Unbekanntes zur WM 2006

War mir auch noch nicht bewusst: Die Fernsehübertragung von abendlichen Fußballspielen in HD stellt aufgrund lichthungriger Objektive höhere Anforderungen an die Flutlichtausstattung der Stadien. Details dazu findet man auf dieser auch ansonsten sehr interessanten Seite über Video- und Filmformate:

In Deutschland ging die Fußball WM 2006 bereits zu Ende. Die Stadien wurden auf HDTV getrimmt, auch da die USA & Japan auf diesem Standard bestehen. Lichttechnisch bedeutet das eine leistungsmäßige Steigerung zu bestehenden Anlagen. HDTV verlangt nach mind. 1500, besser 1800 LUX Flutlicht. Im Falle des Nürnberger Frankenstadions haben die 472 Flutlichtlampen mit je 2000 Watt an vier Masten knapp ein Megawatt Leistung. Für Standard-TV reichen meist 700-1000 LUX.

Wunderkerzen im Weserstadion

Weserstadion ohne Strom, 1. Spieltag Saison 2004/2005

Ganz Deutschland schaut an diesem Freitagabend nach Bremen, wo der amtierende Meister […] in einem vorgezogenen Heimspiel die Saison eröffnen darf.

Als die Mannschaften schon im Kabinengang stehen, gibt es einen lauten Knall. Er gehört nicht zur Choreographie des Eröffnungsspiels. […] Im Stadion wird es dunkel.

Die Verantwortlichen wollten übrigens schon nach 45 Minuten und ohne Rücksicht auf die TV-Zuschauer im Dämmerlicht anstoßen lassen [..] aber als Trautmann bereits die Pfeife im Mund hat, fällt auch der letzte Flutlichtmast aus.

Der größte Fußballverband aller Zeiten möchte aus den Vorfällen während des Eröffnungsspiels der Saison 2004/2005 ganz offensichtlich eine harmlose „Weißt-Du-noch“-Legende stricken. Doch dazu ist zu viel vorgefallen.

So brannten die Flutlichtmasten (vermutlich über Notstromaggregate versorgt) fast 45 Minuten in absolut ausreichender Helligkeit, die Cateringstände verkauften pipiwarmes Leitungswasser zu normalüberteuerten Stadionpreisen an Durstige und der örtliche Stadionkasper sorgte mit seinen skandalösen Durchsagen dafür, dass einige Gästefans ihren letzten Zug verpassten und auf dem Bahnhof nächtigen mussten.

Immerhin: Spätestens seit diesem 6. August 2004 weiß nun auch der letzte Stadiongänger, an welcher Art Zuschauer DFL und DFB wirklich gelegen ist. Bremen gewann übrigens mit 1:0.

33 % Tivoli-Feeling

Der (alte) Tivoli zu Schilda Aachen stand oder steht für bedingungslosen Kampf auf dem Spielfeld, für den „Tivoli Roar“, für Willi Landgraf, für Bratwurst und Bier, für ehrlichen Zweitligafußball, für schier endlose Stehplatzterassen, für packende Flutlichtnächte und [put in Malocherclub-Klischee here].

Diese Mythen einige hundert Meter nordöstlich wiederzubeleben, ist ein äußerst schwieriges (im Fall Landgraf sogar unmögliches) Unterfangen. Und selbst wenn es der Alemannia gelingen sollte – im Gästeblock des neuen Tivoli bekäme man davon unter ausverkauften Umständen gar nichts mit. Oder nur einen kleinen Teil.

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