Bundesliga-Relegation 2021: Termine, TV & Stadien stehen fest

Relegation 2021Die vielleicht wichtigste Information gleich vorneweg: dieses Jahr werden die Relegation genannten Spiele um Aufstieg in die bzw. Verbleib in der Bundesliga auf keinem „regulären“ TV-Sender übertragen. Die Duelle zwischen dem 16. der 1. und dem 3. der 2. Bundesliga gibt es live exklusiv beim Streaming-Dienst DAZN. Die Aufstiegsspiele zur 2. Liga laufen ebenfalls bei DAZN, parallel aber auch im klassischen Fernsehen im ZDF.

Alle Ansetzungen im Überblick:

Relegation zur 1. Bundesliga

Hinspiel am 26. Mai 2021, 18.30 Uhr (DAZN):
1. FC Köln – Holstein Kiel | (Rheinenergiestadion, Köln)

Rückspiel am 29. Mai 2021, 18 Uhr (DAZN):
Holstein Kiel – 1. FC Köln | (Holstein-Stadion, Kiel)

Relegation zur 2. Bundesliga

Hinspiel am 27. Mai 2021, 18.15 Uhr (ZDF & DAZN):
FC Ingolstadt – VfL Osnabrück | (Audi-Sportpark, Ingolstadt)

Rückspiel am 30. Mai 2021, 13.30 Uhr (ZDF & DAZN):
VfL Osnabrück – FC Ingolstadt | (Bremer Brücke, Osnabrück)

Relegation als Stadionerlebnis?

Ob Fans in die Stadien dürfen, ist derzeit noch nicht 100%ig geklärt. Köln ist mit seiner Bitte, per Ausnahmegenehmigung wenigstens 500 Zuschauer ins Müngersdorfer Stadion lassen zu dürfen, heute allerdings schon gescheitert. Wir stellen euch die vier Spielstätten nichtsdestotrotz auf unserem Youtube-Kanal in einem kurzen Video-Porträt vor:

Infografikmassaker: Zuschauerschnitt Gesamtdeutschland 1952-2019

Wie hätten die Top 10 der Zuschauertabelle in einem virtuellen, nicht-geteilten Deutschland vor und nach Einführung der Bundesliga ausgesehen? So:

Quo vadis, Bundesliga?

Quo vadis Bundesliga

Der FC Bayern München wurde zum 768. Mal in Folge Deutscher Meister. Schalke 04 muss den bitteren Gang in die zweite Liga antreten. Soweit die Fakten. Einige andere Entscheidungen in der diesjährigen Bundesliga-Saison stehen noch aus, wir wagen aber trotzdem schon mal einen Ausblick auf die nahe Zukunft unserer fußballerischen Eliteklasse.

Der für uns als Anhänger der Königsblauen wichtigste Umstand ist freilich der bereits seit Wochen oder gar Monaten feststehende Abstieg des S04. Und wie bereits an anderer Stelle erwähnt: Wir würden uns total auf eine richtige Zweitligasaison mit Zuschauern, ein bis zwei Auswärtsfahrten und vor allem ohne fragwürdige Hygienekonzepten freuen. Aber ob bereits zu Beginn der Saison 2021/22 wieder Zuschauer zugelassen sein werden? Was meint ihr? Wir sind da eher skeptisch, nehmen aber gerne eure Tipps in den Kommentaren entgegen.

Mit Werder, Hertha und dem 1. FC Köln könnten ein oder gar zwei weitere namhafte und „große“ Vereine ebenfalls die 1. Bundesliga nach unten verlassen. Was einerseits die sicherlich vorhandenen Aufstiegs-Ambitionen des FC Schalke schmälern, anderseits natürlich die Attraktivität der Liga noch einmal deutlich steigern würde. Da mit Dynamo Dresden, Hansa Rostock und 1860 München auch von unten sehr reizvolle Teams am Tor des Unterhauses rütteln, könnte man so langsam aber sicher den alten DSF-Slogan von der besten 2. Liga aller Zeiten wieder auspacken.

Deutlich ernüchternder fällt der Blick auf die kommende Spielzeit der ersten Bundesliga aus. Die nächste Meisterschaft des FCB Dynamo erscheint wie eine lästige Pflichtveranstaltung am Horizont. Es wäre die zehnte in Folge. Fraglich ist nur, ob ein Erfolg des Konstruktes aus Leipzig wirklich eine bessere Alternative darstellen würde. Vermutlich ist für die meisten Fans das Abschneiden „ihres“ Vereins aber sowieso wichtiger als Chancengleichheit und ein möglichst ausgeglichener Wettbewerb. Leider.

Um auf das leidige Thema „Corona-Fußball“ zurückzukommen: Spannender als die rein sportlichen Angelegenheiten wird unter Umständen die Frage sein, wie das Verhalten der potentiellen Stadiongänger nach Aufhebung sämtlicher Restriktionen aussehen wird. Werden wir einen Sturm auf die Arenen der Bundesliga erleben? Neue Dauerkartenrekorde? Oder aber werden sich kritische Fans an all die Halbgarheiten erinnern, die DFB, DFL und die Clubs in den vergangenen 15 Monaten so fabriziert haben. Spannend.

„Wir werden einander viel verzeihen müssen“. Ja. Vielleicht. Wie auch in der Politik dürfen diese wohlklingenden Worte nicht zu einem Freibrief für die von Montagsspielen und einer Milliarde Bundesligafanatikern in Asien träumenden Verbände werden. In so manchen Funktionärsköpfen spukt zudem noch das Hirngespenst Superleague herum – ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Stabilität und das Funktionieren der nationalen Ligen. Also: quo vadis, Bundesliga? Wir jedenfalls wissen darauf keine definitive Antwort. Schau mer mal.

Betr.: Aufstiegsfeier RBS Leipzig – Fragen an den MDR

Diese sieben Fragen gingen soeben per Fax an die Pressestelle des Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) mit Sitz in Leipzig raus:

1.) Mitglieder der Rock-Band Silly traten in Trikots anderer Fußball-Vereine auf. Daraus resultierende Nachfragen hat Sängerin Anna Loos gemäß Bild.de folgendermaßen beantwortet: „Der MDR hat uns zu einem Fußballfest für die ostdeutschen Clubs eingeladen. Also haben wir verschiedene Trikots von Vereinen angezogen, denen wir von unserer Herkunft her nahe stehen.“

Ist diese Aussage von Frau Loos zutreffend?

a) Falls ja: Wurde so versucht, die Veranstaltung auf eine Ebene mit größerer gesellschaftlicher Relevanz zu heben?

2.) Wer hat diese Veranstaltung organisiert?

3.) Wer kommt für die Kosten dieser Veranstaltung (Planung, Mietausgaben, Genehmigungen, Entsorgung, Sicherheit, Show-Acts, etc.) auf?

4.) Sehen Sie die nach § 7 Abs. 3 des RStV geforderte strikte Trennung von Werbung und Programm angesichts der Bereitstellung einer derartigen Plattform für einen Getränkehersteller noch als gewährleistet an?

5.) Mehrere explizit auf Ihrer Webseite als Journalisten porträtierte Mitarbeiter traten im Laufe dieser Veranstaltung als euphorisierte Präsentatoren in Erscheinung – wie schätzen Sie die Gefahr zumindest eines partiellen Verlustes der journalistischen Unabhängigkeit in Bezug auf RBS Leipzig ein?

6.) Welche über den reinen Nachrichtenwert („Etwa {Anzahl} Menschen feiern den 2. Tabellenplatz eines unterklassigen Sportteams.“) hinaus reichende Tragweite rechtfertigt die mehrstündige Live-Übertragung dieser Veranstaltung?

7.) Wie beurteilen Sie die Ausgewogenheit Ihrer Sportberichterstattung unter der Prämisse „Fußball & Wintersport vs. alle anderen Sportarten“?

Update – die heutige Antwort der MDR-Presseabteilung:

Zu Kosten und Organisation bitte den Veranstalter RB Leipzig fragen. Der MDR hat das TV-Signal produziert, berichtet und sich um die Akquise der Bands gekümmert. Ein Briefing zur „Kleiderordnung“ für die Künstler gehorte nicht dazu.
Es war die Aufstiegsfeier von RB Leipzig, aber das MDR-Engagement ist breiter: „Sport im Osten“ hat auch die Aufstiege von Dresden und Aue umfangreich begleitet.
Viele tausende Menschen im Sendegebiet haben sich gefreut, dass nach mehr als 22 Jahren wieder ein sächsisches Fußballteam in der Bundesliga spielt. Einen Verstoß gegen die Trennung von Programm und Werbung oder einen Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht bei der Berichterstattung sieht der MDR nicht.
Beim Sport setzt der MDR nicht nur auf die populärsten Sportarten, sondern deckt ein breites Spektrum ab: Handball und Volleyball gehören genauso dazu wie Eishockey oder Boxen.

– Die Presseabteilung des MDR via Kurznachrichtendienst Twitter

#BILDnotwelcome

Zuletzt aktualisiert: 17.09.2015, 20:03 Uhr

BILDnotwelcome

Artikel

Blogtexte

Fühlt sich jemand vergessen? Melden!

Statements von Vereinen

Legende: Teilnahme an Bild-AktionAbsage – keine eindeutige Aussage

Tweets


Betr.: #Torlinientechnik

Relativ wahllos gesammelte Twitter-Stimmen zur heute beschlossenen Nichteinführung der Torlinien-Technologie in der Bundesliga. Das Meinungsbild erscheint doch erstaunlich uneinheitlich.

Ein schlaghosenförmiger Fleck auf der persönlichen Fußballlandkarte

Na klar, dass Bazis und Fohlen das Jahrzehnt dominiert haben, ist bekannt. 1970 als das Jahr des ersten Mönchengladbacher Titels bekomme ich auch noch auf die Kette. Aber die genaue Verteilung der Meisterteams während der zehn Spielzeiten der 70er? Keine Chance. Von den Ergebnissen in Europapokal- und exotischeren Wettbewerben ganz zu schweigen.

Warum ist das so? Wieso lässt mich das Fußballgeschehen einer kompletten Dekade so kalt?

Mit anderen Phasen der bundesdeutschen Fußballgeschichte pflege ich hingegen einen völlig anderen Umgang. Ich verschlinge jedes Informationsfitzelchen über die Oberliga West, auch die Anfangsjahre der Bundesliga üben in ihrem kunterbunten Schwarz-Weiß eine große Faszination auf mich auf.

Nur wenige Stunden Selbstreflexion später springt mich ein Deutungsversuch förmlich in Olli-Kahn-Manier an: Die Alltagskultur, die Meme, die Themen der 70er sind für mich nicht greifbar. Ihnen geht gleichwohl der geheimnisvoll-historische Dunst der Nachkriegszeit ab – und sei es nur, weil ich (Jahrgang 1978) diese Epoche zumindest auf dem Papier noch in Nuancen miterlebt habe.

An die 80er wiederum kann ich mich noch ziemlich gut erinnern. Damals fand außerdem meine fußballerische Sozialisation (wer einen weniger überkandidelten Ausdruck kennt – her damit!) statt. Vor dem Fernseher und auf dem Platz.

Soweit die Theorie. Vielleicht liegt mein Desinteresse aber auch einfach nur daran, dass der Fußball der 70er ganz furchtbar anzusehen ist. Langsam, einschläfernd, ohne Dynamik. Wenn die ballführende Mannschaft ohne jede Gegenwehr bis fünf Meter vor den gegnerischen Strafraum spazieren kann, ist das nicht die Sportart, welche allen aktuellen Problemen zum Trotz zurecht als beliebteste der Welt gilt.

Wer mit dieser These spontan nichts anzufangen weiß, möge sich einfach mal Spiele der WM 1970 in kompletter Länge zu Gemüte führen. Furchtbar, wie gesagt.