Schreib dich nicht ab

…sondern eine Kolumne in einem Internetfanzine!

Genau das macht gerade Borussia Dortmunds Neuzugang Kevin. Der Ausnahmestürmer greift dabei nicht selbst zur Tastatur, nein, er lässt die klugen Texte stets von dubiosen Ghostwritern mit ominösen Nicknames „aufzeichnen“. Wer ja auch noch schöhner sich dem knochenharten Profi alltag mit unsinnigen Gedöns wie Gramatick und Interpunktion zusetzlich vermiehsen zu laßen

Es ist schließlich schlimm genug, sieben Jahre lang den Ressentiments überforderter Grundschullehrerinnen ausgeliefert gewesen zu sein:

Doch die Höchststrafe für Kinder lautet nach Ansicht der Grundschulpädagogen Kevin. Er führt die Rangliste der unbeliebten Namen an, gilt als verhaltensauffällig und leistungsschwach. Eine befragte Lehrerin kommentierte: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“

Klingt nach einem einzigen Spießrutenlauf. Ist es da verwunderlich, dass Kevin seine Jugend in Dortmunds Banlieus komplett in schwarzgelbe Lumpen Fanartikel gehüllt verbrachte? Seine Wochenenden auf dem Idiotenhügel im  Süden des SI-Parks vergeudete? Seinen Hass auf Schalke radebrechend in die weite Fußballwelt hinausblöken muss? Ellenbogenschläge spürt, wo gar keine waren?

Zudem hatte der bemitleidenswerte Lokalheld bislang auch noch keine Gelegenheit, der Liebe zu seiner KGaA körperlichen Ausdruck zu verleihen. Wie gerne würde er wohl der gestickten Bildmarke einmal ordentlich Zunge geben? Doch vor den Genuss prickelnder Textilerotik hat der liebe Fußballgott nunmal den Torerfolg gesetzt.

Es besteht aber noch Hoffnung auf Besserung – denn:

Die Gewinner heißen Maximilian und Marie, Lukas und Nele

Mit bislang 0 (in Worten: null) Treffern besitzt Kevin exakt die gleiche Quote wie sein Mannschaftskamerad Lucas. Und der ist, freilich mit ‚c‘ geschrieben,  immerhin der weltbeste Welttorjäger vom Dach.

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