Stadion-Quartett

Heute mal ein nette Geschichte aus der Kategorie „Abseits des Abseitigen“:

Während in Gelsenkirchen drei Mal die gleiche Haupttribüne existiert (1, 2 und 3), wurden im im (argh!) südlichen Afrika gelegenen Botswana gleich vier nahezu identische Stadien in die Pampa Dorn- und Grassavannen gesetzt.

Ob in Masunga,

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Maun,

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Molepolole

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oder Serowe

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– die örtlichen Leichtathletikarenen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Es existiert sogar ein Mustermietvertrag (PDF), der bis zu einem gewissen Grad sicher als Erklärung für diese architektonische Monotonie dienen kann.

Zugegeben: Der daraus resultierende Erkenntnisgewinn hält sich irgendwie in Grenzen, mein Nerd-Ich feiert dieses Fundstück allerdings aufs Heftigste.

Aufgeschnappt bei unserem weltbesten Stammkommentator und Statistik-Großmeister torf.

Unbekanntes zur WM 2006

War mir auch noch nicht bewusst: Die Fernsehübertragung von abendlichen Fußballspielen in HD stellt aufgrund lichthungriger Objektive höhere Anforderungen an die Flutlichtausstattung der Stadien. Details dazu findet man auf dieser auch ansonsten sehr interessanten Seite über Video- und Filmformate:

In Deutschland ging die Fußball WM 2006 bereits zu Ende. Die Stadien wurden auf HDTV getrimmt, auch da die USA & Japan auf diesem Standard bestehen. Lichttechnisch bedeutet das eine leistungsmäßige Steigerung zu bestehenden Anlagen. HDTV verlangt nach mind. 1500, besser 1800 LUX Flutlicht. Im Falle des Nürnberger Frankenstadions haben die 472 Flutlichtlampen mit je 2000 Watt an vier Masten knapp ein Megawatt Leistung. Für Standard-TV reichen meist 700-1000 LUX.

DFB stellt Verfahren gegen „Mitarbeiter“ von 1899 Hoffenheim völlig zurecht ein

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat mit Zustimmung des DFB-Sportgerichts das Ermittlungsverfahren eingestellt, das gegen einen Angestellten des Vereins 1899 Hoffenheim nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 13. August 2011 eingeleitet worden war.

Eine logische, eine richtige Entscheidung. Schließlich legt doch Punkt 14 der Stadionordung der Hoffenheimer Rhein-Neckar-Arena eindeutig fest:

Verbote

[…]

– mechanische und elektrisch betriebene Lärminstrumente – der Betreiber behält sich Ausnahmen vor

Tja, so einfach ist man aus dem Schneider.

Verboten sind gemäß Punkt 14 übrigens auch…

– sperrige Gegenstände wie Leitern, Hocker, Stühle, Kisten, Reisekoffer;

[Ausnahme (Anm. d. Red.): selbstgebaute Hochfrequenztöner auf Bollwerwagenbasis.]

…oder:

– Tiere

[Ausnahme: Currywürste.]

Damit ist ja alles tacko.

 

Halt, einen Moment – es gibt ja noch die Durchführungsbestimmungen des DFB, die unter anderem „Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesspielen“ enthalten. Sollten in diesem für jedermann im Internet abrufbaren Regelwerk nicht vielleicht doch Grundsätze finden lassen, die durch die mehrfache und angeblich nicht mit dem Stadionbetreiber abgesprochene Inbetriebnahme eines selbstgebauten, strombetriebenen Hochfrequenztöners durch einen autark handelnden Vereinsmitarbeiter verletzt werden?

Bitte bilden Sie sich selbst eine Meinung. Folgende Textauszüge stammen einheitlich aus erwähntem Abschnitt 3. „Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesligaspielen“ der DFB-Durchführungsbestimmungen:

Seite 97, § 13 Beschallungseinrichtungen

Absatz 3. Im Stadion eingesetzte mobile Beschallungsanlagen müssen sowohl vom Stadionsprecher als auch über die Vorrangschaltung der Polizei abgeschaltet werden können

[…]

Seite 98, § 17 Grundsatz

Der Verein ist verpflichtet, alle organisatorischen und betrieblichen Maßnahmen zu treffen, die geeignet und erforderlich sind, Gefahren für die Platzanlage, die Zuschauer und den Spielbetrieb vorzubeugen sowie diese bei Entstehen abzuwehren.

[…]

Seite 104f, § 26 Ordnungsdienst

Absatz 10, wesentliche Aufgaben des Ordnungsdienstes

– Zugangs- und Anfahrtskontrollen an der äußeren und inneren Umfriedung des Stadions sowie an nicht allgemein zugänglichen Bereichen

[…]

– Wegnahme, Lagern und gegebenenfalls Wiederaushändigen von Gegenständen, die nach rechtlichen Vorschriften oder nach der Stadionordnung nicht mitgeführt werden dürfen

[…]

– Meldung sicherheitsrelevanter Sachverhalte an die Polizei, an die Rettungsdienste, an die Feuerwehr und an andere betroffene Institutionen […]

Die Fundstücke sind das Ergebnis einer semi-intensiven, zehnminütigen Suche in eben jenem PDF. Sicherlich lassen sich weitere Unklarheiten und mögliche Verstöße finden. Uns persönlich reicht das aber schon aus, um eine Nachfrage per elektronischem Brief an den Deutschen Fußball-Bund zu richten. Wer das ähnlich sieht, sollte es uns gleichtun, das Faxgerät oder den Rechner anschmeißen und den DFB „mit Protestnoten überschwemmen„.

Sonntagsschuss: Flo und Rüde grüßen Peter

Die Sportfreunde Stiller gehören zwar nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbands, für diese Art der Frotzelei unter prominenten Fußballfans kann ich mich aber durchaus begeistern:

Plakat Sportfreunde Stiller

Gegrüßt hatte der blaue Teil der Kapelle übrigens 2005, als 1860 für eine – und vermutlich auch letzte – Saison ins Grünwalder Stadion zurückgekehrt war.

Fotos: Stadion Strahov in Prag – das größte Stadion der Welt

Bereits die reinen Daten sind beeindruckend: Bei einer Innenraumfläche von 310,5 x 202,5 Metern bot das Strahov-Stadion Platz für bis zu 250.000 Zuschauer. 1926 eröffnet waren es vor allem Massenveranstaltungen wie die Spartakiaden, die Hundertausende auf den Petřín-Berg im namensstiftenden Staddteil Strahov lockten.

Und auch von außen betrachtet wirkt die Anlage gewaltig, noch dazu im direkten Vergleich mit dem sich nebenan befindlichen und ebenfalls Strahov genannten Stadion Evžena Rošického. Wie bei vielen Gebäuden werden die wahren Dimensionen dieses Ungetüms aber wohl erst aus der Vogelperspektive wirklich deutlich:

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Momentan wird das Stadion nicht oder nur selten für Sportveranstaltungen genutzt. Im Innenraum hat Sparta Prag seine Geschäftsstelle sowie ein Trainingszentrum mit acht Fußballfeldern errichtet, davon sechs in Standardgröße. Das letzte große Konzert war der Auftritt von George Michael im Jahr 2007. Seitdem verfällt das Stadion zusehends. Konkrete Pläne, wie das einzigartige Monument erhalten werden kann, existieren wohl nicht.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Abwehr ist die beste Verteidigung

Eigentlich war der FK Dukla Praha längst im Heute einer marktwirtschaftlich orientierten Tschechischen Republik angekommen. Da nach Ende des kommunistischen Regimes die finanzielle Unterstützung des selbigen fehlte, sah sich der einstige Armeeklub genötigt, mit einem anderen Verein zu fusionieren. So kam es, dass die 1. Mannschaft 1997 ins mittelböhmische Kaff Pribram quasi zwangsversetzt wurde.

Der ein Jahr darauf gegründete Nachfolgeverein wird momentan aber von seiner Vergangenheit eingeholt. Zwar gelang dem „neuen“ FK Dukla 2011 die Rückkehr in die 1. Liga – doch was eigentlich nichts außer ein Grund zur Freude sein sollte, brachte auch Probleme mit sich: Das Dukla-Stadion Juliska entspricht nicht mehr so ganz den Anforderungen der höchsten Spielklasse.

Nachdem man die Saison noch in der angestammten Spielstätte gestartet hatte, ist diese seit kurzem wegen der notwendigen Umbauarbeiten gesperrt. Die riesige Haupttribüne etwa bekommt uefa-konforme Sitze, außerdem wird ein neuer Rasen samt Heizung verlegt. Da Stadion und Grundstück noch immer Eigentum des Verteidigungsministeriums sind, gestaltet sich die Renovierung allerdings weitaus komplizierter, als dies bei einem städtischen oder vereinseigenen Stadion der Fall wäre.

Passierschein A38

So lässt Dukla-CEO Michal Šrámek besorgte Anhänger per Pressemitteilung wissen, dass die Renovierung der Zuschauerränge gute Fortschritte mache. Die Arbeiten an der Spielfläche würden sich allerdings verzögern, da hierfür eine andere Art von Genehmigung duch das Ministerium notwendig sei, die bislang noch nicht erteilt wurde.

Bis es soweit ist, beziehungsweise bis zum Abschluss aller Baumaßnahmen, nutzt der elffache Landesmeister Prags stadiontechnische Alzweckwaffe. Dukla ist das neunte Team in den vergangenen zehn Jahren, das Heimspiele im Stadion Evžena Rošického (auch als Strahov bekannt) austrägt. Kleiner Trost für die Fans: Aufgrund der umzugsbedingten Unannehmlichkeiten verzichtet der Klub im Exil auf die Erhebung von Eintrittsgeldern.

Sonntagsschuss: Concrete Monster

Aus einer Zeit, als die Fassaden von Fußballstadien noch nicht mit jedem Quadratzentimeter „Saubere Unterhaltung für die ganze Familie“ geschrien haben.

Wer dieses Betonmonster erkennt, dem spendier‘ ich außerdem ein Spezi (ohne Eis).