50 Stufen Grau

„Durch Dresden spazieren marschieren wieder die Vollidioten.“ – „Da musst Du aber differenzieren.“

„Oreo-Kekse schmecken wie Katzenklo.“ – „Da musst Du aber differenzieren.“

„RBS Leipzig ist der größte Irrtum seit Rosinen im Käsekuchen.“ – „Da musst Du aber differenzieren.“

 

Nein, muss ich nicht.

 

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Sonntagsschuss: Abstieg

Westfalia Herne ist aus der Oberliga Westfalen abgestiegen

Viel ist seit der Winterpause bei Westfalia Herne passiert. Neuer Trainer, neue Spieler, fünf Niederlangen in Folge nach einer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen. Durch den freiwilligen Rückzug des VfB Hüls hatte man vor dem finalen Spieltag der Oberliga Westfalen den Klassenerhalt dennoch in der eigenen Hand. Allein dieser Umstand musste nach einer Vorrunde mit nur sechs(!) Punkten bereits als Erfolg gewertet werden.

Westfalias seit Jahren vor sich hin darbende Fanszene hatte noch einmal alles mobilisiert und zeigte im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck dreistellig Präsenz. Die Mannschaft bot ein gutes, ein mitreißendes, in der zweiten Halbzeit sogar hervorragendes Spiel. Zumindest in der Offensive. Denn „dass man keine Querpässe im eigenen Strafraum spielt, lernt man schon bei Schonnebeck in der E-Jugend“ – 83. Minute, das 2:3 für Aplerbeck, die Entscheidung. Konkurrent SV Zweckel wird seine Partie sicher gewinnen und somit hätte nur ein Sieg Herne gerettet.

Trainer Holger Wortmann betont während der Pressekonferenz noch einmal, dass man den Abstieg nicht dem heutigen Ergebnis, sondern der desaströsen Hinserie zu verdanken habe. Er mag recht haben, aber… kein Trost. Abstieg.

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Ortstermin #Fußballkultur: Sané – Déplacer les buts

Lost Places sind cool. Vor sich hin gammelnde Fußballplätze sind cool. Die Schnittmenge aus beiden natürlich der Hammer. Kann man nun noch die Verbindung zu einem bekannten Namen herstellen, wird die Angelegenheit sogar ein Thema für diese Seite.

:: Hollandes Sparzwänge

Im Oktober 2013 verkündete das französische Verteidigungsministerium die Auflösung des 110. Infanterieregiments. Eine hierzulande vernachlässigbare Meldung, wäre jenes nicht als Teil der Deutsch-Französischen Brigade im südbadischen Donaueschingen stationiert gewesen.


Kasernengebiet zwischen Villinger Str., Hindenburgring und Friedhofstr.

Genau 50 Jahre waren die Franzosen für die 21.000 Einwohner-Stadt und die umliegenden Gemeinden ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Und darüber hinaus bei der restlichen Bevölkerung überaus beliebt. Aus und vorbei – die überwiegende Mehrheit der zuletzt rund Tausend Soldaten und Zivilangestellten sagte bereits 2014 zum letzten mal au revoir.

Über die zukünftige Nutzung des Areals wurde bislang nicht endgültig entschieden, die Verantwortlichen geben sich trotz der bevorstehenden Mammutaufgabe aber betont gelassen. Wohnen, Gewerbe, Mischnutzung – vieles scheint möglich. Vergangenen Sommer führte eine Lokalzeitung erstmals eine Gruppe interessierter Bürger über das riesige Gelände mit seinen knapp fünfzig Gebäuden.

Ende Mai 2015 sind noch einige wenige Wohnungen direkt hinter dem Eingangsbereich der Foch-Kaserne bewohnt. Eine Notbesatzung ist damit beschäftigt, die ordnungsgemäße Übergabe und Abtransporte zu organisieren. Dürfen wir hier überhaupt sein? Es gibt keine Wachen mehr, klar. Doch nach wie vor verbieten nicht zu übersehende Schilder bilingual das Betreten des Terrains. Sich einfach nicht erwischen lassen ist vielleicht eine gute Idee.

:: Auf den Punkt kommen

Ach ja, das hier ist ein Fußballblog. Und ein bisschen Promi-Glitzer hatte ich ja auch angedeutet. Gestern Abend hatte einer der – persönliche Meinung – wichtigsten Protagonisten der Bundesliga in der Nachwendezeit einen seinen selten gewordenen Auftritte im deutschen Fernsehen. Live aus seinem ehemaligen Wohnzimmer, in dem gut zwei Stunden später einem seiner Söhne ein Meisterpokal überreicht werden sollte.

Für Schnellmerker: Die Rede ist von Souleymane „Samy“ Sané. Und bevor dieser in Freiburg und noch etwas später in Bochum 6 für Schlagzeilen und vor allem Tore sorgte, leistete er am Rande des Schwarzwalds seinen Militärdienst ab. Als Teil des 110. Infanterieregiments.

Ohne es beweisen zu können: Die ersten Tore auf deutschem Boden dürfte der Mann mit den 51 Bundesligatreffern auf einem denkbar unglamourösen Kasernensportplatz als Mitglied der Kompaniemannschaft erzielt haben. Und diesen Platz gibt es immer noch.

Sogar eine kleine Tribüne ist vorhanden, deren massive Betonstufen ihre besten Tage allerdings hinter und die sich auf der Rückwand austobenden Graffitikünstler hoffentlich noch vor sich haben. Die Laufbahn ist uneben, der Rasen wird nur selten und im unmittelbaren Torbereich gar nicht mehr gemäht. Vor sich hin gammelnde Fußballplätze sind cool.

Genug gelabert – Fotos (zum Vergrößern anklicken):

Militärgelände - Zutritt verboten

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…und Andi Möller hatte doch recht!

Mike Terranova, Madrid (Italien)

Screenshot: www.rwo-online.de/saison/rwo/trainer_rwo.php

 

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+++ EIL: Amerikanische Wissenschaftler entdecken endlich ersten konkreten Anwendungsfall für Fußballstatistiken +++

Kunst also. Toll.

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Vermummte Chaoten dringen gewaltfrei in Teamhotel ein

Wie jetzt?

Laut Polizei konnten die Personen dagegen von Hotelangestellten am Haupteingang zurückgewiesen werden. […] Berichte, wonach die Anhänger vermummt gewesen seien, wies Rangnick nach dem Spiel (0:0) bei Sky zurück. „Sie waren nicht vermummt, aber sie hatten Kapuzen an.“

Ja was denn nun? Hausfriedensbruch durch Gewalttäter? Oder sind einfach nur ein paar Halbstarke vor dem Hotel rumgelungert und haben Schmählieder gesungen?

ABER SIE HATTEN KAPUZEN AN!!!11

Im ARD-Morgenmagazin fiel heute der selten dämliche Begriff „Reisewarnung“. Passiert ist in Karlsruhe aber offenbar zum Glück nichts. Weder im Stadion noch sonstwo. Als hätte nicht jeder halbwegs regelmäßige Schlachtenbummler von jedem x-beliebigen Verein auswärts schon brenzlige Situationen erlebt. Und dennoch hat es die PR-Maschinerie des „Getränke“-Herstellers im Fall der Leipziger Dependance geschafft, sich in eine nicht mehr kritisierbare Opferrolle zu manövrieren.

Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil der österreichische Konzern ansonsten gerne auf die körperliche Unversehrtheit seiner Sportler scheißt und aufwändige Filme produziert, ohne auf Kino-Plakaten oder im Pressematerial darauf hinzuweisen, dass der Hauptdarsteller bei den Dreharbeiten ums Leben kam.

Trotz allem: Gewalt und deren bloße Androhung sind nicht tolerierbar. Wenn also noch eine persönliche Anekdote erlaubt ist: Der Verfasser dieser Zeilen wurde im Juni 2013 nach dem Relegationsspiel in Lotte von einer Leipziger Autobesatzung übelst beschimpft und zu einem fairen Kräftemessen in der nichtolympischen Disziplin „Vier gegen Einen“ eingeladen. Ein Verhalten, das mir in den vergangenen 15 Jahren als neutraler Besucher bei über 500 Fußballspielen bislang nur durch Fans von Dynamo Dresden begegnet ist.

Immerhin auf dieser Ebene ist RBS Leipzig also auf dem besten Weg zum echten Ost-Verein.

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“Und jetzt betritt Joachim Löw thüringischen Luftraum”

Schon etwas älter, erst jetzt entdeckt. Dafür aber aus der Kategorie #kannmansichabersowasvonüberhauptnichtausdenken:

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Ein Schuster, der nicht bei seinen Leisten blieb

Egal ob High-Tech-Produkt von Adidas, Derbystar, [put your favourite brand here] oder das Werbegeschenk an der Tankstelle – die pakistanische Metropole Sialkot zeichnet für etwa 60 bis 75 Prozent der weltweiten Produktion von Fußbällen verantwortlich. Warum?

Na klar, von Arbeitsbedingungen über Lohnstückkosten bis Synergieeffekte könnte man hier sicher das komplette Einmaleins des globalisierten Neoliberalismus runterbeten. Und wüsste hinterher immer noch nicht, warum genau jährlich 40 Millionen Fußbälle in der 500.000-Einwohner-Stadt und nicht etwa in einem anderem Niedriglohnland oder einer anderen Region Pakistans gefertigt werden.

Nun, wenn man der österreichischen Dokumentation mit dem furchtbaren Titel „Der Ball ist rund“ glaubt, ist der Grund romantischer, als ich vermutet hätte:

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