Es ist kein Mensch, es ist kein Tier, es ist ein Bayer-Volunteer

Wir sehen hier nicht etwa gelehrige Teenager, denen man einen gewissen naiven Enthusiasmus ob der Aussicht auf Partizipation an der schillernden Bundesliga-Welt noch irgendwie nachsehen könnte. Nein, gestandene Mannsbilder sind bei Heimspielen der Bayer 04 Leverkusen Fussball [sic!] GmbH kostenneutral dafür verantwortlich, die hinter der Torauslinie drapierten und von sich warmlaufenden Ersatzspielern in Mitleidenschaft gezogenen Sponsorenteppiche fernsehgerecht in Form zu zupfen. Der Finanzbeamte von nebenan, unser Lehrer Dr. Specht. Erwachsene Männer mit einer gewissen Lebenserfahrung. Sollte man meinen.

Ein Foto, so unendlich scheiße. Und das ist schon großzügig abgerundet.

Der Hügel

ACHTUNG: WERBECLIP!

Vom Auftraggeber, ein sympathischer Sportartikelhersteller aus den US of A, bekomme ich allerdings nichts. Leider. Darüber hinaus hat das Ding schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und kann daher getrost unter N wie Nostalgie abgeheftet werden.

Viel schwerer als der kommerzielle Hintergrund wiegt sowieso die Tatsache, dass man über eine Minute seines Lebens die virtuelle Gegenwart von „Ich seh‘ die VIP-Logen vor lauter Stehplätzen nicht mehr“ ertragen muss. Warum ich das Video trotz dieser Voraussetzungen hier verlinke?

Wenn ich das so genau wüsste. Ein ganz junger Nuri Sahin, der mit seinen türkischen Kumpels einen Abhang in der sauerländischen Heimat zum Bolzplatz umfunktioniert – hat etwas. Irgendetwas.

Getafe und der suizidgefährdete Koala

Ein Zuschauerschnitt von knapp über 11.000 ist für einen Verein in einer der größten Ligen der Welt nicht gerade die, nunja, Welt. Der spanische Erstligist Getafe FC möchte deshalb den Dauerkartenverkauf zur kommenden Saison kräftig ankurbeln. Und was könnte da bessere Verkaufsargumente liefern als ein singender, klavierspielender, manisch-depressiver Koala-Bär mit Selbstmordgedanken?

Auch ohne jede Spanischkenntnisse bin ich geneigt dieses Video ohne zu zögern in die Kategorie „Kranke Scheiße“ einzuordnen:

[via]

Die Allianz gegen den Amateurfußball

Behauptung: Werbung mit Fußballbezug ist oft richtig schlecht. Dabei ist es erstmal egal, ob mit unserem oder für unseren Lieblingssport geworben wird. Argument: Der aktuelle Spot eines großen Versicherungskonzerns.

Dankenswerterweise betreibt dieser riesige Versicherungskonzern einen offiziellen Youtube-Channel, so dass der Clip hier im Blog direkt eingebunden werden kann:

Prinzipiell sicher keine schlechte Idee, sich an die schon aus rein quantitativen Gesichtspunkten nicht uninteressante Zielgruppe „Hobbykicker“ ranzuwanzen. Aber doch bitte nicht so.

Erstmal fällt dieser vermutlich bei Barbara Salesch entliehene Laiendarsteller negativ auf – kann weder HSV-Lieder singen, noch einen Ball stoppen, noch einen Kreuzbandriss halbwegs glaubhaft simulieren. Und zum krönenden Abschluss hat der Mann – quasi als Quintessenz dieses kleinen Schmuddelstreifens – noch folgende Lebensweisheit parat:

Auch wenn ihr in der fünften Liga spielt, solltet ihr euch immer erstklassig behandeln lassen.

Lieber Versicherungskonzern von gigantischen Ausmaßen: Level Fünf im deutschen Ligensystem bilden momentan die Oberligen. Und um dort mitspielen zu können, muss man die Kickerei schon richtig, richtig gut beherrschen. Grob geschätzt besser als 80 bis 90 Prozent der fußballspielenden Rest-Menschheit, die ihr somit ohne Not von eurer Werbebotschaft ausgeschlossen habt. Eigentor (<- Fußballbegriff), klassisches.

Darum gilt: Wenn ihr in der Versicherungs-Champions-League spielen wollt, solltet ihr auf fünftklassige Reklame verzichten.