

Wenn man sich schon dafür entscheidet, die Qualität der Spielleitung mit technischen Hilfsmitteln zu verbessern, dann bitte auf breiter Ebene. Der alleinige Einsatz der Torlinientechnologie wirkt willkürlich und wie ein fauler Kompromiss.

 

13.) Phantasie

Kannste dir eigentlich auch nicht ausdenken, dass sich der beliebteste und finanzstärkste Sport der Welt beim Videobeweis so blamiert.

14.) Der Stammtisch hat ja dann gar nichts mehr zu diskutieren!!!1

Drollig bei Videobeweis-Diskussionen ist ja die Annahme, dass dadurch „die Diskussionen“ aufhören würden. Tragen die alle Scheuklappen? Witzig auch: In jedem anderen Zusammenhang ist „Stammtisch“ schlecht konnotiert. Nur beim Thema Videobeweis ist er der Gipfel der Fußballkultur.

15.) Oberligääääääääähn

33 Stufen, 30° im Schatten, null Chancen für Westfalia, keine Ultras Gladbeck – so könnte man dieses Spiel zusammenfassen, wenn man faul wäre. Bin ich ja aber zum Glück nicht. Nach über 40(!) Jahren bescherte der Fußballgott der schicken Ruhrpottmetropole Gladbeck, die in der breiten Öffentlichkeit ansonsten hauptsächlich durch das Geiseldrama bekannt sein dürfte, endlich mal wieder Oberligafußball.

Da besitzt man auch noch ein tolles Stadion und erwischt einen (auch objektiv gesehen) attraktiven Gegner – und zum Auftaktspiel kommen knapp über 1.000 Zuschauer. Sicherlich, auf den ersten Blick ist eine vierstellige Zuschauerzahl bei einem Amateurkick eigentlich OK, aber hier wäre mindestens das Doppelte locker drin gewesen.

Wundern braucht man sich darüber aber auch nicht, wenn man sich einmal die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Jugendkraft Germania betrachtet. Diese ist nämlich einfach nicht vorhanden. Die Webseite der Fußballabteilung glänzt durch einen belanglosen Begrüßungstext, so dass der Spielort dieser Partie bis kurz vor Austragung lange nicht klar war. Kurzzeitig war wohl das Fürstenbergstadion in GE-Horst im Gespräch gewesen. Ein Anruf bei Westfalia (in Gladbeck war überraschenderweise niemand zu erreichen…) brachte dann aber Klarheit.

Auch sonst wurde das sicherlich vorhandene Zuschauerpotential in Gladbeck scheinbar völlig brach liegen gelassen. Keine größeren Vorberichte in der Lokalpresse, nicht einmal zum guten alten Spielankündigungsplakat beim Metzger umme Ecke wurde gegriffen – alles Auskünfte von einem Gladbecker Oppa, mit dem ich während der Partie ins Gespräch gekommen bin. So kann man sich potentielle Kundschaft natürlich auch von vornherein vom Leib halten. Macht ja nur Arbeit.

Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen – erste Hälfte von beiden Seiten unterirdisch. Westfalia schaffte nach dem Seitenwechsel das Kunststück, sich noch zu verschlechtern und so kamen die Hausherren letztendlich verdient zu ihrem ersten Dreier. An mangelnder Unterstützung kann es nicht gelegen haben. Mehr als die Hälfte der Anwesenden drückte den Gästen die Daumen, was diese auch akustisch immer mal wieder unter Beweis stellen konnten. So etwas wie aktive Fans auf Gladbecker Seite? Fehlanzeige!

Das wusste ich aber bereits vor dem Spiel – in einem vereinsübergreifenden Oberligaforum konnte man nämlich diese erheiternden Zeilen lesen: „Nein, wie gesagt sind wir leider beim wichtihsten Heimspiel nicht dabei.Wir haben mit dem Saisonbeginn frühestens zwei Wochen später gerechnet und wollten unseren alljährlichen Sauf- Urlaub kurz vor Beginn der Saison antreten. Jetzt kam es leider so, dass es genau auf den ersten Spieltag fällt und dann noch Zuhause gegen Wanne OSt
Sonst findest Du uns aber entweder am einzigen Bierstand […]“

16.) Vergleiche, Vergleiche, Vergleiche

Dann vergleicht man Fußball eben mit Eishockey, wenn es um den Videobeweis geht. Oder Äpfel mit Birnen. Ist doch scheinbar eh alles egal.

17.) Beschwerdestellen

Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB)
Hermann-Neuberger-Haus
Otto-Fleck-Schneise 6
60528 Frankfurt am Main
Deutschland

Telefon: 069-67 88 0
Telefax: 069-67 88 266
Mailadresse: info(at)dfb.de

 

DFL Deutsche Fußball Liga GmbH
Guiollettstraße 44-46
60325 Frankfurt am Main
Deutschland

Telefon: +49 (0)69 – 65005 – 0
Fax: +49 (0) 69 – 65005 – 555
E-Mail-Adresse: info@dfl.de

 

Union des Associations Européennes de Football (UEFA)
Route de Genève 46
Postfach
CH-1260 Nyon 2
Schweiz

Tel: +41 (0) 848 00 2727
Web: UEFA.com; UEFA.org

Pressestelle
Tel: +41 (0) 848 04 2727

Jugendfußballzentrum Kurtekotten, Bayer Leverkusen, Köln | Fotos & Infos

Jugendfußballzentrum Kurtekotten, Bayer 04 Leverkusen

Jugendfußballzentrum Kurtekotten

Adresse: Otto-Bayer-Straße 2, 51061 Köln
Heimatverein: Jugendmannschaften Bayer 04 Leverkusen
Kapazität: ca. 3.500 Plätze
Erbaut: 2000

Ja, das oben ist kein Tippfehler – Bayer Leverkusens Nachwuchsleistungszentrum Kurtekotten befindet sich noch knapp auf Kölner Stadtgebiet.

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Fotos: Franz-Kremer-Stadion, Köln, 1. FC Köln II

Franz-Kremer-Stadion, Köln

Adresse: Franz-Kremer-Allee 1-3, 50937 Köln
Heimatverein: 1. FC Köln II, A-Jugend, B-Jugend und Damen
Kapazität: 5.457 (1.900 überdachte Sitzplätze)
Erbaut: 1971
Renovierungen: 2005

Das direkt am legendären Geißbockheim gelegene Stadion wurde nach Franz Kremer, dem ersten Präsidenten des 1. FC Köln, benannt.

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Die Nr. 2 der Stadt

Nachdem wir uns spätestens gestern gedanklich in die Winterpause verabschiedet haben, ist es mal wieder an der Zeit für eine kleine Statistikspielerei. Einfache Frage: Auf welchem Niveau kicken eigentlich die am zweithöchsten klassierten Vereine der 20 größten Städte Deutschlands?

Einfache Antwort:

Rang Stadt Level Verein(e) Einwohner
1. Frankfurt/Main II Eintracht Frankfurt; FSV Frankfurt 679.664
2. München II TSV 1860 München 1.353.186
3. Hamburg II FC St. Pauli 1.786.448
4. Berlin II 1. FC Union Berlin 3.460.725
5. Stuttgart IV Stuttgarter Kickers 606.588
6. Köln IV Fortuna Köln 1.007.119
7. Mannheim V VfR Mannheim 313.174
8. Bielefeld V TuS Dornberg 323.270
9. Duisburg V VfB Homberg 489.599
10. Leipzig V 1. FC Lok Leipzig 522.883
11. Bremen V die meisten Vereine der Bremen-Liga 547.340
12. Essen V ETB Schwarz-Weiß 574.635
13. Bochum VI SG Wattenscheid 09; DJK TuS Hordel 374.737
14. Nürnberg VI Dergah Spor Nürnberg 505.664
15. Hannover VI mehrere Vereine der Landesliga Hannover 522.686
16. Dortmund VI mehrere Vereine in der Verbandsliga Westfalen II 580.444
17. Düsseldorf VI TuRu Düsseldorf 588.735
18. Bonn VII Bonner SC; DJK BW Friesdorf; 1. SF Brüser Berg 324.899
19. Wuppertal VII mehrere Vereine in der Landesliga Gruppe 1 349.721
20. Dresden* VII FV Dresden 06 Laubegast, SG Weixdorf, Post SV Dresden 523.058

*Der eigentlich in der fünftklassigen Oberliga Nordost-Süd aktive SC Borea Dresden hat seine Mannschaft kurz nach Saisonbeginn zurückgezogen.

Bei der Sortierung der Liste wurde bei gleichem Level die kleinere Stadt besser platziert. Den Vogel abgeschossen hat mal wieder die ehemalige Hauptstadt Bonn, wo selbst der beste Verein der Stadt nicht über einen Mittelfeldplatz in der 7. Liga hinaus kommt. Aber auch so manche als Fußballhochburg geltende Ortschaft hat neben dem sportlichen Aushängeschild augenscheinlich nicht viel zu bieten.

Zu Besuch bei der Schäng-Gäng: Fortuna Köln – Westfalia Herne

NRW-Liga – 10/11
SC Fortuna Köln – SC Westfalia Herne
2:0 (1:0)
22.05.11, Südstadion (Köln)
500 Zuschauer (ca. 25 Gäste)

Über zehn Jahre wohnt er nun schon im weltbesten Bundesland Europas, hat das eine oder andere Fußballspiel mitgenommen, doch bis in die Bezirkssportanlage Köln-Süd hatte es der Verfasser dieser Zeilen bislang noch nicht geschafft. Einmal, 2002, befand ich mich bereits auf dem Weg zu einer Regionalliga-Partie gegen die Namensbase aus Düsseldorf, ehe mir unwetterartige Regenfälle einen Spielausfall und einen nicht geplanten Ausflug nach Wuppertal bescherten.

Regen ist eine gute, nein, eine phantastische Überleitung. Denn auch am vergangenen Sonntag beginnt es etwa eine Stunde vor Spielbeginn wie aus Kübeln zu kübeln. Doch der Mai war noch nie ein Februar, und so steht eine eine erneute Absage natürlich nicht zur Debatte. Und zumindest uns Zuschauern bietet die erst seit kurzem mit Plastiksitzen ausgestattete Haupttribüne auch ausreichend Regenschutz.

Ferner kann das Südstadion auch mit einer fünfstelligen Anzahl an Stehplätzen auftrumpfen. Von deren Steilheit bin ich doch einigermaßen angetan, ich hätte mir die Sichtverhältnissen insbesondere von den Hintertorbereichen deutlich schlimmer vorgestellt. Netter Kontrast: Während sich auf der Tribüne die Kirmesproll-Fraktion niederlässt, hat sich in einer der Kurven alternativ angehauchte Fortuna-Fans eingerichtet. Mit zahlreichen Fahnen, Reggae-Musik vom eigenen DJ-Pult samt passender Rauchwaren. Garantiert kunstrasenfrei.

Game Over?

Kölsches Original oder unerträglicher Dampfplauderer? Ich habe mir noch keine abschließende Meinung gebildet. Die Rede ist nicht etwa von Calli, sondern von einem älteren Herrn mit Vollglatze, der kurz nach Anpfiff mit der Sammelbüchse durch die Reihen wandert. Ich hoffe nur, dass meine 57 Cent an die Jugendabteilung und nicht etwa an „deinfussballclub.de“ gehen.

Dabei könnte das ambitioniert gestartete Projekt vermutlich jeden Penny gebrauchen. Der Real-Life-Fußballmanager für die Freaks unter den Nerds verzeichnet trotz tatkräftiger Unterstützung durch Nachwuchsregisseur Sönke Wortmann momentan lediglich 7.313 Mitglieder. Zu wenig, meint unter anderem der Kölner Stadtanzeiger und befürchtet bereits das Aus der ganzen Geschichte, sollte der angepeilte Aufstieg auch in der nächsten Spielzeit nicht realisiert werden. Abwarten.

Die Westfalia wird hingegen von ganz anderer Sorgen geplagt. Abstiegsängste. Und die sind nach der verdienten 0:2-Niederlage nicht kleiner geworden. Einer unterirdischen ersten folgt eine passable zweite Halbzeit, für die man sich in Herne aber nichts kaufen kann, da die durchaus vorhandenen guten Chancen inklusive Foulelfmeter kläglich versemmelt werden.

Im letzten Saisonspiel gegen Homberg geht es nun um Alles oder Nichts. Und kompliziert wird es auch. Alle möglichen Szenarien durchzuspielen würde den Rahmen sprengen, deshalb nur soviel: Westfalia ist von den Ergebnissen der Konkurrenz genauso abhängig wie von denen der abstiegsgefährdeten NRW-Vereine in der Regionalliga West. Auch der Lizenzentzug des bisherigen Drittligisten RW Ahlen könnte noch eine Rolle spielen. Kompliziert, wie gesagt.

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Fotos Fortuna Köln – Westfalia Herne Fotos Fortuna Köln – Westfalia Herne
Fotos Fortuna Köln – Westfalia Herne Fotos Fortuna Köln – Westfalia Herne

Fotos: Südstadion, Fortuna Köln

Südstadion, Köln

Adresse: Vorgebirgstraße, 50969 Köln
Heimatverein: SC Fortuna Köln
Kapazität:14.944 (1.918 überdachte Sitz- und 13.026 unüberdachte Stehplätze)
Zuschauerrekord: 14.500 (1983, Halbfinale DFB-Pokal: Fortuna Köln – Borussia Dortmund 5:0)
Erbaut: 1979

Alternative Bezeichnung: Bezirkssportanlage Köln-Süd.

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Südstadion, Fortuna Köln Südstadion, Fortuna Köln
Südstadion, Fortuna Köln Südstadion, Fortuna Köln
Südstadion, Fortuna Köln Südstadion, Fortuna Köln
Südstadion, Fortuna Köln Südstadion, Fortuna Köln

Fotos: RheinEnergieStadion, Müngersdorf, 1. FC Köln

Rhein-Energie-Stadion, Köln

Adresse: Aachener Straße 999, 50933 Köln
Heimatverein: 1. FC Köln
Kapazität: 50.000 (41.825 Sitzplätze, 8.175 Stehplätze)
Zuschauerrekord: 76.000 (1953, Freundschafts-Länderspiel: Deutschland – Österreich 0:0)
Erbaut: 1923/1975/2004

Name vor dem Komplettumbau: Müngersdorfer Stadion.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Rhein-Energie-Stadion, 1. FC Köln RheinEnergieStadion, 1. FC Köln
RheinEnergieStadion, 1. FC Köln RheinEnergieStadion, 1. FC Köln
RheinEnergieStadion, 1. FC Köln Rhein-Energie-Stadion, 1. FC Köln

Live-Bericht: 1. FC Köln – SpVgg Unterhaching | Groundhopping

Aus unserem Archiv:

1. Bundesliga – 00/01
1. FC Köln – SpVgg Unterhaching
1:1 (1:0)
07.04.01, Müngersdorfer Stadion (Köln)
32.500 Zuschauer (ca. 100 Gäste)

Leider fahren in Köln die Sonder-Straßenbahnen ab Neumarkt erst ca. 45 Minuten vor dem Spiel los. Ich konnte glücklicherweise in die erste einsteigen und bin deshalb noch einigermaßen rechtzeitig am Stadion abgekommen. Trotzdem waren vor den Kassenhäuschen noch lange Schlangen. Meiner einer erreichte seinen Block ca. 5 Minuten nach Anpfiff. Viele Fans waren sogar noch 10 – 15 Minuten später auf ihrem Platz. Da sollte in Köln wirklich mal umgedacht werde. Sicherlich wurden die Verantwortlich vom Andrang (was wohl auch am guten Wetter lag) etwas überrascht, aber dennoch gibt es mehrere Wege solchen Situationen im voraus zu entgehen: Mehr Kassenhäuschen besetzen, Straßenbahnen früher losfahren lassen.

So haben wohl einige das 1:0 durch Timm in der 11. Minute gar nicht gesehen. Die frühe Kölner Führung war wohl das Schlechteste, was dem Spiel passieren konnte. Köln stellte ich teilweise mit 11 Mann hinten rein und Haching war unfähig das Spiel zu machen. Man muss schon sagen, dass Köln so ziemlich den unattraktivsten Fußball in der 1. Liga spielt. Naja, der Erfolg gibt ihnen irgendwie recht. 30 Sekunden nach Anpfiff der 2. Hälfte erzielte Oberleitner das 1:1, vorausgegangen war der einzige gute Angriff der Münchner Vorstädter. Dabei blieb es dann auch. Köln kann sich nicht beschweren, wer so passiv spielt hat keinen Sieg verdient.

Im Kölner Fanblock war absolut gar nichts los, da haben die ca. 100 Hachinger deutlich mehr Dampf gemacht. Nur in zwei oder drei Ecken des Oberrangs wurde das ganze Spiel über gesungen und angefeuert, was sich aber im weiten Rund verloren hat. Eine ziemlich enttäuschende Vorstellung.

Im Müngersdorfer Stadion befindet sich zwischen Zuschauern und Spielfeld neben der Laufbahn noch eine Art „Grünstreifen“ und ein etwa 2m breiter Graben, so dass man wirklich sehr weit vom Geschehen weg ist. 2002 soll ja damit begonnen werden, das Stadion in eine reinen Fußballtempel umzuwandeln. In der Bauphase soll dann auf der Baustelle auch gespielt werden (ähnlich wie in Hamburg). Wollen wir hoffen, dass das auch wirklich stimmt.

Live-Bericht: Schweiz – Ukraine | Groundhopping

Aus unserem Archiv:

Achelfinale WM 2006
Schweiz – Ukraine
0:0 (0:3 nach Elfmeterschießen)
26.06.06, FIFA World Cup Stadium, Cologne
45.000 Zuschauer

Zum letzten mal WM, zum letzten mal Köln. Es reicht auch. Echt jetzt.

Mein spare Ticket vermachte ich meinem Kumpel MvG. Dieser musste nach 500 km Anfahrt sein Kfz in der prallen Sonne parken und wollte deshalb die Reinigungsflüssigkeit für seine Kontaktlinsen mit ins Stadion nehmen. Bei diesem Vorhaben blieb es dann auch. Die diensthabenden Ordner ließen den Hardliner raushängen und verweigerten die Einfuhr der extrem gefährlichen Flüssigkeit. Diese Aktion wirkte vor dem Hintergrund des vorherigen Spiels besonders grotesk, als die Togolesen etliche große Trommeln an der Brüstung des Oberrangs befestigt hatten. Wenn sich so ein Ding löst… ach lassen wir das.

Über das Spiel breiten wir auch besser den Mantel des Schweigens aus. Schließlich wurde dieser Grottenkick von der 11Freunde-Redaktion völlig zu Recht zu einem der zehn schlechtesten Spiele aller Zeiten gewählt.