Kaiserlicher Protest

Dass die Kaiser Chiefs eine gewisse Affinität zum Fußball besitzen, ist nicht schwer zu erraten. Den Bandnamen hat sich der „Fünfer“ (Musikexpress) aus Leeds schließlich in leicht abgewandelter Form vom elffachen südafrikanischen Meister aus Soweto geborgt.

Einige Bandmitglieder sind zudem Fans von und Dauerkarteninhaber bei Leeds United und in dieser Eigenschaft momentan einigermaßen erbost über Chairman Ken Bates. Seit dem Rauswurf von Cheftrainer Simon Grayson Anfang Februar fordern die „Indie-Rocker“ (Exclusiv – Das Starmagazin) auf Konzerten mit eindeutigen Mitteilungen den Rücktritt des flamboyanten Präsidenten.

Bassist Simon Rix erklärt die Hintergründe:

Leeds‘ Manager Simon Grayson war auf unserem Gig in Llandudno. Er wusste, dass das Team zuletzt nicht gut gespielt hatte, aber er strahlte dennoch Zuversicht aus. Deshalb habe ich meine Dauerkarte erneuert – und dann wurde er gefeuert.

Wir haben „BATES“ auf meinen und „OUT!“ auf den Verstärker von Gitarrist Andrew White geschrieben.

Bates (80) ist – Stand heute – allerdings immer noch im Amt. I predict a riot.

 

Kühe, Schweine, Chelsea-Fans

Chelsea gilt seit der Regentschaft von Abramczik Abramowitsch-Vorgänger Ken Bates als Anziehungspunkt für neureiche Snobs und Erfolgsfans. Ob das so tatsächlich stimmt, wäre an anderer Stelle zu klären. Fest steht, dass Mitte der 80er eher stadtbekannte Unruhestifter mit dem Hang zum gepflegten Platzsturm den Ton an der Stamford Bridge angegeben haben.

Die Zustände waren offenbar derart aus dem Ruder gelaufen, dass Bates sich nur noch mit der Installation eines Elektrozauns(!) vor der Fankurve zu helfen wusste. Ein pikanterweise nur wenige Tage vor den Katastrophen von Heysel und Bradford aufgenommenes Foto zeigt den sichtlich stolzen Chairman mit seinem metallenen Ungetüm. Letztlich siegte aber die Vernunft und der Zaun musste das Schicksal des Schnellen Brüters teilen – 1985 fertiggestellt, aber nie ans Netz gegangen.