Eine Erfindung der Neuzeit

Bayern

Die Schanden von Lippstadt und Weilheim haben vollkommen recht: Ein Pflichtspiel gegen San Marino hat mit Sport nichts zu tun und ist die Spitze des Kommerzbergs. Deshalb wird so ein Quatsch ja auch bei RTL versendet.

Was wirklich wirklich wichtig ist, etwa das Freundschaftsspiel Bayerns gegen die Niederlande, wird uns gnädigerweise immer noch im gebührenunterfinanzierten ZDF kredenzt. Luja.

Große Köpfe


Der erste Spieltag der Fußball-EM 2016 ist passé. Es gab Favoritensiege, ein paar Überraschungen, nix besonderes eben. Auffällig war vor allem die Torarmut und das doch sehr überschaubare Niveau der zum ersten mal auf 24 Teilnehmer aufgeblähten Veranstaltung.

Für die deutsche N11 / Schland / die Mannschaft lief es zum Auftakt gegen die Ukraine im Rahmen des Erwartbaren ganz ordentlich. Der 2:0-Sieg war trotz einer Schwächephase kurz vor der Pause nur selten gefährdet.

Für deutlich mehr Schlagzeilen als das sportliche Geschehen auf dem Rasen sorgte allerdings die Intimhygiene von Joachim Löw (Verlinkungen spare ich uns an dieser Stelle). Soweit so lustig, so egal. Dass sich der Bundestrainer auf der heutigen Pressekonferenz allerdings immer noch öffentlich erklären und entschuldigen — Zitat: „Man macht manche Sachen im Unterbewusstsein, ist voller Adrenalin. Es ist passiert, es tut mir leid.“ — musste, ist dann doch mehr als albern.

Warum muss er das tun? Warum tut er das? Warum wird er so etwas überhaupt gefragt? Ist es nicht wirklich so, dass sich „80 Prozent von euch“ auch mal an gewissen Stellen kraulen?

könnte ja eine gepflegte Runde Heads Arena Euro Soccer für bessere Stimmung bei Löw und dem gesamten DFB-Tross sorgen. Ein pfiffiges Browser-Game, das mit sämtlichen für die Euro qualifizierten Teams aufwarten kann.

Die nicht unbedingt lebensecht aber durchaus mit Wiedererkennungswort gestalteten Spielfiguren verleihen diesem Arcade-Kracher seinen besonderen Charme. Die Comic-Charaktere mit den großen Köpfen erinnern ein wenig an die vor allem aus dem US-Sport bekannten Bubblehead-Sammelfiguren.

Gesteuert wird ganz einfach mit den Pfeil- und der Leertaste auf dem Keyboard. Ziel ist es überraschenderweise, mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Das Ganze wird ziemlich puristisch serviert, ganz ohne Heatmaps oder Packing-Statistiken.

Wer keine Lust hat, mit Schweinsteiger und Müller (was ich dann doch sehr gut verstehen könnte) auf Torejagd zu gehen, kann dies natürlich auch mit den Stars der anderen Nationen tun. Favorit der Redaktion: Zlatan. Wer auch sonst?

Ansonsten gibt es auf dieser Webseite aber auch noch viele weitere Fussball Spiele zu entdecken. Beim Zocken sollte man sich dann halt am besten nicht vom Chef erwischen lassen…

Antisemitismus in Heidenheim?

Wenn auf

das hier

folgt, wird man unweigerlich an eine Debatte von vor anderthalb Jahren erinnert. Damals musste sich 11Freunde-Chefredakteur Philipp Köster als Reaktion auf eine eher mäßige (persönliche Meinung) Polemik gegen RBS Leipzig den Vorwurf des „strukturellen Antisemitismus“ gefallen lassen.

Schauen wir uns das Corpus Delicti doch einfach einmal etwas genauer an. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus den Reihen spätpubertierender Provinzultras ein derart begnadeter Künstler rekrutiert?

Eher klein, denke ich, sagt mir mein mittelgesunder Menschenverstand und nach Stunden aufwändiger Recherche einer Google-Bildersuche ist der Urheber des mateschitzschen Konterfeis auch gefunden: Das Ding stammt höchstwahrscheinlich aus der Feder des österreichischen Karikaturisten Petar Pismestrović.

Bitte entscheiden Sie selbst:

Links: Fragment eines beim Spiel Heidenheim – RBS Leipzig verteilten Geldscheins // Rechts: Dietrich Mateschitz, gezeichnet von Petar Pismestrović

Karikaturen übertreiben, überspitzen bestimmte physiognomische Merkmale der zu porträtierenden Person und hier unterscheidet sich Pismestrović‘ Herangehensweise auch nicht wesentlich von der anderer bekannter Berufskollegen. Betrachtet man auf seiner Webseite eine Galerie von Arbeitsproben, wird eigentlich schnell klar, dass diese Darstellung Matteschitz‘ einfach seinem Stil entspricht.

Die „Hakennase“ wirkt an Mahmud Ahmadinedschad (leider nicht direkt verlinkbar; bitte in der Flash-Galerie selbst erscrollen) als Indiz oder gar Beweis für Antisemitismus jedenfalls extrem schwach auf der Brust.

tl;dr

Man kann den Heidenheimer Fans hier durchaus Unreife, mangelnde Sensibilität, Doppelmoral oder eine Urheberrechtsverletzung vorwerfen. Aber Antisemitismus? Sollte wenn, dann wohl eher in Richtung des Zeichners gehen. Oder man atmet erst mal durch und fragt sich, ob Missverständnisse und Fehler nicht oft auch unbeabsichtigt passieren.*

*deplatzierte Unsachlichkeit entfernt (d.Red.)

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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2015, 20:03 Uhr

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Tunnelblick

Hatten wir das Thema „Spielertunnel“ eigentlich schon unter fußballkulturellen Gesichtspunkten besprochen? Nein? Dann wird es Zeit. Die schönsten Exemplare gibt es – natürlich – in Südamerika, wo die Spieler nicht selten aus unterirdischen Katakomben durch überdimensionierte Schläuche in das gespült werden, was mit Fug und Recht als Hexenkessel bezeichnet werden kann.

Aber auch hierzulande lassen sich schöne Exemplare finden. Zum Beispiel dieses Prachtstück im südbadischen Villingen. Dort, im Stadion Friedengrund, ist der Verfasser dieser Zeilen in Jugendjahren selbst einige male zu Punktspielen und bei Turnieren angetreten.

Das Highlight war dabei nicht etwa, dass man sich in einer Sportstätte messen durfte, die als einzige im Kreis den Bezeichnung als Stadion (Vgl. die URL dieser Webseite) auch verdiente. Nein, die Besonderheit lag im Tunnel zum Spielfeld. Das Klackern von Schraubstollen auf den Betonstufen vor der Tribüne, die veränderten Lichtverhältnisse, die Abschottung von der brodelnden spärlichen Zuschauerkulisse… ein bisschen wie Bundesliga. Toll.

FOTOS

Sonntagsschuss: Exempel

Vom Platz gestellter Spieler: „Schiri, ich hab nichts gemacht. Das war eine ganz normale Bewegung im Zweikampf.“

Gegnerischer Spieler: „Da war wirklich nichts.“

Schiedsrichter: *Trotz der Entlastung durch den Mannschaftskapitän des Gegners und der Tatsche, dass niemand im Stadion außer dem Linienrichter die vermeintliche Tätigkeit gesehen hat, ziehe ich das mit dem Platzverweis in der Nachspielzeit eines sportlich längst entschiedenen Spieles eiskalt durch.*

 

Oder halt als Foto: