Gedanken zum 138. Pflichtspiel-Derby

DFL-Supercup. Eigentlich ein viel zu bescheidener Name für diesen phantastischen Wettbewerb. Sat 1 hätte sich als übertragender Sender wohl für „Goldene Wanderhure“ oder ähnliches ausgesprochen. Powered by Emotion. Vielleicht also ganz gut, dass das 138. Derby ab 20.15 Uhr live in Ihrem Zett-De-Eff zu sehen ist.

Netter Fun-Fact: Das letzte nicht in der Bundesliga ausgetragene Pflichtspiel-Duell fand vor fast auf den Tag genau zehn Jahren statt. Schalke behielt im Liga-Pokal genannten Vorgängerwettbewerb mit 2:1 die Oberhand. Damals hatten allerdings die Unaussprechlichen (hier „Sieger Spiel 1“ genannt) Heimrecht:

 

Stadien in Gelsenkirchen (11): Stadion Löchterheide, SSV Buer

Stadion Löchterheide, Gelsenkirchen

Adresse: Nordring 2a, 45894 Gelsenkirchen
Fassungsvermögen: ca. 8.000
Heimatverein: SSV Buer 07/28

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Gesundheit durch Leibesübungen

Jedermann

kann auf dieser Anlage Freizeitsport betreiben

Benutzung auf eigene Gefahr

So steht es in einem wilden Typographie-Mix am Eingangs des Stadions Löchterheide in Buer geschrieben. Und tatsächlich scheint die Anlage (wie etliche andere in Gelsenkirchen auch) ganzjährig für Breitensportler zugänglich zu sein.

Außer jedes zweite Wochenende natürlich, wenn die erste Mannschaft des SSV Buer zum Tanz bittet. Momentan geschieht das in der Landesliga Westfalen, vor einigen Jahren gab es im „Monaco Gelsenkirchens“ aber auch schon Verbandsligafußball zu sehen.

Der Hauptplatz des Sportgeländes entpuppt sich als passables Stadion mit Aschenbahn und sieben rundherum verlaufenden Stehplatz-Stufen, die auf einer Längsseite in zwei Sitzreihen übergehen. Die dort angebrachten blauen Plastiksitze stammen aus dem Nachlass des mittlerweile fast vollständig abgerissenen Parkstadions. Zwei Nebenplätze – ein Kustrasen- ohne und ein Ascheplatz mit Ausbau – runden diese schöne Anlage ab.

Sechs Gründe, warum Schalke 04 den DFB-Pokal 2011 gewonnen hat

Sechs

  1. VfR Aalen – FC Schalke 04 1:2 (0:1)
  2. FSV Frankfurt – FC Schalke 04 0:1 (0:1)
  3. FC Augsburg – FC Schalke 04 0:1 (0:0)
  4. FC Schalke 04 – 1. FC Nürnberg 3:2 n.V.
  5. FC Bayern München – FC Schalke 04 0:1 (0:1)
  6. MSV Duisburg – FC Schalke 04 0:5 (0:3)

Stadien in Gelsenkirchen (10): Parkstadion

Gelsenkirchener Parkstadion

Adresse: Kurt-Schumacher-Str. 284a, 45891 Gelsenkirchen
Fassungsvermögen: zuletzt 62.004 (44.962 Sitzplätze)
Heimatverein: FC Schalke 04
Zuschauerrekord: 72.000 (1973, Freundschafts-Länderspiel: Deutschland – Frankreich 2:1)
Erbaut: 1973

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

„Man wird nicht mehr nass wie in der alten Nordkurve“ (sofern das Dach nicht grade kaputt ist), „die heutigen Eintrittspreise kann sich doch kein Mensch mehr leisten“, „die Halle ist einfach zu wenig Schalke“. Zehn Jahre nach dem Umzug in die immer noch hochmoderne Arena mehren sich in meinem köngisblauen Umfeld die Stimmen der Parkstadion-Vermisser.

Dabei wird bei all der verklärenden Romantik gerne der Umstand vergessen, dass die unter massiven Bergschäden leidende Schüssel in den letzten Jahren ihrer Nutzung einfach aus dem sprichwörtlich letzten Loch pfiff. Und so der Bau eines neuen Stadions unumgänglich war. Ob dieses dann so aussehen musste wie die Arena es nunmal tut? Darüber lässt sich sicher trefflich streiten.

In seiner gut drei Jahrzehnte währenden Existenz diente das Parkstadion übrigens nicht nur als Versammlungsort fußballspielender und -schauender Menschen. Nein, auch der Papst war hier, Michael Jackson ebenfalls, Wolle Petry sowieso. Und irgendwann bevor sich die Tartanbahn in eine nicht mehr gefahrlos begehbare Buckelpiste verwandelte, sollen im Berger Feld sogar bedeutende Leichtathletikveranstaltungen stattgefunden haben.

Heute existiert von den ehemals über 70.000 Zuschauer fassenden Rängen nur noch die Gegengerade. Wie lange noch ist unklar, mit Felix Magath ist schließlich auch deren Funktion als Foltermethode zeitgemäße Trainingsanlage verschwunden. Dauerhaft werden so wohl nur die beiden Flutlichtmasten der Nordkurve als Wahrzeichen erhalten bleiben.

Stadien in Gelsenkirchen (01): Oststraße in Erle

Bezirkssportanlage Oststraße, Gelsenkirchen (Erle)

Adresse: Mühlbachstraße 1, 45891 Gelsenkirchen
Fassungsvermögen: ca. 8.000
Heimatverein(e): DJK Eintracht Erle 1928, SpVgg Erle 1919, FC Njegos
Zuschauerrekord: k. A.

+++ Neue Fotos (April 2011) +++

Das eigentliche Stadion ist Teil eines Komplexes mit mehreren Spielfeldern, den sich gleich drei Vereine teilen. Die Stehränge sind gefahrlos begehbar, da vermitteln die Fotos (von 2007) vielleicht einen falschen Eindruck. Anschaffung und Gebrauch eines Rasenmähers könnten aber trotzdem nicht schaden. Einer der Nebenplätze mit Aschebelag kann ebenfalls einen Ausbau in Gestalt einiger Stufen vorweisen.

Kurioserweise besitzt die Anlage sogar eine eigene Website. Dort finden sich Telefonnummer und E-mail-Adresse des Platzwartes, was durchaus nützlich sein kann, um Belegungszeiten in Erfahrung zu bringen. Toller Service!

Neuer: Fremde, Freunde, Eierkuchen

Koan ‚Hello again‘? Der fatalistischen Aufforderung des Königsblogs können und möchten wir uns jedenfalls (noch) nicht anschließen – wir hätten da nämlich noch ein Anliegen:

Fremde oder Freunde,
die Frage ist gestellt,
und wir müssen wissen,
wie nun der Würfel fällt.
Du nur kennst die Antwort,
du und nicht der Wind
ob wir von nun an
Fremde oder Freunde sind.

Inter – Schalke: Eine kleine Presseschau

Die innere Stimme, irgendwann während der ersten Hälfte: „Jetzt bitte bloß nicht einbrechen, ein 1:2 wäre immer noch ein gutes Ergebnis für das Rückspiel.“ Und dann schafft es Schalke, mich, alle anderen Fans, selbsternannte Experten und letztlich auch sich selbst dermaßen zu überraschen. Entsprechend euphorisch fällt das Medien-Echo aus:

Was für ein Spektakel in Mailand: Nach Sekunden schon führte Inter im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Schalke, legte später erneut vor – und ging dann komplett unter. Sieben Tore sahen die Zuschauer, fünf davon für S04. Neutrainer Rangnick kann eine gelungene Reifeprüfung feiern.

Spiegel Online – Schalke überrollt Inter im Wahnsinns-Spiel

Ob es an dieser Arena liegt? Hier, in diesem Giuseppe Meaza-Stadion, hatte der FC Schalke 1997 mit dem Endspielsieg über Inter Mailand im Uefa-Pokal für den größten internationalen Erfolg des Vereins gesorgt – und an dieser für die Gelsenkirchner geschichtsträchtigen Spielstätte schafften sie nun im Viertelfinal-Hinspiel eine Sensation.

FAZ.NET – Eine magische Schalker Nacht

Es war ja nicht irgendeine Mannschaft, die da gerade im eigenen Stadion vom FC Schalke 04 besiegt und gedemütigt worden war. Es war Inter Mailand, Titelverteidiger in der Champions League, italienischer Meister, Pokalsieger, Supercupgewinner, Weltpokalsieger, Gewinner aller gewinnbaren Titel, mithin aktuell erfolgreichster Klub des Erdballs, und wenn sie nicht in fernen Galaxien ebenfalls diesem seltsamen Spiel namens Fußball frönen: aktuell erfolgreichster Klub des Kosmos, der vermutlich sogar einer Auswahl von Engeln mindestens ein Unentschieden abtrotzen würde.

SZ – Denkste, Inter!

Stimmen aus dem Ausland:

Die «Eurofighter» rupfen Europas amtierenden Champion. Mit 5:2 hat Schalke 04 Inter Mailand deklassiert und nun allen Grund, vom Halbfinale zu träumen. Die Königsblauen setzten sich in einem verrückten Spiel durch, in dem Inter zuerst die bessere Mannschaft schien.

NZZ Online – Schalke 04 triumphiert in Mailand

„Das heute ist fast unvergleichlich“, kommentierte der überglückliche Raul im deutschen TV, während die Schalke-Fans auf den Tribünen das „Wunder von Mailand“ ausgiebig feierten. Das hohe Ergebnis konnte Raul kaum fassen: „Das war überdeutlich.“

http://sport.orf.at – Denkwürdiger Abend

„I don’t know what happened. I cannot explain it,“ said the Inter captain Javier Zanetti. „We started well and then there was a total black-out. We are tranquil, we have to stay positive and must look ahead now. Lets think about the league and then we will go to Germany to play for it.“

guardian.co.uk – Schalke’s astonishing display spikes guns of Inter in Champions League

Hometown Glory

Ein schmächtiger Teenager bekommt in der Nähe der Strafraumgrenze den Ball zugespielt. „Der Junge ist erst 17“ – schalmeit es aus geifernden Sportreportermündern – und damit jüngster Spieler der Vereinsgeschichte. Seine noch etwas ungelenk wirkende Motorik hindert ihn nicht daran, trocken mit links in Richung lange Ecke abzuziehen……. Treffer versenkt!

Genau so hat es sich abgespielt, als „Raúl González Blanco, genannt Raúl“ 1994 im Derby gegen Atlético sein erstes Profitor vor einem ausverkauften Bernabeu erzielte (man beachte bitte auch den No-Look-Pass von Brian Laudrups großem Bruder):

War sonst noch was?

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Ja, gut, und bei Julian Draxler lief es so ähnlich ab.

Dear fellow sport-journalists: Vergleiche mit Olaf Thon verbieten sich hingegen von selbst. Schließlich war der zum Zeitpunkt des ominösen Sechszusechs bereits volljährig und etablierter Zweitligaprofi mit zweistelliger Torquote. Sowas aber auch.