Marco Reus schwul?

Marco Reus ist ein herausragender Fußballspieler und besitzt einen enormen Stellenwert für seine Mannschaft.

Dass der Dortmunder im Straßenverkehr gleich mehrfach falsch abgebogen, ist seit einigen Monaten der Öffentlichkeit bekannt und auch zurecht ausführlich in den Medien thematisiert worden. Seine sexuelle Orientierung ist hingegen Privatsache und sollte eigentlich aber sowas von absolut wumpe sein. Eigentlich. Denn offensichtlich wird dieser Umstand nicht sofort von jedem begriffen.

Ob Marco Reus die "Aktion Libero" kennt?Deshalb gilt nach wie vor: Sportblogger gegen Homophobie. Auch und gerade im Fußball.

Weiterführende Informationen, Denkanstöße, Interviews uvm. zum großen Themenkomplex „Homosexualität bzw. Homophobie im bezahlten Fußball / schwule Fußballprofis“ gibt es auf der Webseite der absolut unterstützenswerten Initiative „Aktion Libero“. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Infos zur Person:

Marco Reus (geboren am 31. Mai 1989 in Dortmund) ist ein Fußballspieler, der seit 2012 wieder in seiner Heimatstadt für den BV Borussia Dortmund (BVB) spielt. Zuvor sammelte er erste Profierfahrungen bei Rot-Weiss Ahlen und bei Borussia Mönchengladbach. Seit 2011 steht der Offensivspieler zudem regelmäßig im Kader der deutschen A-Nationalmannschaft.

Statistiken:

Vereinsebene (nur Pflichtspiele)

Champions League: 26 Spiele | 12 Tore
1. Bundesliga: 179 Spiele | 73 Tore
2. Bundesliga 27 Spiele | 4 Tore
DFB-Pokal: 23 Spiele | 6 Tore
DFL-Supercup: 2 Spiele | 2 Tore
Regionalliga Nord: 16 Spiele | 1 Tore
Relegation zur Bundesliga: 2 Spiele | 1 Tore
Oberliga Westfalen: 6 Spiele | 3 Tore

Nationalmannschaft

A-Nationalmannschaft: 25 Spiele | 9 Tore
U-21-Nationalmannschaft: 2 Spiele | 0 Tore

Titel:

DFL-Supercup: 2013, 2014

Persönliche Auszeichnungen:

– Bester Feldspieler der Saison 2011/12, gewählt von Marco Reus‘ Arbeitskollegen in der Fußball-Bundesliga
– Deutschlands Fußballer des Jahres: 2012
– UEFA Team of the Year: 2013
– Torschütze des Monats: Januar 2012, Juni 2012, September 2012
– Revierfußballer des Jahres: 2013
– BVB-Spieler des Jahres: 2014

Trivia zu Marco Reus:

Der Stürmer fungiert als Testimonial für einen Sportartikelkonzern, eine Spielzeugfirma und einen Hersteller von Unterhaltungselektronik.

Gleich zwei mal erhielt Marco Reus die Einstufung Weltklasse in der „Rangliste des deutschen Fußballs“ durch das Fachmagazin „kicker – Im Sommer 2013 und im Sommer 2014.

Marco Reus hat bislang noch keinen bedeutenden Titel errungen – weder auf Vereins- noch Nationalmannschaftsebene.

DFB stellt Verfahren gegen „Mitarbeiter“ von 1899 Hoffenheim völlig zurecht ein

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat mit Zustimmung des DFB-Sportgerichts das Ermittlungsverfahren eingestellt, das gegen einen Angestellten des Vereins 1899 Hoffenheim nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 13. August 2011 eingeleitet worden war.

Eine logische, eine richtige Entscheidung. Schließlich legt doch Punkt 14 der Stadionordung der Hoffenheimer Rhein-Neckar-Arena eindeutig fest:

Verbote

[…]

– mechanische und elektrisch betriebene Lärminstrumente – der Betreiber behält sich Ausnahmen vor

Tja, so einfach ist man aus dem Schneider.

Verboten sind gemäß Punkt 14 übrigens auch…

– sperrige Gegenstände wie Leitern, Hocker, Stühle, Kisten, Reisekoffer;

[Ausnahme (Anm. d. Red.): selbstgebaute Hochfrequenztöner auf Bollwerwagenbasis.]

…oder:

– Tiere

[Ausnahme: Currywürste.]

Damit ist ja alles tacko.

 

Halt, einen Moment – es gibt ja noch die Durchführungsbestimmungen des DFB, die unter anderem „Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesspielen“ enthalten. Sollten in diesem für jedermann im Internet abrufbaren Regelwerk nicht vielleicht doch Grundsätze finden lassen, die durch die mehrfache und angeblich nicht mit dem Stadionbetreiber abgesprochene Inbetriebnahme eines selbstgebauten, strombetriebenen Hochfrequenztöners durch einen autark handelnden Vereinsmitarbeiter verletzt werden?

Bitte bilden Sie sich selbst eine Meinung. Folgende Textauszüge stammen einheitlich aus erwähntem Abschnitt 3. „Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesligaspielen“ der DFB-Durchführungsbestimmungen:

Seite 97, § 13 Beschallungseinrichtungen

Absatz 3. Im Stadion eingesetzte mobile Beschallungsanlagen müssen sowohl vom Stadionsprecher als auch über die Vorrangschaltung der Polizei abgeschaltet werden können

[…]

Seite 98, § 17 Grundsatz

Der Verein ist verpflichtet, alle organisatorischen und betrieblichen Maßnahmen zu treffen, die geeignet und erforderlich sind, Gefahren für die Platzanlage, die Zuschauer und den Spielbetrieb vorzubeugen sowie diese bei Entstehen abzuwehren.

[…]

Seite 104f, § 26 Ordnungsdienst

Absatz 10, wesentliche Aufgaben des Ordnungsdienstes

– Zugangs- und Anfahrtskontrollen an der äußeren und inneren Umfriedung des Stadions sowie an nicht allgemein zugänglichen Bereichen

[…]

– Wegnahme, Lagern und gegebenenfalls Wiederaushändigen von Gegenständen, die nach rechtlichen Vorschriften oder nach der Stadionordnung nicht mitgeführt werden dürfen

[…]

– Meldung sicherheitsrelevanter Sachverhalte an die Polizei, an die Rettungsdienste, an die Feuerwehr und an andere betroffene Institutionen […]

Die Fundstücke sind das Ergebnis einer semi-intensiven, zehnminütigen Suche in eben jenem PDF. Sicherlich lassen sich weitere Unklarheiten und mögliche Verstöße finden. Uns persönlich reicht das aber schon aus, um eine Nachfrage per elektronischem Brief an den Deutschen Fußball-Bund zu richten. Wer das ähnlich sieht, sollte es uns gleichtun, das Faxgerät oder den Rechner anschmeißen und den DFB „mit Protestnoten überschwemmen„.

Irgendwas mit Barrios

Was mich an twitter manchmal stört? Der geradezu penetrante Hang zur Klugscheißerei vieler User (wobei ich mich da prinzipiell nicht ausnehmen möchte). Gestern besonders unschön zu sehen. Der Wechsel von Mohamed Zidan von Dortmund nach Mainz wird bekannt, und statt einfach nur diese Information weiterzugeben, versucht sich der gemeine Fußball-Twitterer an einer tiefer gehenden Interpretation dieses eigentlich schnöden Vorganges:

usw

Fast zwanghaft, so scheint es, muss auf die Nachricht hinter der Nachricht hingewiesen werden, denn man weiß ja, wie der Transferhase läuft und überhaupt. Und dabei ist es dann auch völlig egal, ob man bereits der Zwanzigste ist, der diese brandheiße Mitteilung in die Timeline rotzt. Nervt dann doch ein kleines bisschen.

Erstes Phantombild des beschuldigten 1899-Mitarbeiters aufgetaucht

Ein etwas älterer Herr soll laut übereinstimmender Zeugenaussagen für die Akustikattacken auf den BVB-Block verantwortlich sein:

Wer kennt diesen Mann?

  • circa 112 Jahre alt
  • 1,75 m bis 1,85 m groß
  • mehrere Milliarden schwer
  • trug zum Tatzeitpunkt ein T-Shirt mit dem aufgedruckten Slogan „Zukunft ist gut“

Sachdienliche Hinweise nimmt jede Poliz… ach, Sie wissen schon.

Was war denn überhaupt passiert?

Beim jüngsten Bundesligaspiel der TSG 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund (1:0) wurde seitens der Hausherren mehrfach versucht, Schmähgesänge der Gäste-Fans gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp mit extrem lauten Signalen zu übertönen. Die Beschallung mit Hochfrequenztönen wurde mit Hilfe einer offenbar speziell zu diesem Zwecke gebauten Apparatur durchgeführt, die unterhalb des Gästeblockes installiert war. Daraufhin hatten gleich mehrere Dortmunder Anhänger Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei gestellt.

Diese so genannten „Akustikatacken“ werden durch Fotos von der Apparatur sowie durch zahlreiche bei Youtube und ähnlichen Plattformen veröffentlichten Videos nahezu lückenlos dokumentiert. Die Chronistenpflicht und unsere neutrale Grundhaltung verpflichten uns aber selbstverständlich auch, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen und diese offizielle Stellungnahme der TSG 1899 Hoffenheim vom 15. August 2011 zu veröffentlichen:

»Im Laufe des Sonntages sowie des heutigen Tages wurde mehrfach berichtet, die TSG 1899 Hoffenheim habe während des Bundesligaspiels gegen Borussia Dortmund am Samstag den 13.08.2011 versucht, gegen Herrn Hopp gerichtete Schmähgesänge des Dortmunder Fanblocks mittels Störgeräuschen zu unterbinden. Die Klubführung hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine unverzügliche Untersuchung eingeleitet. Diese hat ergeben, dass vorrangig im Bereich des Gästeblocks Geräusche wahrgenommen wurden, die nicht mit der Stadionbeschallung in Zusammenhang stehen.

Im Laufe des heutigen Tages hat sich auch unter dem Eindruck der Medienreaktion ein Mitarbeiter der TSG 1899 Hoffenheim dazu bekannt, am Samstag während des Spiels gegen Borussia Dortmund eine entsprechende Apparatur eigenmächtig zum Einsatz gebracht zu haben. Der Mitarbeiter wollte damit nach eigener Aussage „ein Gegenmittel“ gegen die aus seiner Sicht nicht mehr erträglichen Beleidigungen gegenüber Herrn Dietmar Hopp einsetzen. Weiter hat der Mitarbeiter eingeräumt, dass er sich der Tragweite seiner Handlung nicht bewusst war und die Aktion auch einen eher scherzhaften Charakter haben sollte. Als Reaktion hat die TSG 1899 Hoffenheim entsprechende arbeitsrechtliche und disziplinarische Schritte gegen den Mitarbeiter eingeleitet. Des Weiteren wurde laut Auskunft der Polizeidirektion Heidelberg Strafanzeige gestellt.

Weder die Geschäftsführung der TSG 1899 Hoffenheim noch Präsident Hofmann oder Herr Hopp selbst wussten von der Existenz und dem Einsatz des eingesetzten Gerätes. Alle Verantwortlichen distanzieren sich ausdrücklich von dieser Aktion und entschuldigen sich bei allen Fußballfans, deren Spielerlebnis durch diese Vorkommnisse beeinträchtigt wurde. Sollte es in einzelnen Fällen tatsächlich zu einer Schädigung der Gesundheit von Stadionbesuchern gekommen sein, entschuldigt sich der Verein hierfür ebenfalls ausdrücklich. Die Führung der TSG 1899 Hoffenheim wird dafür Sorge tragen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen wird.«

Wie geht es nun weiter?

Diese Pressemitteilung der TSG 1899 Hoffenheim liest sich zunächst einmal nicht sehr glaubwürdig und riecht schwer nach Guttenbergscher Salamitaktik mit dem ominösen Mitarbeiter als willkommenes Bauernopfer. Einziges Problem: Das muss den pfiffigen Kraichgauern natürlich erst einmal jemand nachweisen.

Es bleibt demnach die große Frage, wie diese geradezu groteske Affäre in ihrer Gesamtheit nun juristisch zu bewerten ist. Der Gladbecker Rechtsanwalt Thomas Wings gibt in seinem Blog „Höchstrafe“ eine erste Einschätzung ab:

»Im Fazit gehe ich also grundsätzlich von strafbaren Verhalten aus, wenn die Behauptung des Dortmunders zutrifft, seit dem Ereignis unter einem Tinnitus zu leiden. Ob das so ist, wird relativ leicht von einem Sachverständigen geprüft werden können. Je nach Beschaffenheit des Geräts könnte sogar von einer gefährlichen Körperverletzung ausgegangen werden, wonach das aber schon eher zweifelhaft ist.«

Oder wie der Kaiser es ausdrücken würde: Schau‘ mer mal…

Gedanken zum 138. Pflichtspiel-Derby

DFL-Supercup. Eigentlich ein viel zu bescheidener Name für diesen phantastischen Wettbewerb. Sat 1 hätte sich als übertragender Sender wohl für „Goldene Wanderhure“ oder ähnliches ausgesprochen. Powered by Emotion. Vielleicht also ganz gut, dass das 138. Derby ab 20.15 Uhr live in Ihrem Zett-De-Eff zu sehen ist.

Netter Fun-Fact: Das letzte nicht in der Bundesliga ausgetragene Pflichtspiel-Duell fand vor fast auf den Tag genau zehn Jahren statt. Schalke behielt im Liga-Pokal genannten Vorgängerwettbewerb mit 2:1 die Oberhand. Damals hatten allerdings die Unaussprechlichen (hier „Sieger Spiel 1“ genannt) Heimrecht:

 

#BuLiEsTi – Die Auswertung

Alles begann mit diesem Aufruf:

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Was eher scherzhaft gemeint war, entwickelt sich noch am selben Abend zur einer Bewegung, die selbst aus Stuttgarter Oberstudienräten gebildete Menschenketten alt aussehen lässt. Sage und schreibe neunundreißig Twitterados haben sich beteiligt. Die Stimmen* verteilen sich wie folgt:

Wenn es nach dieser Umfrage geht, bestreiten der BVB und Hertha das Eröffnungsspiel der neuen Bundesligaspielzeit. Schau mer mal, heute Mittag sind wir schlauer.

*Zwei Nachzügler von heute morgen tippten zusätzlich noch auf den HSV und den 1. FC Köln.

Derby-Nachlese: Glück auf, Glück galore

Neuer entpuppte sich mit Paraden am Fließband als BVB-Spielverderber – zudem hatte der Schalker Kapitän Glück bei Pfostenschüssen von Lucas Barrios (55. Minute) und Mario Götze (85.).

Dieses Zitat steht beispielhaft für eine Vielzahl an Pressemeldungen und Spielerstimmen, die am vergangenen Wochenende zu lesen waren. Vom Geplapper auf Twitter und Facebook ganz zu schweigen. Doch stimmt das überhaupt? Hat sich der „FC Neuer 04“ dieses 0:0 tatsächlich einfach nur erduselt?

Fangen wir mal bei Manuel Neuer an. Traurig aber wahr: Die Torhüterposition ist die einzig verbliebene, auf der wir klar und unzweifelhaft besser als der BVB besetzt sind. Das gilt gleichermaßen für Potential, momentanes Leistungsvermögen und aktuelle Form. Und wenn es uns wie am Freitag gelingt, diese letzte personelle Trumpfkarte auszuspielen, ist das also Glück? Als ob beim Fußball standardmäßig nur 20 Akteure auf dem Feld stehen und die Torhüter höchstens willkürlich als menschgewordene Multibälle ins Spiel eingreifen würden.

Ganz generell ist das ja so eine Sache mit dem Glück beim Fußball, nicht nur beim Derby am Freitag Abend. Aber was ist Glück überhaupt? Nun, eine eindeutige Definition existiert naturgemäß nicht, vielleicht sollten wir daher zur ansatzweisen Klärung dieser Frage zunächst einmal die großen Gelehrten der Weltgeschichte konsultieren

In der Antike war Aristoteles der erste, der den Menschen bescheinigte, durch ihr Handeln zu ihrem Glück selbst beitragen zu können. Die beliebte Fußballerfloskel „das Glück erzwingen“ basiert demnach irgendwie auf den Lehren des alten Griechen. Der Psychoanalytiker Sigmund Freud hingegen vertrat die Ansicht, dass Glück in der Schöpfung für den Menschen nicht vorgesehen sei. Bringt uns irgendwie nicht weiter.

Dann vielleicht die Wissenschaft? Mit Überlegungen zu Glück und Pech halten sich Mathematiker eher selten auf. Dafür umso mehr mit der Erfassung des Zufalls, dem „Übergang aus einer Ausgangssituation, die mehrere Endsituationen ermöglicht, in eine dieser Endsituationen, wenn keine erkennbare Ursache für das Zustandekommen gerade dieser Endsituation vorliegt.“

Kann es also Glück oder eben meinetwegen Zufall sein, wenn Manuel Neuer reihenweise Dortmunder Großchancen vereitelt? Ich jedenfalls kann da eine Vielzahl an Ursachen erkennen.

Auch in anderen Wissenschaftsdisziplinen sind Fakten und Formeln Trumpf – das Reflexionsgesetz ist so ein Beispiel, besser bekannt als Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Diese Nachhilfestunde in Physik hätte sich Mario Götze am Freitag Abend ersparen können, wenn er denn nur ein wenig genauer gezielt oder seine Nerven besser im Griff gehabt hätte. Mit Pech hatte sein Pfostenschuss jedenfalls nichts zu tun.

Und doch kommt es relativ häufig vor, dass Glück beziehungsweise der Zufall den Ausgang eines Fußballspiels beeinflussen: durch falsche Schiedsrichterentscheidungen. Michael Weiner hat am 4. Februar 2011 allerdings eine nahezu fehlerfreie Leistung gezeigt. Tja, Pech gehabt.