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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2015, 20:03 Uhr

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DFL-Supercup in China? Scheiß der Hund drauf

Anfang/Mitte der 90er war Fußball out und die NBA in meiner Altersklasse (Jahrgang ’78) irre populär. Der Auftritt des Dream-Teams in Barcelona hallte noch nach, die Bulls verzauberten die komplette Sportwelt und mit Detlef Schrempf mischte sogar ein richtig guter deutscher Spieler in der besten Basketball-Liga der Welt mit. Das 1993 entstandene DSF berichtete – ein im Pre-Internetzeitalter wesentlicher Faktor – regelmäßig live und in Magazinform.

Dann gewinnt, wie ein Wink des Schicksals, auch noch die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes völlig überraschend den Titel bei der Europameisterschaft 1993. In der Münchner (zwinkerzwinker…) Olympiahalle. In Person von Henning „Flying“ Harnisch stand sogar der potentielle Posterboy für Sport Bild und Bravo Sport parat.

Um das Ganze mal abzukürzen: Dieser Zeitraum (etwa 1993 bis 1995) hätte sich perfekt geeignet, um ein Basketball-Retortenprojekt aus dem Boden zu stampfen.

2010, mindestens 15 Jahre zu spät, kommt Bayern-Manager Uli Hoeneß tatsächlich auf die grandiose Idee, Basketball mit dem Label „FC Bayern“ in die Erstklassigkeit zu hieven. Ein Unterfangen, das mit einer geradezu lächerlich gut besetzten und quersubventionierten Mannschaft auch problemlos gelingt.

In der 1. Liga (BBL) angekommen muss man trotz großzügiger Unterstützung durch den Haussender Sport 1 allerdings recht schnell feststellen, dass selbst in einem Basketball-Schwellenland der Sprung an die absolute Spitze nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen ist. Zur Ernüchterung angesichts des eigenen Ausscheiden im Play-Off-Viertelfinale gesellt sich außerdem die vermeintliche Unbezwingbarkeit des aktuellen Serienmeisters aus Bamberg.

Die Claims in der BBL scheinen also mittelfristig abgesteckt und hier drängen sich meines Erachtens deutliche Parallelen zu einem momentan durch den „Blätterwald rauschenden“ (jaja) Geistesblitz auf, der diesen Text als Beitrag in einem Fußball-Blog qualifiziert:

Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, regte vor wenigen Tagen medienwirksam eine zukünftige Austragung des DFL-Supercups in China an. Tatsächlich stammt aber auch diese Idee vom bekennenden Internetausdrucker aus Ulm, der sich bereits im Januar diesen Jahres ganz ähnlich wie Seifert äußerte.

„Am Ende des Tages“ werden die Lockrufe der asiatischen Märkte eben auch am Weißwurst-Äquator gehört. Blöd nur, dass diese schon vor Jahren David Beckham, Barca, Real und ein halbes Dutzend Premier-League-Clubs unter sich aufgeteilt haben. Jene Kaste globaler Fußball-Blue-Chips eben, gegen die selbst der zugegebenermaßen einzige heimische Verein mit internationaler Strahlkraft nicht anstinken kann.

Und auf diesem weitestgehend gesättigten Markt möchten DFL und der FC Bayern also in die letzen noch unbesetzten Nischen kriechen – mit einem Spiel, das schon zu Hause keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockt? Ein Unterfangen, das nur unwesentlich weniger hilflos als die schon jetzt legendäre China-Werbetour von Arminia Bielefeld und Energie Cottbus wirkt.

So verabscheuungswürdig diese Form des Sportkulturimperialismus auch ist: Wenn dadurch Bundesliga-Anstoßzeiten der Güteklasse „12 Uhr mittachs“ und eine noch stärkere Zerstückelung der Spieltage verhindert werden, soll der Sack Reis unter den Vereinswettbwerben meinethalben in China oder sonstwo umfallen.

Verbraucherinformation

Es gibt viele Webseiten im Internet, wo man auf verschiedene Disziplinen des Sports wetten kann. Bwin bietet Informationen und Tipps für einzelne Spiele und diverse Sportarten.

Wie Spielplanhexer aus Fehlern lernen

Kalender: Wird schon schiefgehen

Samstag, 16.05.2009:
3. Liga, 37. Spieltag
13:30 Uhr: Werder Bremen II – Stuttgarter Kickers
1. Bundesliga, 33. Spieltag
15:30 Uhr: Werder Bremen – Karlsruher SC

Stuttgarter und Karlsruher, Württemberger und Nord-Badner, die mögen sich einfach nicht besonders. Sollte sich eigentlich auch bis nach Frankfurt herumgesprochen haben. Nun waren damals aufgrund des bereits feststehenden Abstieges nicht allzu viele Kickers-Fans in den Norden mitgereist, so dass es wohl  zu keinen größeren Scharmützeln kam, als einige KSC-Anhänger vor Anpfiff der Erstligapartie „am Gästeblock vorbeigeschaut haben“. Glück gehabt.

Doch dieses sicherheitstechnische blaue Auge hat den Kommandozentralen von DFB und DFL keinen Erkenntnisgewinn beschert. Anders sind diese Ansetzungen jedenfalls nicht zu erklären:

Samstag, 08.05.2010:
3. Liga, 38. Spieltag
13:30 Uhr: Werder Bremen II – Erzgebirge Aue
1. Bundesliga, 34. Spieltag
15:30 Uhr: Werder Bremen – Hamburger SV

Selbst wenn es für den HSV am letzten Spieltag um nichts mehr gehen sollte, werden natürlich trotzdem Tausende Hamburger den Weg zum Nordderby antreten. Aue ist momentan Tabellenführer der 3. Liga, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Veilchen just in der Hansestadt den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern werden.

Nun herrscht keine bekannte Rivalität zwischen Aue und Bremen respektive Hamburg, dennoch dürfte die Polizei wenig erpicht darauf sein, gleich drei große Fangruppen trennen zu müssen. Da sich die Spielstätte der Werder-Reserve aber dummerweise direkt auf dem Gelände des Weserstadions befindet, wurde die Drittligapartie vorsorglich in den Stadtteil Oberneuland verlegt.

Dort trägt gewöhnlich der FC Oberneuland seine Heimspiele in der Regionalliga Nord aus. Der „Sportpark am Vinnenweg“, der mit 5.050 Plätzen so gerade eben die Vorraussetzungen für die 4. Liga erfüllt, ist aber eigentlich deutlich zu klein für die höchste DFB-Spielklasse:

Zuschauerkapazität des Stadions von mehr als 10.000 Plätzen, davon mindestens 2.000 Sitzplätze.

Aber der DFB wäre aber nicht der DFB, wenn er für die zweiten Mannschaften nicht noch eine Sonderregelung aus dem Hut gezaubert hätte:

Für 2. Mannschaften der Lizenzligen: Zuschauerkapazität des Stadions von über 5.000 Besucherplätzen;

Und die 5.000er-Marke wird von der schnuckeligen Stadtteil-Arena ja um genau 50 Plätze übertroffen. Alles klar also? Nicht ganz:

Benennung Ausweichstadion für Spiele mit erhöhtem Zuschaueraufkommen bzw. Risikospiele.

Und wenn eine lila-weiße Karawane aus dem Erzgebirge kein „erhöhtes Zuschaueraufkommen“ darstellt, was dann? Pech, dass das für diese Fälle als Ausweichstadion benannte Weserstadion bereits anderweitig belegt ist.

Während also immer wieder Vereine vom Aufstieg in den überregionalen Fußball ausgeschlossen oder zumindest unnötig schikaniert werden, weil die Umrüstung ihrer Stadion mit unangemessenen finanziellen Risiken einherginge, setzt sich der DFB hier nonchalant über die selbst gesetzten Anforderungen für drittligataugliche Spielstätten hinweg.

Basisnähe geht anders. Vernünftige Spieltagsplanung erst recht.

Hauptsache, die Quote stimmt

Verstößt das finanzielle Engagement des Dietmar Hopp bei der TSG 1899 Hoffenheim gegen die Regularien der Bundesliga? Hat Hopp mehr Einfluss als erlaubt?

Diese Suggestivfragen feuerte ein mehr oder weniger bekannter Anbieter von Online-Sportwetten am gestrigen Freitag in einer Pressemitteilung ab. Weiter:

Ein Punktabzug für den Aufsteiger im Rahmen einer offiziellen Untersuchung durch die DFL wäre für PartyBets allerdings eine große Überraschung – die Quote ist daher mit 50,00 entsprechend hoch. Und ein Zwangsabstieg der Hoffenheimer ist mit einer Quote von 100,00 fast so wahrscheinlich wie die Entdeckung außerirdischen Lebens auf dem Mond […]

Dem Knüllerangebot war ein Interview von Welt Online mit Hans-Joachim Watzke vorausgegangen. So ganz Unrecht hat der Boss der Gelben mit seinen Aussagen natürlich nicht,  trotzdem sind sie irgendwie putzig. Ist es doch noch nicht einmal vier Jahre her, dass die DFL sämtliche Augen zugedrückt und komplett von Sanktionen gegen einen am Rande der selbstverschuldeten Insolvenz herumpfuschenden Verein Kapitalgesellschaft abgesehen hat. Außerdem dürfte jedem Realo klar sein, dass irgendwelche Untersuchungen nicht einmal ansatzweise den Interessen des Ligaverbandes entsprechen.

Angesichts der Hoppschen Reaktion samt reflexartiger Unterstützung aus der Schneise, einer ereignisreichen Hinrunde sowie dieser grotesken Veranstaltung – bemerkenswertestes Ergebnis: Das unwichtigste Spiel im Rahmen eines absolut belanglosen Events wird im neuen Sinsheimer Schmuckkästchen™ stattfinden – drängen sich doch viel interessantere Spezialwetten auf:

Das DFB-Pokalfinale der Frauen wird ab 2011 nicht mehr in Berlin ausgespielt – neuer Austragungsort?

Zentralstadion Leipzig: 4,00
Staatsbank-Arena Frankfurt: 3,00
Rhein-Neckar-Arena Sinsheim: 1,50
irgendein anderes Stadion: 50,00

Dietmar Hopp wird vom CEO einer nicht unbedeutenden Weltreligion noch zu Lebzeiten für seine Verdienste um die Menschheit heilig gesprochen?

Ja: 1899,00
Nein, aber verdient hätte er es: 1,0000001

Am 20. Spieltag der 1. Bundesliga besiegt Bayer Leverkusen die TSG Hoffenheim auswärts mit mehr als einem Tor Unterschied?

Ø: 5,75

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