Weltelf

Heinz Kamke hat mal wieder ein nettes Stöckchen ins Blogosquarium geschmissen. Und wie wir Pawlowschen Seehunde eben so sind, musste ich auch danach tauchen. Bitte sehr:

Tor

  • Tim Wiese

Abwehr

  • Phillip Lahm – nicht wegen seines dämlichen Kinderbuches, nein, die Nähe zur Foto-Zeitung und sein generell csu-eskes Auftreten reichen völlig aus
  • Jürgen Kohler – ein wandelnder Ellenbogen mit bescheuertem mannemer Dialekt
  • Christian Wörns – ein wandelnder Ellenbogen mit bescheuertem mannemer Dialekt

Mittelfeld

  • Roy Keane – wer absichtlich Gegenspieler kaputt tritt hat es einfach nicht verdient, retrospektiv das Attribut „Kultspieler“ angeheftet zu bekommen
  • Marian Hristov – die Nebelschwalbe
  • Marko Marin
  • Der Pate eines Schabrackentapirs
  • Diego (der Unechte) – selten hat der Fußballgott so viel Talent falsch verteilt

Sturm

  • Ronaldo (der Unechte) – siehe Diego
  • Marcelinho

Trainer

  • Michael Henke – dieser Kerl ist vermutlich schon als dauerreklamierender Co-Trainer im Windschatten Ottmar Hitzfelds auf die Welt gekommen

 

Überraschend viele aktuelle bzw. vor kurzem noch aktive Spieler dabei. Den Kempen von früher begegne ich offenbar mit einer gewissen Altersmilde.

Atzenfußball

1. Bundesliga – 09/10
FC Schalke 04 – Hertha BSC
2:0 (0:0)

06.12.09, V.-Arena (Gelsenkirchen)
60.81 Zuschauer (ca. ??? Gäste)

Wieso hat eigentlich das legendäre Betradar nicht angeschlagen, als Jaroslav Drobný bereits Millisekunden nach dem Kopfball Kuranyi per „High Five“ zum 100. gratuliert hat? Soo, damit wäre der Sprung (eng: hop) vom durch einen vermeintlichen Wettskandal geplagten Oberhausen nach Gelsenkirchen bereits geschafft.

Ich hätte mich natürlich auch an Gábor Király aufhängen können, der früher bei Hertha das Tor hütete und eben genau das aktuell bei 1860 zu tun pflegt. Noch naheliegender wäre es, die Bundesligasaison 65/65 ins Feld zu führen – Les lions champion, Berlin huit points. Oder einfach die S2 nehmen und dann in die 302 umsteigen.

Fünf mickrige Pünktchen hat Hertha im bisherigen Saisonverlauf gesammelt und auch in auf Schalke kam kein weiterer hinzu. Die Ursache ist schnell gefunden: Diese Truppe hat einfach kein Bundesligaformat. Das mag nun sehr boulevardesk klingen, aber wer Patrick Ebert am Sonntagabend beobachten durfte, weiß was ich meine.

Da segelte ein uninspirierter Ball nach dem anderen mit der Genauigkeit einer abgesägten Schrotflinte  derart in die ganz freien Räume, dass man sich unweigerlich fragen musste, wie der Bursche sein Lieblingshobby unfallfrei ausüben kann. Immerhin schreiben die strengen Regularien des ISVMDC* ein exaktes Abtreten der Sportgeräte vor.

Die alte Dame pfeift augenscheinlich aus dem letzten Loch. Worauf dürfen die Hauptstädter in den verbleibenden 19 Spielen also noch hoffen? Gut, hinten drin steht ein solider Schlussmann und Raffael ist sogar ein richtig Guter. Aber sonst? Geld für spektakuläre Neuzugänge wird wohl eher keines da sein, sonst hätte man die Leistungsträger der vergangenen Saison auch gleich halten bzw. gleichwertig ersetzen können. Vielleicht reicht es ja wenigstens für die dufte Siegertype Marcelinho.

Auf die Fähigkeiten ihres Übungsleiters sollte man bei Hertha indes eher nicht bauen. Die Selbstgefälligkeit die Funkel in Fernsehinterviews nach Spielende ausstrahlte, suchte jedenfalls ihresgleichen. Klar, Schalke hätte ohne das angebliche Abseitstor (das auch in der drölfzigsten Kameraperspektive nach gleicher Höhe aussah) nie und nimmer den Führungstreffer erzielt. Dabei vergisst der Taktikfuchs aus Neuss allerdings, dass seine Klassemannschaft auch mit 19 torlosen Unentschieden am Stück sang- und klanglos die Liga nach unten verlassen würde.

Andererseits gibt das Restprogramm berechtigten Anlass zu feuchten Sechs-Punkte-Phantasien. Gegen Leverkusen und auswärts in München… klingt absolut machbar. Abstiegskampf ist hart, Absteigen ist hertha.

 

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* International Side View Mirror Destruction Council