Geierpelle

Normalerweise hat dieses Blog nicht den Anspruch, auf die Videos zu verweisen, die auch sonst überall abgefeiert werden. Zu besonderen Ereignissen machen wir aber gerne eine Ausnahme. Thierry Henry ist zurück! Kam, sah und machte dann genau das, für das man ihm bereits zu Lebzeiten ein Denkmal in Nord-London errichtet hat. Der Rest ist Gänsehaut.

LMA – The League Managers Association

Seit 1992 haben die Trainer bzw. respektive Manager der Premiership und der Football League (2. bis 4. Liga) eine eigene Interessensvertretung: The League Managers Association (LMA). Das bedeutet natürlich auch, dass Alphatiere wie Arsène Wenger und Sir Alex gemeinsam mit einer Stimme Lobbyarbeit für ihre Zunft betreiben sollen. Wobei ich mir eine Mitgliederversammlung des imaginären deutschen Pendants mit Otto Rehhagel und Udo Lattek auch ganz amüsant vorstelle. Neid und Missgunst.

Vorsitzender dieses Verbandes ist übrigens üblicherweise der Trainer der Englischen Nationalmannschaft, momentan also Fabio Capello.

Wenn Kinder handeln und Milchmädchen rechnen

Ziemlich schwere Geschütze, die Karl-Heinz Rummenigge in der aktuellen Ausgabe der Sport-Bild auffährt:

Ein Arsene Wenger holt offenbar jedes Jahr Heerscharen von Spielern aus Frankreich und sonst woher. Dieser Art von Kinderhandel gilt es Einhalt zu gebieten. Das hat inzwischen ja Ausmaße angenommen, da ist das Wort Kidnapping nicht mehr weit.

Da so etwas ja mal überhaupt nicht geht, fordert die Schande von Lippstadt für die nationalen Ligen eine ähnliche Quotenregelung für Eigengewächse, wie sie bereits in der Europapokal-Wettbewerben angewendet wird:

Im Europacup gilt die so genannte 4+4-Regel, wonach in jedem Kader acht Spieler stehen müssen, davon vier in der Startelf, die zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr mindestens drei Jahre in dem jeweiligen Land ausgebildet wurden. Die Nationalität spielt keine Rolle.

Ich verstehe ja, dass Rummenigge von der Unfähigkeit der eigenen Scouting-Abteilung ablenken möchte. Was mir aber nicht so recht einleuchtet: Wenn ein 15-jähriger Spanier nach England wechselt, dann greift bei ihm doch bereits mit 18 diese drollige 4+4-Regel. Oder etwa nicht? Nach meinem Verständnis wäre das geradezu eine Einladung für die Top-Vereine, möglichst viele und immer jüngere Talente aus dem Ausland zu verpflichten.

Nun, entweder unterliegt der Kalle einem Denkfehler, oder eben ich. Da der Vorstandsvorsitzende einer Fußball-AG aber eigentlich keine Fehler macht…

Übrigens: Der Gescholtene ist weder verwandt noch verschwägert mit jenem Arsene Wenger, der momentan und in regelmäßigen Abständen als heißer Kandidat fürs vakante Traineramt gehandelt wird.