Stadionfotos Niederlande

Fotos niederländischer Stadien:

Jong Superstars

Seit 1984 wählen die niederländischen Fußballprofis sowohl „Nederlands Voetballer van het Jaar“ als auch „Nederlands Voetbal Talent van het Jaar“. Letztgenannte Auszeichnung, die es in einer vegleichbaren Form in Deutschland leider nicht gibt, wird an den vielversprechendsten Kicker unter 21 Jahren verliehen. Schauen wir uns nun einmal die Liste der bisherigen Preisträger an (Mit-der-Zunge-Schnalzen ausdrücklich erlaubt):

1984 Mario Been (NED)
1985 Frans van Rooy (NED)
1986 Aron Winter (NED)
1987 Bryan Roy (NED)
1988 Pieter Huistra (NED)
1989 Richard Witschge (NED)
1990 Dennis Bergkamp (NED)
1991 Gaston Taument (NED)
1992 Marc Overmars (NED)
1993 Clarence Seedorf (NED)
1994 Clarence Seedorf (NED)
1995 Patrick Kluivert (NED)
1996 Jon Dahl Tomasson (DEN)
1997 Boudewijn Zenden (NED)
1998/99  Mark van Bommel (NED)
1999/00 Arnold Bruggink (NED)
2000/01  Rafael van der Vaart (NED)
2001/02  Robin van Persie (NED)
2002/03  Arjen Robben (NED)
2003/04 John Heitinga (NED)

Umbenennung in „Johan Cruijff Prijs“ und Rückkehr zum Kalenderjahrformat:

2003 Arjen Robben (NED)
2004 Wesley Sneijder (NED)
2005 Salomon Kalou (CIV)
2006 Klaas-Jan Huntelaar (NED)
2007 Ibrahim Afellay (NED)
2008 Miralem Sulejmani (SRB)
2009 Eljero Elia (NED)
2010 Gregory van der Wiel (NED)
2011 Christian Eriksen (DEN)

Fett markiert sind übrigens jene Spieler, welchen nach bescheidener Redaktionsmeinung später die Entwicklung zum international anerkannten Spitzenspieler gelungen ist. Stellt sich die Frage, ob die niederländischen Berufsspieler einfach eine besondere Treffsicherheit bei der Einschätzung des Potentials ihrer jungen Mitspieler an den Tag legen oder ob diese erstaunliche Quote dem schieren Übermaß an talentiertem Humankapital im Nachbarland zuzuschreiben ist. Wir jedenfalls glauben an die Ajax-Schule.

Helden aus der zweiten Reihe

Mit Spanien und den Niederlanden treffen im heutigen WM-Finale zwei Fußballnationen aufeinander, die, bei allen Unterschieden, eine Sache eint: die Schwäche der heimischen zweiten Liga.

Für die Vereine in Spaniens Segunda División A bleibt im medialen Schatten der Giganten aus Madrid und Barcelona scheinbar einfach kaum noch Aufmerksamkeit übrig. Dementsprechend gestalten sich die durchschnittliche Zuschauerzahl, die in den vergangen Jahren stets im vierstelligen Bereich bewegte. Zum Vergleich: Die zweite Bundesliga verzeichnete in der abgelaufenen Saison einen Mittelwert von knapp über 15.000 Besuchern, die englische Championship kratzte sogar knapp an der 18.000er-Marke.

Und wer sich schon einmal in unserem Nachbarland das Gebolze in der Eerste Divisie – die momentan freilich nach einer belgischen Brauerei benannt ist – angetan hat, muss sich angesichts des schieren Überfluss an Weltklassespielern in der Elftal eigentlich regelmäßig verwundert die Augen reiben. Die können doch nicht alle in der Ajax-Akademie gezüchtet worden sein!?

Wie dem auch sei – für das in wenigen Minuten beginnende Endspiel tippe ich auf das mittlerweile schon fast obligatorische 1:0 für Spanien. Die Iberer scheinen sich bei ihrem wirklich bärenstarken Auftritt im Halbfinale endgültig gefunden zu haben.

Der Pokal hat keine eigenen Gesetze

KNVB beker – 08/09
AZ – Achilles’29
3:0 (1:0)
21.01.09, D** Stadion (Alkmaar)
13.313 Zuschauer (ca. 500 Gäste)

Alkmaar Zaanstreek erlebte in der niederländischen Eliteliga bis dato einen äußerst kuriosen Saisonerlauf. Zwei peinlichen Pleiten zum Auftakt folgte eine atemberaubende Serie von 16 Spielen ohne Niederlage. Allein 14 dreifache Punktgewinne bedeuteten die Herbstmeisterschaft und nähren die Hoffnung auf den zweiten Titel nach 1981.

Damals konnte AZ sogar das Double erringen. Auch in der aktuellen Auflage des nationalen Pokalwettbewerbs bewiesen die Kicker aus der Provinz Noord-Holland von Anfang an ihre Top-Form. Nach einem lockeren Erstrundensieg gegen Almelo wurde der Serienmeister PSV Eindhoven durch ein hart-umkämpftes 1:0 n.V. eliminiert. Was sollte da in einem Heimspiel gegen eine Amateurtruppe mit diesem putzigen Namen schon passieren?

Und genau das war das Problem – es passierte nicht viel. Der haushohe Favorit zeigte wenig Laufbereitschaft und begnügte sich lange mit der Verwaltung des frühen Führungstreffers. Startrainer Louis van Gaal fasste die uninspirierte Vorstellung seiner Mannschaft folgendermaßen zusammen:

Achilles hat sehr konservativ agiert: mit fünf Verteidigern, vier Mittelfeldspielern und einer Spitze. Damit hatten wir große Schwierigkeiten. Dennoch haben wir unsere Mission erfüllt. Wir haben die nächste Runde erreicht und ich konnte einige Jungprofis 90 Minuten spielen lassen. Mit unserem Spiel bin ich wirklich nicht zufrieden, es war mäßig bis schlecht.

Zum Sportlichen wäre damit auch alles gesagt. Der Ausflug in Rudi Carrells Heimatstadt besaß allerdings auch einen architektonischen Konnex: Vor zweieinhalb Jahren ersetzte dort ein modernes Stadion mit 17.000 Plätzen die Bruchbude Alkmaarderhout. Und im Gegensatz zu vielen seiner Artgenossen kann Alkmaars neues Zuhause durchaus überzeugen. Während geschwungene Tribünendächer der nach einer Bank benannten Spielstätte Eleganz verleihen, sorgen vier darauf montierte Flutlichtmasten für einen gewissen Retro-Look.

Einzig über einen Wechsel des Stadion-DJs sollten die Vereins-Verantwortlichen vielleicht einmal nachdenken. „Was wollen wir trinken“ auf Niederländisch, unterlegt mit übelstem Techno-Gebumse der Kategorie Autoscooter, ist wirklich mehr als grenzwertig.

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