Jimmy Grimble: Bleeding Red

Der wunderbare Jugendfilm There’s Only One Jimmy Grimble hat hierzulande leider nie größere Bekanntheit erlangt. Was unter anderen daran abzulesen ist, dass ihm seit Veröffentlichung im Jahr 2000 gleich zwei deutsche Titel spendiert wurden. Wer Nur Mut, Jimmy Grimble im Fernsehen gesehen hat, sollte sich also nicht wundern, wenn er Fußball ist sein Leben: Jimmy Grimble im DVD-Regal entdeckt.

Der Film erzählt eine typische Außenseitergeschichte mit Working-Class-Touch. Jimmy (City-Fan) wird von seinen Kameraden in der Schulmannschaft (United, na klar) so lange gemobbt, bis er an ein Paar Wunderfußballschuhe gerät und mit diesen alten Botten das Team der Greenock Highschool bis ins Finale des U-16-Schulpokals von Manchester führt.

Spoiler:

Natürlich gewinnt Greenock das dramatische Endspiel nach 0:2-Rückstand noch. Natürlich bekommt Jimmy das Mädchen seiner Träume. Und natürlich sagt unser Held noch im Kabinengang des Maine Road Stadiums dem Scout von Manchester United ab, weil er nur für City spielen möchte.

In Nebenrollen ist mit Robert Carlyle und Ray Winstone die Premier League des britischen Films am Start, die Hauptfigur allerdings wird vom absoluten Newcomer Lewis McKenzie verkörpert. Wirklich außergewöhnlich ist dieser Umstand freilich nicht, dürften 15-Jährige Charakterdarsteller mit jahrelanger Schauspielerfahrung auch auf der Insel eher spärlich gesät sein.

Leider haben sich seit Jimmy Grimble für McKenzie keine nennenswerten Folgerollen ergeben und so sind online nur wenig Informationen über den heutigen Endzwanziger aufzutreiben. Einen Wikipedia-Eintrag etwa sucht man vergebens. Zum Glück gibt es da ja noch twitter:

Im blauen Jimmy steckte also ein roter Lewis. Quite shocking!

Kaiserlicher Protest

Dass die Kaiser Chiefs eine gewisse Affinität zum Fußball besitzen, ist nicht schwer zu erraten. Den Bandnamen hat sich der „Fünfer“ (Musikexpress) aus Leeds schließlich in leicht abgewandelter Form vom elffachen südafrikanischen Meister aus Soweto geborgt.

Einige Bandmitglieder sind zudem Fans von und Dauerkarteninhaber bei Leeds United und in dieser Eigenschaft momentan einigermaßen erbost über Chairman Ken Bates. Seit dem Rauswurf von Cheftrainer Simon Grayson Anfang Februar fordern die „Indie-Rocker“ (Exclusiv – Das Starmagazin) auf Konzerten mit eindeutigen Mitteilungen den Rücktritt des flamboyanten Präsidenten.

Bassist Simon Rix erklärt die Hintergründe:

Leeds‘ Manager Simon Grayson war auf unserem Gig in Llandudno. Er wusste, dass das Team zuletzt nicht gut gespielt hatte, aber er strahlte dennoch Zuversicht aus. Deshalb habe ich meine Dauerkarte erneuert – und dann wurde er gefeuert.

Wir haben „BATES“ auf meinen und „OUT!“ auf den Verstärker von Gitarrist Andrew White geschrieben.

Bates (80) ist – Stand heute – allerdings immer noch im Amt. I predict a riot.

 

Geierpelle

Normalerweise hat dieses Blog nicht den Anspruch, auf die Videos zu verweisen, die auch sonst überall abgefeiert werden. Zu besonderen Ereignissen machen wir aber gerne eine Ausnahme. Thierry Henry ist zurück! Kam, sah und machte dann genau das, für das man ihm bereits zu Lebzeiten ein Denkmal in Nord-London errichtet hat. Der Rest ist Gänsehaut.

Dem Goalkeeper ist nichts zu fair

Tschuldigung. Aber interessant, dass auch der Elfmeter wie viele Neuerungen unter nicht unwesentlichen Akzeptanzproblemen gelitten hat:

When the penalty kick was introduced in 1891 some goalkeepers would refuse to attempt a save, in protest at their team mate’s unsporting behaviour in fouling an opponent to prevent a goal.

Quelle: Bray, Ken: How to Score – Science and the beautiful game, Seite 1

Boy from Brazil

Screenshot: boyfrombrazil.co.uk

Es ist im Prinzip nichts Außergewöhnliches, dass Fans ihren Verein publizistisch begleiten. Diese Behauptung ist allerdings kompletter Unsinn, wenn dies über die Dauer von über einem Jahrzehnt passiert und das Geschriebene sich stets kritisch, humorvoll, distanziert und leidenschaftlich zugleich präsentiert. Das mit den Prinzipien ist ja auch immer so eine Sache.

Seit 1999 berichtete der preisgekrönte Blog Boy from Brazil über die zahlreichen Aufs und noch zahlreicheren Abs von Bradford City. Very british, very lesenswert. Doch damit ist es jetzt – hoffentlich vorerst – vorbei. Nach einem Konflikt mit Chairman Mark Lawn wurde die Seite geschlossen. Scha(n)de.

England C

Das geht über eure Vorstellungskraft: England hat eine C-Nationalmannschaft!

Richtig gelesen, es gibt ein offizielles „England C National Football Team“. Quasi die III. Mannschaft der Three Lions, für die alle (englischen) Spieler unterhalb der League, also des sich aus 1. bis 4. Liga zusammensetzenden Profifußballs, spielberechtigt sind.

Typische Gegner sind A-Nationalmannschaften der Güteklasse Gibraltar oder die U-23-Teams größerer Nationen. Betreut wird das sich hauptsächlich aus Semi-Profis der fünftklassigen Conference rekrutierende Team dabei von einem eigenen Cheftrainer (momentan: Paul Fairclough).

Schöne Sache irgendwie. Wieso scheint es eigentlich so, als würde bei der englischen FA unterhalb der Top-Ligen so ziemlich alles besser funktionieren als beim GröFVaZ, der nicht einmal mehr die Austragung einer landesweiten Amateurmeisterschaft gestemmt bekommt?

LMA – The League Managers Association

Seit 1992 haben die Trainer bzw. respektive Manager der Premiership und der Football League (2. bis 4. Liga) eine eigene Interessensvertretung: The League Managers Association (LMA). Das bedeutet natürlich auch, dass Alphatiere wie Arsène Wenger und Sir Alex gemeinsam mit einer Stimme Lobbyarbeit für ihre Zunft betreiben sollen. Wobei ich mir eine Mitgliederversammlung des imaginären deutschen Pendants mit Otto Rehhagel und Udo Lattek auch ganz amüsant vorstelle. Neid und Missgunst.

Vorsitzender dieses Verbandes ist übrigens üblicherweise der Trainer der Englischen Nationalmannschaft, momentan also Fabio Capello.