Auf Wiedersehen, SG Wattenscheid 09

Pyro im Lohrheidestadion

Fußballzeit bei uns im schönen Wattenscheid
Im Lohrheidestadion ist was los
denn hier ist die Stimmung groß
Und jede Woche neu da gibt es tolle Spiele
hat man eins gesehen dann wird man nicht mehr gehn

Wattenscheid 09 wird niemals untergehn… 🎶

… oder halt doch. Was sich schon seit einigen Wochen andeutete, ist nun Gewissheit: Die SG Wattenscheid 09 stellt aufgrund einer massiven Liquiditätslücke ihren Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. Zumindest den der ersten Herrenmannschaft in der Regionalliga West. Der Fortbestand der Jugendabteilung sei bis Saisonende gesichert, teilte die Insolvenzverwalterin mit. Wie es danach mit dem Gesamtverein weitergeht, ist noch völlig offen.

Deutlich wird einmal mehr: Um in der Regionalliga in seiner derzeitigen Form bestehen zu können, gibt es für gewöhnlich nur zwei realistische Möglichkeiten. Entweder hat man einen reichen Küchenhersteller in der Hinterhand oder geht das Ganze komplett auf Amateurniveau mit einer leicht verstärkten Oberligatruppe an. Alles dazwischen, nennen wir es Semiprofessionalität, hat es enorm schwer. Eine andere Lösung als eine Rückkehr zu einer dritten Liga mit zwei regional getrennten Staffeln, fällt mir aber so spontan auch nicht ein.

Ironie der Geschichte ist, dass Wattenscheid seine größten Erfolge selbst mit Hilfe eines Mäzens erreicht hat. Verdruss und Verklärung gehen gerne Hand in Hand spazieren. Nichtsdestotrotz hat „Wattsche“ in den vergangenen 30 Jahren viele tolle Geschichten geschrieben, die es verdient haben, weitererzählt zu werden. Mein local hero Samy Sané hat hier die wahrscheinlich beste Zeit seiner Karriere erlebt. Und vermutlich erinnert man sich vor Ort auch noch gerne an den stets neben der alten Tribüne stehenden Onkel Altintop, der seinen recht talentierten Neffen bei ihren ersten Schritten im Aktivenbereich sonnenblumenkernekettenkauend zusah.

Seit ich im September 2000 nach NRW gezogen bin, habe ich sieben Heimspiele der SGW besucht, zuletzt 2017. In der Lohrheide habe ich mich immer wohl gefühlt und zwischenzeitlich auch ein paar Leute für gemeinsame Hoppingtouren kennengelernt. Viele Grüße an Captain, Maurice und Stefan. Vielleicht gibt es ja irgendwann wieder ein Tor, Tor, Tor für Wattenscheid zu bejubeln.

Links KW 48 2010

Es gab nur Lügen, große Lügen.

Lokalzeitungen sind oft am dichtesten dran am Geschehen. Und so berichtet „Der Neue Tag“ auch in aller Ausführlichkeit über die bedauernswerten Vorgänge, die zur Insolvenz des Süd-Regionalligisten SpVgg Weiden geführt haben.

Und der Kommentator Yahiro Kazama, der Ende der 80er-Jahre für zwei Spielzeiten in der zweiten deutschen Bundesliga in Remscheid und Braunschweig gespielt hat, ist genau so schlecht wie bei euch Marcel Reiff: Er sagt nur, was er sagen will, auch wenn das mit dem Spiel manchmal gar nichts zu tun hat.

Big in Japan: Matthias von Schalkefan.de hat ein wirklich herausragend interessantes Interview mit einem weiblichen Schalkeanhänger aus Tokyo geführt. Teil 1 | Teil 2 | Teil 3

All das, was vorher passiert war, war in dem Moment ja nicht wichtig: Wir schüttelten uns die Hand und damit war diese Sache nun endgültig erledigt. Wenn auch es für eine Privatperson ein klein wenig anstrengender ist, so etwas durchzuexerzieren, als für ein Unternehmen.

Ein Tag in Hollenbach. Was mit einem großen Missverständnis begann, hat mit dem Besuch des Trainers im Katar unter Deutschlands Oberligametropolen einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Gottseidank.

MyFootballClub Deluxe Edition

Wie der Guardian berichtet, könnte auf der Insel der Fall auftreten, dass die Gläubiger des insolventen Portsmouth FC die Mannschaft für das anstehende Finale des FA-Cups bestimmen. Mit satten 122,8 Millionen Pfund steht der Verein von der Südküste derzeit in der Kreide. Einige Kreditoren haben Bedenken, dass sich dieser Schuldenberg im „Erfolgsfall“ durch etwaige Bonuszahlungen noch vergrößern könnte.

Der Insolvenzverwalter möchte nun alle offenen Fragen auf einer Gläubigersitzung am heutigen Donnerstag klären lassen. Sollte er es nicht schaffen, die besorgten Gläubiger zu überzeugen, könnte es tatsächlich passieren, dass Trainer Avram Grant die Spieler mit den niedrigsten festgeschriebenen Prämien aufstellen muss. Ob das dann eine konkurrenzfähige Elf sein wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Das wäre dann quasi eine ganz neue und allerdings etwas kostspielige Form von MyFootballClub – einfach ein paar Milliönchen in in den Sand setzen und dafür (Trainer-)Gott spielen dürfen.