Die Allianz gegen den Amateurfußball

Behauptung: Werbung mit Fußballbezug ist oft richtig schlecht. Dabei ist es erstmal egal, ob mit unserem oder für unseren Lieblingssport geworben wird. Argument: Der aktuelle Spot eines großen Versicherungskonzerns.

Dankenswerterweise betreibt dieser riesige Versicherungskonzern einen offiziellen Youtube-Channel, so dass der Clip hier im Blog direkt eingebunden werden kann:

Prinzipiell sicher keine schlechte Idee, sich an die schon aus rein quantitativen Gesichtspunkten nicht uninteressante Zielgruppe „Hobbykicker“ ranzuwanzen. Aber doch bitte nicht so.

Erstmal fällt dieser vermutlich bei Barbara Salesch entliehene Laiendarsteller negativ auf – kann weder HSV-Lieder singen, noch einen Ball stoppen, noch einen Kreuzbandriss halbwegs glaubhaft simulieren. Und zum krönenden Abschluss hat der Mann – quasi als Quintessenz dieses kleinen Schmuddelstreifens – noch folgende Lebensweisheit parat:

Auch wenn ihr in der fünften Liga spielt, solltet ihr euch immer erstklassig behandeln lassen.

Lieber Versicherungskonzern von gigantischen Ausmaßen: Level Fünf im deutschen Ligensystem bilden momentan die Oberligen. Und um dort mitspielen zu können, muss man die Kickerei schon richtig, richtig gut beherrschen. Grob geschätzt besser als 80 bis 90 Prozent der fußballspielenden Rest-Menschheit, die ihr somit ohne Not von eurer Werbebotschaft ausgeschlossen habt. Eigentor (<- Fußballbegriff), klassisches.

Darum gilt: Wenn ihr in der Versicherungs-Champions-League spielen wollt, solltet ihr auf fünftklassige Reklame verzichten.