Logan statt Logen – Hold Me Now

Fußball hat in der Republik Irland einen schweren Stand. Als Mannschaftssportart Nr. 3 oder 4 und der übermächtigen Premier League quasi in der direkten Nachbarschaft, werden die Spiele in der heimischen Elite-Liga nur selten von mehr als 3.000 Zuschauern besucht. In der Hauptstadt Dublin gibt es vier „große“ Vereine mit vergleichbarem Fanpotential, in den zu großen Teilen baufälligen Dalymount Park des Bohemian Football Club pilgern im Schnitt 2.000 Unentwegte.

Als inoffizielle Clubhymne wurde in der jüngeren Vergangenheit der bislang mit Abstand beste Wettbewerbsbeitrag beim Eurovision Song Contest adoptiert: Hold Me Now, Gewinner der Ausgabe von 1987. Vor einigen Jahren war Interpret und Komponist Johnny Logan dann tatsächlich einmal zu Gast, um gemeinsam mit den Fans zu, ähm, performen. Gänsehaut gefällig? Bitte sehr:

Halt mich fest, weine nicht, sag kein Wort. Zusammen singen ist aber ok.

Was geschah mit {coole Fußball-Webseite, mit Kolumnen und Zitaten}?

…fragte einst der Trainer. Dem Mann kann geholfen werden: Unter der URL verbirgt sich heute ein 0815-News-Portal. So weit so bedauerlich wie erwartbar.

Ein bisschen lebt der Geist der Blutgrätsche momentan aber an einem Baugerüst vor der legendären Sportschule Hennef weiter:

Eine Erfindung der Neuzeit

Erfindung

Die Schanden von Lippstadt und Weilheim haben vollkommen recht: Ein Pflichtspiel gegen San Marino hat mit Sport nichts zu tun und ist die Spitze des Kommerzbergs. Deshalb wird so ein Quatsch ja auch bei RTL versendet.

Was wirklich wirklich wichtig ist, etwa das Freundschaftsspiel Bayerns gegen die Niederlande, wird uns gnädigerweise immer noch im gebührenunterfinanzierten ZDF kredenzt. Luja.

Große Köpfe


Der erste Spieltag der Fußball-EM 2016 ist passé. Es gab Favoritensiege, ein paar Überraschungen, nix besonderes eben. Auffällig war vor allem die Torarmut und das doch sehr überschaubare Niveau der zum ersten mal auf 24 Teilnehmer aufgeblähten Veranstaltung.

Für die deutsche N11 / Schland / die Mannschaft lief es zum Auftakt gegen die Ukraine im Rahmen des Erwartbaren ganz ordentlich. Der 2:0-Sieg war trotz einer Schwächephase kurz vor der Pause nur selten gefährdet.

Für deutlich mehr Schlagzeilen als das sportliche Geschehen auf dem Rasen sorgte allerdings die Intimhygiene von Joachim Löw (Verlinkungen spare ich uns an dieser Stelle). Soweit so lustig, so egal. Dass sich der Bundestrainer auf der heutigen Pressekonferenz allerdings immer noch öffentlich erklären und entschuldigen — Zitat: „Man macht manche Sachen im Unterbewusstsein, ist voller Adrenalin. Es ist passiert, es tut mir leid.“ — musste, ist dann doch mehr als albern.

Warum muss er das tun? Warum tut er das? Warum wird er so etwas überhaupt gefragt? Ist es nicht wirklich so, dass sich „80 Prozent von euch“ auch mal an gewissen Stellen kraulen?

könnte ja eine gepflegte Runde Heads Arena Euro Soccer für bessere Stimmung bei Löw und dem gesamten DFB-Tross sorgen. Ein pfiffiges Browser-Game, das mit sämtlichen für die Euro qualifizierten Teams aufwarten kann.

Die nicht unbedingt lebensecht aber durchaus mit Wiedererkennungswort gestalteten Spielfiguren verleihen diesem Arcade-Kracher seinen besonderen Charme. Die Comic-Charaktere mit den großen Köpfen erinnern ein wenig an die vor allem aus dem US-Sport bekannten Bubblehead-Sammelfiguren.

Gesteuert wird ganz einfach mit den Pfeil- und der Leertaste auf dem Keyboard. Ziel ist es überraschenderweise, mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Das Ganze wird ziemlich puristisch serviert, ganz ohne Heatmaps oder Packing-Statistiken.

Wer keine Lust hat, mit Schweinsteiger und Müller (was ich dann doch sehr gut verstehen könnte) auf Torejagd zu gehen, kann dies natürlich auch mit den Stars der anderen Nationen tun. Favorit der Redaktion: Zlatan. Wer auch sonst?

Ansonsten gibt es auf dieser Webseite aber auch noch viele weitere Fussball Spiele zu entdecken. Beim Zocken sollte man sich dann halt am besten nicht vom Chef erwischen lassen…