Entnatifizierung

Man möge mir den gezogenen Wolfgang-Ley-Joker in der Headline verzeihen – jeder kreative Schreibprozess hat das Recht auf einen Durchhänger. Never mind, die ehemaligen Bundesligastürmer Alexander Frei und Marco Streller (beide FC Basel) haben jedenfalls vor kurzem ihren sofortigen Rücktritt aus der Schweizer „Nati“ verkündet.

Grund: Massive Kritik und Anfeindungen, teilweise wohl auch unter der Gürtellinie. Oder wie es im offiziellen Verbandssprech heißt:

Die Aufgebote zu den Spielen der Nationalmannschaft, die Zeit der Zusammenzüge und die Länderspiele selbst sind für die beiden Spieler immer wieder und zunehmend von äusseren, für sie negativen Begleiterscheinungen geprägt und zuletzt gar beherrscht worden.

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Neuer: Fremde, Freunde, Eierkuchen

Koan ‚Hello again‘? Der fatalistischen Aufforderung des Königsblogs können und möchten wir uns jedenfalls (noch) nicht anschließen – wir hätten da nämlich noch ein Anliegen:

Fremde oder Freunde,
die Frage ist gestellt,
und wir müssen wissen,
wie nun der Würfel fällt.
Du nur kennst die Antwort,
du und nicht der Wind
ob wir von nun an
Fremde oder Freunde sind.

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Sonntagsschuss: Villapark II

Während die Fans von Roter Stern ihr Stadion Crvena Zvezda (zu deutsch: Roter Stern…) in Anlehnung an die berühmte Arena in Rio liebevoll „Marakana“ nennen, trug die ehemalige Spielstätte des belgischen Zweitligisten KV Turnhout auch offiziell den Namen eines anderen Stadions: Villapark. Gewisse Ähnlichkeiten zwischen der roten Backsteinfassade der Heimat von Aston Villa und der Kopie in Belgien waren mit viel Wohlwollen sogar vorhanden:

2005 wurde der Villapark leider dem Erdboden gleichgemacht, Turnhout kickt seitdem in einer schmucklosen Multifunktionssportanlage names Stadsparkstadion.… […] WEITERLESEN

Heysel: Der Song zur Katastrophe

Die englischen Anarcho-Rocker Chumbawamba dürften seit ihrem 97er Superhit „Tubthumping“ auch hierzulande ein Begriff sein. Allerdings erscheinen die vergleichsweise trivial anmutenden Lyrics („…he drinks a whisky drink, he drinks a vodka drink…“) des größten musikalischen Erfolgs doch eher untypisch für eine Band, die ihre sehr linke, antikapitalistische Haltung nie verhehlt hat.

Deutlich meinungsstärker geht es dafür im Chumbawamba-Song „Heysel Stadium“ zu, der sich wenig überraschend mit der Katastrophe in der mittlerweile König-Baudouin-Stadion genannten Spielstätte beschäftigt.… […] WEITERLESEN

Inter – Schalke: Eine kleine Presseschau

Die innere Stimme, irgendwann während der ersten Hälfte: „Jetzt bitte bloß nicht einbrechen, ein 1:2 wäre immer noch ein gutes Ergebnis für das Rückspiel.“ Und dann schafft es Schalke, mich, alle anderen Fans, selbsternannte Experten und letztlich auch sich selbst dermaßen zu überraschen. Entsprechend euphorisch fällt das Medien-Echo aus:

Was für ein Spektakel in Mailand: Nach Sekunden schon führte Inter im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Schalke, legte später erneut vor – und ging dann komplett unter.

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Dejan Stanković: Kein One Hit Wonder

Es sind noch keine 30 Sekunden gespielt und Schalke 04 liegt bereits zurück. Dejan Stanković geht nach einer waghalsigen Kopfballabwehr von Manuel Neuer volles Risiko und zirkelt die Kugel aus 51 Metern Entfernung volley in die Maschen.

Ein „Once in a lifetime“-Treffer für den serbischen Wonneproppen! Sollte man zumindest meinen und wer das (wie ich) tat, stand mit dieser Haltung offensichtlich nicht alleine da:

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Nunja… so kann man sich täuschen:

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Siebenundsechzig Millionen, einhundertachtundreißig Tausend

…und, wenn ich mich richtig erinnere, 40 Pfund und 40 Pennies. Oder übersichtlicher: 67.138.040,40 Britische Pfund, umgerechnet 77.223.188,07 EUR.

So viel haben die 20 Clubs der englischen Premier League in der Phase vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 zusammen ausgegeben. Für die Nachwuchsförderung etwa? Oder für die Fanbetreuung? Bunte Fähnchen? Nichts von alledem. Etwa zwei Edin Džekos gingen alleine für Provisionszahlungen an Spielerberater drauf.

Spielerberater. Ganz klar. Spielerberater müsste man sein.