Otto und Töppi: Zurück in die Zukunft?

König Otto ist zurück! Und neben all den nahe liegenden und berechtigten Scherzchen stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob sich nun auch sein langjähriger Hofberichterstatter zu einem Comeback hinreißen lässt. Klar, um seinen Sohn wollte er sich kümmern. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich ein Vollblutreporter wie Rolf Töpperwien mit dem grauen Familienalltag in Osterode zufrieden gibt, während in Berlin auf dem kleinen Finger gepfiffen wird.

Und was ist mit Otto Rehhagel selbst? Wie wird der als wertkonservativ und autoritär geltende Trainer mit einer Bundesliga zurechtkommen, in der so mancher 23-Jährige – noch dazu unverheiratet – bereits als Routinier durchgeht? Wie mit einem Medienkarussell, das seit seinem Rauswurf in Kaiserslautern vor elfeinhalb Jahren noch einmal kräftig an Schwung zugelegt hat?

„Es dauert nicht mehr lange“, wird er vielleicht befürchten, „dann behelligen mich diese Aasgeier vom Fernsehen noch bei laufendem Spiel auf der Trainerbank“. Etwa so wie in dieser schaurig-kühnen Zukunftsvision des ZDF aus der guten alten Zeit (1979).

Biertischmaschine

Eine Szenerie wie aus der bizarrsten Passage eines David-Lynch-Drehbuchs – oder einfach 80s as 80s can be:

Pressekonferenz. Im schwülen Pitralon-Ambiente, tief unten in den Katakomben des Ludwigshafener Südweststadions, wurde eine Männerfreundschaft auf eine ganz harte Probe gestellt. Rolf Töpperwien zitierte im Anschluss an Waldhof vs. Bayern das Fußball-Fachmagazin „Hörzu“, wonach Udo Lattek seinen Trainerkollegen Klaus Schlappner als „Biertischmaschine“ bezeichnet haben soll. Natürlich stilecht vom Bierdeckel vorgelesen.

Wo heute Flaschen allseits bekannter Softdrinkhersteller um die Aufmerksamkeit der Kameralinsen gieren, warteten 1986 noch belegte Brötchen ohne Sponsorenaufdruck darauf, ganz profan verzehrt zu werden. Das Wurstmassiv leistete allerdings auch als Versteck veritable Dienste. Gut für Schlappi, damals längst wieder auf demokratischem Boden weilend, der unmittelbar nach Töppis verbalem Leberhaken einen äußerst bemitleidenswerten Eindruck erweckte. Als ob ihm jener – Boden – gerade unter den Füßen weggezogen und er – Schlappi – auf direktem Weg in den Limbus geschickt worden wäre.

Doch nachdem sich alles als „glatte Lüge“ (Udo) herausgestellt hatte, normalisierten sich die Gesichtszüge aller Beteiligten und auch die Brötchen konnten, vermutlich, ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden.

Schön, dass das Internetz solche Perlen für die Nachwelt konserviert (Link zur ZDF-Mediathek). Wie denn nun so eine ominöse Biertischmaschine tatsächlich ausschaut, darüber kann allerdings selbst die ansonsten nahezu allwissende Google-Bildersuche keinen Aufschluss erbringen.