Heisingens Finest

Es gibt Dinge, die existieren höchstens als fixe Idee in der Köpfen ehrgeiziger Nachwuchskicker, aber niemals, wirklich niemals, in der Realität. Zum Beispiel die Vorstellung, in der Nachspielzeit des Pokalspiels gegen den vermeintlich übermächtigen Erzrivalen alle Gegenspieler übersprinten, auf der Torlinie ein paar Faxen machen und dann die Pille unter dem Gejohle der Fans aber sowas von lässig zum entscheidenden 2:0 einschieben zu können. Total verrückt.

Wenn nun aber Rolf Töpperwien abkommandiert wird, den ungleichen Kampf von David („…der unter der Woche Rinderhälften durch den Schlachthof trägt.“) und Goliath zu kommentieren, wenn ein gebürtiger Essener seiner Heimatstadt einen seiner ersten Trademark-Aussetzer schenkt, dann werden Kindheitsträume eben manchmal doch wahr. Zumindest der von Jörg Lipinski.

Danke, Jens. Mit fast 18 Jahren Abstand lässt sich auch recht locker über diese Schmach reden. Und grüß den Matteschitz ganz lieb von uns.

Quo vadis Hafenstraße?

Nachdem wir im Februar über die Neubaupläne in Essen berichtet haben, ist es an der Zeit für ein kleines Update. Werden die Bagger anrollen oder nicht? Und wenn ja wann?

Hier eine chronologisch geordnete und bewusst unkommentierte Auswahl an Schlagzeilen der letzten Tage:

RWE bekommt vielleicht ganz sicher ein neues Stadion

DerWesten und Reviersport berichten, dass eine Einigung bezüglich des Stadion-Neubaus in Essen kurz bevor steht. Stadtdirektor Christian Hülsmann präsentierte der Öffentlichkeit bereits einen fertigen Entwurf. Der Baubeginn soll im Herbst erfolgen, feierlich eröffnet würde das neue Schmuckkästchen dann 2011. Der erforderliche Ratsbeschluss am 4. März ist für Hülsmann offensichtlich nur noch Formsache:

Es gibt dort genug Fußballfans und die paar Schalker im Rat kriegen wir in den Griff.

Nun, ganz ketzerisch könnte man entgegnen, dass das mit dem „Schalker in den Griff kriegen“ vergangenes Wochenende noch nicht so wirklich gut funktioniert hat. Bevor an der Hafenstraße das Fundament nicht gesetzt ist, bleibt ein Rest Skepsis. Es wäre schliesslich nicht das erste Mal, dass die Vision von einem zeitgemäßen Stadion zum Teil auch an der Leistung der 1. Mannschaft scheitert.

Bereits 2004, nachdem sein Verein wieder einmal den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte, verkündete der damalige Präsident Rolf Hempelmann, dass die Finanzierung eines Stadionumbaus gesichert sei. Passiert ist seinerzeit überhaupt nichts. Nach dem sofortigen Wiederabstieg verschwanden die ambitionierten Pläne, die unter anderem eine 90°-Drehung des Spielfeldes vorsahen, wieder in der Schublade.

Die komplette Chronologie von Planungen, Pech und Pannen kann bei Virus RWE nachgelesen werden.