Der FC Augsburg ist noch nicht in der 1. Bundesliga angekommen

Auch 474 Tage nach der Premierenpartie scheint man sich in der Stadt der aufgehenden Fugger standhaft gegen den Wahnsinn des Erstligafußballs zu wehren. Zumindest lädt der Quelltext der Startseite von fcaugsburg.de zu derartigen Vermutungen ein:

Keywords fcaugsburg.de // Stand: 22.11.2012, 14:01 Uhr

 

Flach spielen, hochsterilisieren

Es ist mal wieder Zeit, mit einem der großen popkulturellen Mythen der Fußballgeschichte aufzuräumen. Ihr müsst jetzt ganz stark sein: Es war nicht Bruno Labbadia, der uns den wunderbaren Neologismus „Hochsterilisierung“ geschenkt hat. Bernd Hoss, damals Trainer bei Blau-Weiß 90, kannte bereits in der Saison 84/85 diese ganz besondere Form der Entkeimung:

Ob Hoss – hier ist Nomen zur Abwechslung wirklich mal Omen – nun tatsächlich der Vater dieser Wortschöpfung war, vermag ich nicht zu sagen. Er bestärkt mich aber zumindest in der vagen Erinnerung, den Ausdruck bereits vor Brunos legendärem Statement schon aus dem ein oder anderen Reportermund vernommen zu haben.

Das Spielfeldinterview ist übrigens nur der Schlussteil einer auch in seiner Gesamtheit wirklich sehenswerten Zusammenfassung einer Zweitliga-Partie zwischen eben jenem Blau-Weiß 90 und Hertha BSC. Ein echtes Berliner Derby also, wie es vielleicht nächste Saison in leicht veränderter Konstellation wieder stattfinden wird.

Fankultur in den 90ern: „Attacke – Du gehst immer wieder hin“

Unser neues Lieblings-Video-Portal Vimeo hat mal wieder eine echte Perle an den Blogstrand gespült:

Die Spielzeit 93/94 war die bislang letzte, die der Wuppertaler SV in der 2. Bundesliga verbringen durfte. Wie es der Zufall so wollte, war es diese Abschieds- und Abstiegssaison, die Volker Hoffmann zu einem 45-minütigen Dokumentarfilm verarbeitete: „Attacke – Du gehst immer wieder hin“.

Der Wuppertaler Filmemacher lässt darin so ziemlich jede Stimme rund um das Stadion am Zoo zu Wort kommen – den politisch denkenden Fanzinemacher, eher einfach gestrickte Fanclubmitglieder in Kutte, den „szenekundigen“ Polizeibeamten, trinkfreudige Allesfahrer, den Ordner, die Mecker-Rentner, vermummte Hools mit verzerrten Stimmen oder den juvenilen Schnösel auf der Haupttribüne etc. pp. Dadurch wirkt der Film zwar manchmal ein wenig reißbrettartig, bildet auf der anderen Seite allerdings eben auch ein großes Spektrum an Meinungen, Eindrücken und (Fan-)Lebenswirklichkeiten ab.

Bitte sehr:

Hertha BSC: Bayern München verliert Status als östlichster Erstligist

Dieter Hoeneß, die offen zur Schau gestellte Gesinnung einer Vielzahl Deiner Anhänger, Basti Fantasti, Europapokalspiele gegen attraktive Gegner vor leeren Rängen, „Play Berlin“ und Alex Alves im weißen Pelzmantel – ja Hertha, Anfang dieses Jahrtausends hast Du ein geradezu bemitleidenswertes Bild abgegeben. Wie ein völlig außer Kontrolle geratenes Marketing-Planspiel an der Rütli-Schule.

Den Abstieg haben Dir deshalb viele gegönnt. Ich gehörte dazu.

Jetzt hast Du Dich also wieder zurück ins Oberhaus geschleppt und die Paderboringness der 2. Liga hinter Dir gelassen. Nach einem Jahr mit guten Zuschauerzahlen gegen oft unattraktive Gegner. Obwohl Du auf halber Treppe etwas geschwächelt und von Union im Derby einen Denkzettel verpasst bekommen hast.

Herzlichen Glückwunsch und willkommen zurück, liebe Hertha! Die Zweitliga-Narben stehen Dir, glaube ich, ganz gut.

Derby-Impressionen: Hertha BSC – Union Berlin

Aus Zeitmangel gibt es keinen Bericht und nur einige verspätete Fotos vom Berliner Derby-Wochenende. Schön war’s. Und wenn man bedenkt, dass ein Aufstiegsplatz kraft DFL-Statuten ja bereits fix an den VfL Bochum vergeben ist, muss das zweite auch nicht das letzte Pflichtspiel zwischen Hertha und Union gewesen sein.

2. Bundesliga, 2010/11, 21. Spieltag

Hertha BSC – 1. FC Union Berlin 1:2 (1:1)

1:0 Hubnik (13., Kopfball, Mijatovic)
1:1 Mosquera (37., Linksschuss, Stuff)
1:2 Mattuschka (71., direkter Freistoß, Rechtsschuss)

Video:

…und Fotos:










Verzwickte Dreiecksgeschichte

Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern sind nicht nur unsere Vorzeige-Bundesländer schlechthin, sondern auch die Schauplätze eines höchst sonderbaren Dreikampfes. Wo sich Saumagen und Broiler „gute Nacht“ sagen, scheint in der aktuellen Zweitligasaison ein besonders wirksames Zielwasser ausgeschenkt zu werden: 31 Tore in 6 Spielen sind schon eine Hausnummer. Den würdigen Schlusspunkt setzte Hansa Rostock am Tag der Arbeit mit einem tüchtigen 5:1 über den FCK.

Die Ergebnisse im Überblick:

1. FC Kaiserslautern – FC Hansa Rostock    6:0
FC Hansa Rostock – 1. FC Kaiserslautern    5:1

FC Hansa Rostock – TuS Koblenz    9:0
TuS Koblenz – FC Hansa Rostock    1:1

TuS Koblenz – 1. FC Kaiserslautern    5:0
1. FC Kaiserslautern – TuS Koblenz    2:1

Die Abschlusstabelle:

1. FC Hansa Rostock 7 Punkte 15:8 Tore
2. 1. FC Kaiserslautern 6 Punkte 9:11 Tore
3. TuS Koblenz 4 Punkte 7:12 Tore