Köln ist eine große Stadt

…da kann man was er-leheben. Oder sich auf dem Weg zum Training gnadenlos verfahren. Dachte sich wohl auch Sławomir Peszko, momentan als potentielle Winterpausen-Verstärkung beim Effzeh im Gespräch. Der polnische Nationalspieler demonstriert uns jedenfalls dankenswerterweise, was unter der bislang zu unrecht als nichtssagend eingestuften Floskel „das Gesamtpaket hat einfach gestimmt“ tatsächlich zu verstehen ist:

Wie EXPRESS erfuhr, wurden am Montag Abend die letzten Details (u.a. ging es um ein Navigationssystem im neuen Dienst-Ford) mit dem polnischen Nationalspieler geklärt.

Fotos: Sportpark Höhenberg (Flughafenstadion), Viktoria Köln

Sportpark Höhenberg, Köln

Adresse: Frankfurter Straße 399, 51103 Köln
Heimatverein: FC Viktoria Köln
Kapazität: 6.214 (3.000 überdachte Sitzplätze)
Erbaut: 1931

Die Anlage ist auch unter dem Namen Flughafenstadion bekannt. Zuletzt wurde das Stadion in den Jahren 2011 und 2012 modernisiert und besitzt seitdem eine Flutlichtanlage.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Christoph Street Day

Nach wie vor hat sich kein Profifußballer in Deutschland offen dazu bekannt, homosexuell zu sein. Für Christoph Daum jedenfalls sind Schwule

normale Kumpels.

Ferner befürwortet der Trainer des 1. FC Köln ausdrücklich ein mögliches Outing:

Ich bin für das Coming-Out von schwulen Fußballern. […] Wenn ein Profi zu mir käme und sich outen würde, würde ich ihn unterstützen.

Erstaunlich! Ist es doch noch nicht einmal ein Jahr her, dass sich der Kumpel-Typ in einer TV-Dokumentation über den Umgang mit Homosexuellen in der Nachwuchsarbeit folgendermaßen geäußert hat:

Ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen.

Da hat sich in der total verrückten Spaßmetropole am Rhein offenbar ein bemerkenswerter Gesinnungswandel vollzogen. Oder auch nicht.

Getz ma ehrlich, Christoph den PR-Berater gewechselt? Oder einfach nur den Stoff?

Fußballmuseum: Entscheidung fällt erst im April

Im Sportteil der gedruckten WAZ-Ausgabe vom 21.02. sorgt DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach in einem ausführlichen Interview für etwas mehr Klarheit in der unübersichtlichen Debatte um den Standort des Nationalen Fußballmuseums.

Nachdem der endgültige Entschluss zunächst bereits im vergangenen Jahr gefasst werden sollte und dann auf Ende Januar verschoben wurde (wir berichteten), nennt Niersbach nun den 24. April als verbindlichen Termin. An diesem Tag findet in Düsseldorf ein außerordentlicher Bundestag des weltweit größten Einzelsportverbandes statt. Insofern ist diese Aussage also durchaus als glaubwürdig anzusehen.

Fragt sich nur, welche Kommunen sich jetzt überhaupt noch Chancen ausrechnen dürfen. Wurde im November 2008 noch gemeldet, Gelsenkirchen und Dortmund seien nach dem Ausscheiden von Oberhausen und Köln die lezten beiden verbliebenen Kandidatenstädte, brachte sich die Domstadt im Januar auf ihrer offiziellen Internetpräsenz selbst wieder ins Gespräch.

Nun liegt es vermutlich in der Natur des Kölners, sich stets etwas wichtiger zu nehmen, als er tatsächlich ist. Der gebürtige Düsseldorfer Niersbach erteilt jedenfalls allen eventuell neu entfachten Hoffnungen eine klare Absage :

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Der historische Schuss (01): Bitte nicht drängeln

WM 2006: Angola – Portugal 0:1 (in Köln)

Luís Figo, Simão, Cristiano Ronaldo, Pauleta. Eine Offensivabteilung, die eigentlich mehr als fünf Minuten guten Fußball erwarten lässt. Aber nach einem Treffer und einem Schuss an den Außenpfosten stellen die Mannen um den aktuellen Weltfußballer bereits nach 300 Sekunden alle Angriffsbemühungen ein.

Dennoch schafft es ein von jeglichem Sachverstand unbelastetes Publikum problemlos, die schwache Darbietung auf dem Rasen zu unterbieten. Effzeh-Hymnen wechseln sich ab mit Karnevalschlagern, deren Tolerierung einen durch Genuss der exklusiv ausgeschenkten Ami-Plörre unmöglich zu erreichenden Alkoholisierungsgrad erfordern. Wer nicht aus Köln kommt, stimmt wahlweise mexikanische Wellen oder Deutschland-Sprechchöre an. So toll die WM auch wahr – gleichwohl lernte man irgendwie auch jeden aufrichtigen Fußball-Hasser zu schätzen.

Es waren die kleinen Geschichten, abseits des Sommermärchen-Hypes, die diesem durchkommerzialisierten Turnier eine Nuance Charme verliehen haben. Und so ließ ein einziges Foto, respektive die ulkige Begebennheit, die mich zum Betätigen des Auslösers animierte, selbst diesen eher durchwachsenen Juniabend in Müngersdorf in guter Erinnerung bleiben:

Die Umständlichkeit, die ein Großteil der angolanischen Fans beim Betreten des Stadions an den Tag legte, war einfach bemerkenswert. Wie Lemminge bildeten die Südwest-Afrikaner lange Schlangen vor den ersten vier Eingangstoren, obwohl sich direkt daneben etwa 15 weitere völlig menschenleer präsentierten. Eine wirklich absurde Szenerie, die in unserer Reisegruppe natürlich eine intensiv geführte Diskussion über soziologische und kulturelle Ursachen zur Folge hatte.

Die von Political Correctness geprägte Debatte hat ihren Höhepunkt längst überschritten, als sich Oberstudienrat Keek B.* aus L. in seinem ihm ureigenen Habitus zu einem lakonischen Fazit hinreißen lässt:

Das sind die bestimmt von der Essensausgabe so gewohnt.

Das nennt man wohl pädagogischen Pragmatismus.

* Name der Redaktion bekannt