Die Stadien der WM 2014

Eine Fußballweltmeisterschaft stellt für den ausrichtenden Gastgeber nicht nur eine organisatorische Herausforderung dar, sondern wird auch zur Belastungsprobe der örtlichen Infrastruktur. Immerhin gilt es zahlreiche involvierte Personen, seien es Teammitglieder, Presseleute oder Fans, Anreise, Unterkunft und Verpflegung auf angenehme Weise zu ermöglichen. Während diese Aspekte wohl nur zum Thema werden, wenn einmal etwas nicht klappt, so gibt es doch einen Aspekt der Infrastruktur, der als Visitenkarte vor aller Welt gelten kann: die Stadien, von welchen rund einen Monat lang Bilder in alle Herren Länder ausgestrahlt werden.

Da es nicht alltäglich ist, als Gastgeber einer WM auserwählt zu werden, kommt es nur selten vor, dass die Stadien des Landes den Anforderungen einer solchen Großveranstaltung gewachsen sind. Zudem müssen sie in Fassungsvermögen und Sicherheitsstandards den Auflagen der FIFA entsprechen, um sich als Austragungsorte überhaupt zu qualifizieren. Infolge werden im Vorfeld der WM vom Gastgeber üblicherweise umfangreiche Baumaßnahmen in die Wege geleitet.

Auch die 12 Spielstätten der WM 2014 wurden um- bzw. neu erbaut – ein Vorhaben, das nicht gänzlich reibungslos von statten gegangen ist. Zum einen sah sich die Regierung der Opposition von Teilen der Bevölkerung ausgesetzt, die Staatsgelder lieber in die Behebung sozialer Missstände investiert gesehen hätten, und zum anderen ist es zu Bauverzögerungen gekommen, welche die zeitgerechte Fertigstellung bis zum Beginn der Veranstaltung gefährdet hat.

Hier nun alle 12 Stadien im Kurzporträt, welche Spiele in den jeweiligen Stadien stattfinden kann auf dem Spielplan nachgelesen werden.

Estádio Governador Magalhäes Pinto (kurz: Mineiräo)

Das Stadion liegt in der 6,1 Millionen-Einwohner-Stadt Belo Horizonte im Südosten des Landes. Eröffnet wurde es im Jahr 1965, benannt ist es nach einem ehemaligen Gouverneur. Für die WM 2014 wurde es einer umfangreichen Modernisierung im Wert von etwa 250 Millionen Euro unterzogen. Seither fasst es 62.160 Zuseher, verfügt über 90 VIP-Logen, ein Restaurant, Videoanzeigetafeln und umfangreiche Sicherheitseinrichtungen (Videoüberwachung und Drehkreuze). Die Wiedereröffnung fand am 21. Dezember 2012 statt.

Estádio Nacional de Brasília

Die Hauptstadt Brasiliens, Brasília, liegt im Herzen des Landes und stellt mit dem rund 70.000 Zusehern fassenden Nationalstadion das zweitgrößte Stadion für die Fußball Weltmeisterschaft. Es wurde auf dem abgerissenen Estádio Mané Garrincha, das ein Mehrzweckstadion war, eigens für die WM und als Fußballstadion erbaut. Die Einweihung erfolgte durch das Eröffnungsspiel des FIFA-Konföderationen-Pokals 2013 im April desselben Jahres.

Arena Pantanal

Auch der Arena Pantanal musste das Vorgängerstadion weichen. An selber Stelle steht nun in der Stadt Cuiabá, welche westlich von Brasília in Richtung der Landesgrenze zu Argentinien liegt, ein modernes Multifunktionsstadion mit 42.968 Sitzplätzen.

Arena da Baixada

Rund 90 Kilometer von der Küste entfernt liegt auf einer Hochebene die Stadt Curitiba. Das 1914 eröffnete historische Estádio Joaquim Américao Guimaräes wurde bereits 1999 neu erbaut und im Vorfeld der WM noch einmal einer Modernisierung unterzogen. Das Fassungsvermögen wurde im Zuge dessen von 28.272 auf über 40.000 Plätze erweitert.

Estádio Plácido Aderaldo Castelo

Zu den nördlichsten Spielstätten zählt das in der Küstenstadt Fortaleza gelegene Estádio Plácido Aderaldo Castelo. Das bereits 1973 eröffnete Stadion wurde anlässlich der WM einem Umbau in Kostenhöhe von 192 Millionen Euro unterzogen. Ein neues Dach, ein neues Spielfeld, ein VIP-Logenbereich, eine unterirdische Tiefgarage und eine neue Verkehrsanbindung sind

Teil der Veränderungsmaßnahmen. Seit dem Umbau beträgt die Kapazität 64.165 Sitzplätze.

Arena da Amazonia

Seiner Lage im Dschungel Manaus gerecht wird der Name der Arena da Amazonia. Der eigens für die WM realisierte, 42.374 Sitzplätze umfassende, Neubau wurde von einem deutschen Architekturbüro entworfen.

Arena das Dunas

Ebenfalls neu erbaut wurde die in Natal gelegene Arena das Dunas. Das Stadion bietet Sitzplätze für 45.000 Zuseher und wurde um rund 400 Millionen Real errichtet. Ihm mussten das Estádio Joao Cláudio de Vasconcelos Machado und die Sporthalle Humberto Nesi weichen. Beide Bauten wurden komplett abgerissen, um Platz für ein, nicht nur in seinem Namen sondern auch in seinem Design an die Wellenform der Sanddünen, einem Naturschauspiel der Region, gemahnenden Stadion zu machen.

Estádio Beira-Rio

Zehn Jahre dauerte der Bau des Estádio José Pinheiro Borda, auch Gigante da Beira-Rio genannt. Das schließlich 1969 eröffnete, und für die WM von 2012-2013 renovierte, Stadion besticht durch seine innovative Dachkonstruktion. Seit dem Umbau fasst das in Porto Alegre, und damit am südlichsten situierte WM-Stadion 50.287 Zuseher.

Arena Pernambuco

Die 42.849 Sitzplätze verfügende Arena Perambuco steht im Küstenort Recife. Die Finanzierung des Baus erfolgte in Kooperation von staatlicher und privater Hand. Eröffnet wurde das Stadion am 22. Mai 2013 im Rahmen des FIFA-Konföderationen-Pokals.

Maracana

Insgesamt 73.531 Zuschauer finden im Estádio do Maracana Platz, was das am Zuckerhut gelegene Stadion zum größten des Landes macht. Es wurde anlässlich der ersten und bisher einzigen Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, 1950, gebaut. Auch 64 Jahre später soll es eine bedeutende Rolle spielen und unter anderem zum Schauplatz des WM Finales werden, weshalb es einem aufwändigen Umbau unterzogen wurde. Anders als bei anderen Stadien wurde die Kapazität aber nicht erhöht, sondern von 200.000 gesenkt. Rund 316 Millionen Euro hat die Modernisierung an Kosten verursacht.

Das weltberühmte Maracana Stadion nach dem Umbau. Mit einer Kapazität von „nur“ noch knapp über 73.000 ist die Spielstätte am Zuckerhut das größte Stadion der WM 2014 in Brasilien. Bildquelle: wikimedia.org

Arena Fonte Nova

Die Arena Fonte Nova steht in Salvador da Bahia, auf dem Grund des alten Estádio Fonte Nova, das zugunsten des Neubaus im Jahr 2010 abgerissen wurde. Ebenso wie für den Entwurf der Arena da Amazonia zeichnet auch für den Entwurf der Arena Fonte Nova ein deutsches Architekturbüro verantwortlich. 48.747 Sitzplätze stehen zur Verfügung.

Arena de Sao Paulo

Die Pläne für die eigens zur WM erbaute Arena Corinthians in Sao Paulo, der größten Stadt Brasiliens, sind kostspielig: es fasst nicht nur 68.000 Zuseher, sondern hat weltweit die größte, in einem Stadion eingebaute Video-Leinwand. Die Bauarbeiten wurden zunächst aufgrund fehlender Finanzierung, dann aufgrund des Einsturzes des neuen Daches verzögert. Im Rahmen der WM 2014 bekleidet es eine bedeutende Rolle: es ist Schauplatz des Eröffnungsspiels am 12. Juni 2013.

Hier gibt es alle Infos rund um die Fußball Weltmeisterschaft 2014:


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