Betr.: #AudiCup2017 – Fragen an @DasErste

Audi-Cup 2017

Diese Fragen gingen soeben per Fax an die Pressestelle des Ersten Deutschen Fernsehens raus:

1. Erhält die ARD / Das Erste von Turniersponsor Audi finanzielle Unterstützung für die Übertragung?

2. a) Falls ja: Wie stellt sich diese dar?

b) Falls nein: Wieso übernehmen Sie die Bezeichnung „Audi Cup“ ohne Bindestrich in Ihre Berichterstattung? Sollten Markennamen, die nicht den Rechtschreibungs-Regeln der deutschen Standardsprache entsprechen, von einer Anstalt des öffentlichen Rechts nach journalistischen Maßstäben korrigiert (Beispiel: „Iphone“ statt „iPhone“) werden?

3. Wieso tangiert bzw. verletzt die an vielen Stellen (z.B. in der Vorankündigung, Videotext, usw.) von Ihnen publizierte sowie mehrfach in der Live-Übertragung erwähnte Automarke nicht das gesetzliche Werbeverbot nach 20 Uhr?

4. Wie bewerten Sie den sportlichen Wert derartiger Freundschaftsspiele?

5. Wie rechtfertigt dieser eine Live-Übertragung zur so genannten Prime-Time in einem gebührenfinanzierten Medium?

Falls wir eine Antwort erhalten (wovon wir natürlich schwer ausgehen), wird sie an dieser Stelle unkommentiert veröffentlicht.

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Weltpokalsiegerkeimzellenbesieger

Informiert man sich über Gründungsgeschichte und Anfangsjahre von Fußballvereinen, stolpert man in den meisten Fällen über Begriffe wie Abspaltung, Anschluss, Fusion, Bankrott, Umbenennung, Neugründung, etc. Auch die Entstehung des FC Bayern München, immerhin als einer von ganz wenigen Clubs unter seinem noch heute bestehenden Namen gegründet, macht da keine Ausnahme:

Am 27. Februar 1900 fand im Gasthaus „Bäckerhöfl“ eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Es war kurz zuvor zu einem Streit über die weitere Entwicklung der Fußballabteilung gekommen, da eine Generalversammlung des MTV dem Beitritt des Vereins zum süddeutschen Fußballverband eine Absage erteilt hatte. Um 21:30 Uhr verließen elf Männer […] das Lokal und fanden sich im Restaurant „Gisela“ in Schwabing ein, um noch am selben Abend den FC Bayern München zu gründen.

Schnitt.

Irgendwann Mitte der 90er traf ich mit meinem damaligen Verein im Rahmen eines international besetzten A-Jugend-Turniers in Italien auf 1879 München. Die Gruppenspiele dauerten zwei mal 20 Minuten und ich stand im Tor, logisch. Ansonsten erinnere ich mich nur noch an einen recht kuriosen Treffer unseres Laufwunders Uwe im Stile des Fitzelkönigs Torsten Oehrl. Ach ja, und an das Ergebnis natürlich: Das Dorf mit etwas über 1.000 Einwohnern (wir) besiegt die Millionenmetropole (München) mit 4:0.

Heute, bereits anderthalb Jahrzehnte nach diesem Triumph bzw. 112 Jahre nach Gründung des FC Bayern bin ich dann auch mal auf den Trichter gekommen, dass 1879 München und MTV München beide dasselbe meinen: Den Männer-Turn-Verein München von 1879 e.V. (MTV von 1879).

Ich bin dann mal T-Shirts drucken.

Sonntagsschuss: 1986

Man kann am Gesichtsausdruck erahnen, dass dieses Turnier, sein allererster Einsatz als Vereinsspieler, für Nr. 7 und seine Mannschaft nicht besonders gut verlaufen ist. Vielleicht hatte er aber auch bereits eine Vorahnung: am darauffolgenden Tag verlor die Deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel gegen Argentinien mit 2:3.

 

Nimzo-Indisch

Irgendwie faszinierend, an wievielen Orten man im Laufe seines Lebens man die Eröffnungsspiele von großen Fußballturnieren erlebt (inspiriert durch angedacht):

1978
Mamas Bauch.

1980
Zu jung.

1982
Zu jung.

1984
Zu jung.

1986
In der elterlichen Wohnung. Vermutlich. 100%ig daran erinnern kann ich mich im Gegensatz zum Finale nicht.

1988
In der elterlichen Wohnung. Im Gedächtnis geblieben ist die Eröffnungsfeier mit vielen, vielen Kindern, die singend über die Tartanbahn des Düsseldorfer Rheinstadions rannten.

1990
Selbes Haus, andere Wohnung. Beim Nachbarsjungen. KA-ME-RUN!

1992
Wieder in der elterlichen Wohnung im schönen Südbaden. Langweilig, oder?

1994
In einer württembergischen Turnhalle. Wir haben an einem großen Jugendturnier teilgenommen, die Auslosung für selbiges fand hochprofessionell vor dem Spiel in der Halle statt. Ich hab eine Schmirmmütze mit „Bolivia“-Aufdruck getragen. Kam nicht unbedingt sooo gut an.

1996
Beim Kumpel auf der Veranda mit gegrilltem Tier.

1998
In einer Bar, irgendwo in Südfrankreich. Abi-Fahrt.

2000
In der ersten eigenen Bude. Mitbewohner und Bier leisteten Gesellschaft.

2002
Studentenbude in Essen. Frankreich ausgelacht.

2004
Azubi-Bude in Essen. Christiano Ronaldo ausgelacht.

2006
1. Halbzeit: Erste größere Wohnung in Essen. Rest der 2. Halbzeit: Videowürfel in der Arena auf Schalke. Hatten Karten für Polen – Ecuador.

2008
Studentenbude in Gelsenkirchen. Nicht wirklich in EM-Stimmung.

2010
Wohnzimmer vonne Eltern vonne Freundin. Flachbildschirm, HD, eisgekühlte Coke light. As good as it gets.