1-2-3… FERTIG!

Früher war eben überhaupt nicht alles besser. Auch nicht beim Fußball. Was aber garantiert zu den verachtenswerterteren Entwicklungen rund um unseren Lieblingssport gehört: offizielle „Faltanleitungen“ für den reibungslosen „Check-In“. Wer sein Billet für ein Heimspiel des FC Zürich über das Portal „ticketcorner.ch“ ordern möchte, sollte zur Sicherheit mindestens einen Volkshochschulkurs in Origami absolviert haben.

FALTANLEITUNG
Für die Einlasskontrolle muss dieses Ticket gefaltet werden
Bitte gehen Sie folgendermassen vor:

1. FALTEN SIE DAS TICKET MITTIG
an der gestrichelten Linie (Faltmarke 1) so, dass die bedruckte Seite aussen liegt.

2. FALTEN SIE DAS TICKET ERNEUT
an der zweiten gestrichelten Linie (Faltmarke 2) so, dass die Faltanleitung verschwindet.

3. FERTIG!
Jetzt haben Sie das Originalticket auf der einen, Adressangaben, Buchungsdaten und Barcode auf der anderen Seite. Sie sind bereit für den Check-In.

75 Prozent FIFA Frauen-WM-Stadion Bochum

Liebe FIFA, liebes nationales Organisations-Komitee,

ich hätte da noch ein paar Fragen:

Wieso werden Plätze mit einer derartigen Aussicht

nicht als „sichtbehindert“ deklariert und dementsprechend günstiger verkauft?

Habt ihr Euch nicht ständig gegen Vergleiche mit dem Männerfußball gewehrt?*

Warum gibt es keine Ermäßigungen für Studenten und Schüler über 16?

30 Euro für ein Ticket in der günstigsten Kategorie für ein Gruppenspiel Äquatorialguinea + Brasilien – Männer gegen Australien? Really?

Wieso müssen bei Spielen unter der Woche Tausende Eintrittskarten an Schüler verschenkt werden, um die Stadien einigermaßen voll zu bekommen?

Und wer glaubt ernsthaft, dass nach dieser von ARD und ZDF bis zur Karikatur gehypeten WM außerhalb des Bankkontos von Frau Bajramaj irgendwelche positiven Effekte für den Frauenfußball bleiben werden?

*ich habe bei der WM 2006 Spiele für unter 30 Euro gesehen