Teuflische Nachbarn

Die Hecke zu niedrig, der Lärmpegel zu hoch? Pillepalle. Der Fußball treibt immer noch die komischsten Blüten. Und deshalb muss sich so mancher Club seit Jahrzehnten auf engstem Raum mit dem verhassten Lokalrivalen arrangieren.

Stadioncheck erklärt Ihnen, wo die Redewendung „nur einen Steinwurf entfernt“ ihren Ursprung hat. Die Entfernungs-Berechnung erfolgte per Luftlinie von Anstoßpunkt zu Anstoßpunkt.

  • Platz 5: Liverpool – 960 Meter
    Goodison Park und Anfield Road. Die Stadien von Everton und Liverpool trennt ein knapper Kilometer und der Stanley Park.
  • Platz 4: Nottingham, England – 418 Meter
    City Ground und Meadow Lane. In der Robin-Hood-Stadt sind Nottingham Forest und Notts County seit jeher an gegenüberliegenden Ufer des River Trent beheimatet.
  • Platz 3: Avellaneda, Argentinien – 375 Meter
    Estadio Libertadores de América und Estadio Juan Domingo Perón. „Einer Legende zufolge sollen Anhänger des Lokalrivalen CA Independiente nach dem Titelgewinn Racings im Jahr 1967 sieben schwarze Katzen im Estadio Presidente Perón vergraben haben, um ihren Gegner zu verfluchen. Es folgte eine lange Durststrecke ohne Titel, bis es 2001 bei einer groß angelegten Suchaktion gelungen sein soll, den letzten Kadaver ausfindig zu machen. Im selben Jahr wurde Racing erstmals wieder Meister.“ (Danke an mars!)
  • Platz 2: Dundee, Schottland – 282 Meter
    Tannadice Park und Dens Park. Nicht verifiziert, aber es stimmt vermutlich: „the two closest professional football grounds in the world.“

„Was mir der Fußball gibt, das kann mir keine Frau geben“

Screenshot "DSF Reportage - Die Groundhopper"

Screenshot "DSF Reportage - Die Groundhopper"

Wenn de sowatt siehs, datt isssss… wie gesacht, dassss… phänomenal. Sowatt gibbet bei uns in Deutschland gar nich mehr. So ne… so ne Absperrung zum Spielfeld. Also… einfach nur gigantisch. Kann ich gar nichts zu sagen vor allen Dingen… hier in der Scheschei das ist einfach nur geil.

Es gab Zeiten, da wiederholte unser Lieblingsspartensender die „DSF Reportage – Die Groundhopper“ quasi täglich in seinem Nachmittagsprogramm. Doch mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden um Jens-Uwe, Tom, „Junior“ Marcel und ihren Abenteuern.

Leider. Denn neben der Liebeserklärung (s. obiges Zitat) von „Nachwuchshopper“ Marcel an einen grünen Zaun, noch mehr unfreiwilliger Komik und dem dsf-typischen Geschwafel wirft dieser Film in seltenen Momenten tatsächlich einen authentischen Blick auf die Lebenswirklichkeit jener Sportfreunde, die an 52 Wochenenden im Jahr dem Fußball hinterher reisen.

Da hätten wir also nächtliche Tankstellenaufenthalte mit schlecht frisierten Gestalten, kurzfristig verlegte Spiele, den unvermeidlichen Umbro-Pulli oder natürlich auch schlecht frisierte Gestalten, die „sich schonmal besser geben, als man eigentlich ist“.

Bliebe noch zu klären, was die nichts zum Thema beitragenden Einspieler von Ebby Kleinrensing und seinen „Notts“ (eigentlich „Lads“) in diesem Machwerk zu suchen haben. Aber vermutlich ist Irren einfach menschlich. In diesem Sinne: Prostěvic oder Prostějov, hauptsache nen schönen scheschischen Grillschinken.

Und deshalb: Unbedingt „mal ne Konzession an die Leute machen“ und sich die knapp 23-minütige „DSF Reportage – Die Groundhopper“ zu Gemüte führen.