No jokes with trains

Bei der Planung von PR-Aktivitäten immer im Hinterkopf behalten: Es sind diese kleinen Fehler, Pannen und Unzulänglichkeiten, die einem Unternehmen so etwas wie menschliche Züge verleihen. Da passt es wie Faust auf Eimer, dass die Deutsche Bahn eine prominente Vertreterin des schwachen Geschlechts bei ihren, nun ja, zweitklassigen Fußballbemühungen begleitet.

Neben Tante Hertha unterstützt der sympathische Hochleistungskonzern allerdings auch die deutsche Frauennationalelf respektive die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™ auf finanzielle Art und Weise. Als „nationaler Förderer“, wie es im verquasten Fifa-Sprech offiziell heißt.

Einfach nur mit Geld um sich zu werfen wäre aber irgendwie auch ein wenig langweilig, und so wird regelmäßig im monatlich erscheinenden Kundenmagazin „Mobil“ über das sich mit total angesagten Siebenmeilenstiefelchen in Wildlederoptik nähernde Event berichtet. In der aktuellen Ausgabe haben die Kommunikationsstrategen der Bahn nun offensichtlich den Höhepunkt ihrer kreativen Schaffenskraft erreicht:

 

Quelle: "Mobil", Nr. 03 2011, Seite 62

 

Naja, naja. Zumindest 4. und 6. würde ich aber vehement widersprechen wollen. Sonst noch jemand?

Sonntagsfoto: Es fährt ein Zug wie nirgendwo

West Stand, Lansdowne Road, DART-Train

Dublin Area Rapid Transit (kurz DART) ist ein S-Bahn-ähnliches Nahverkehrssystem, das seit 1984 die Vororte der irischen Hauptstadt Dublin mit der Stadt verbindet. Die charakteristischen grünen Wagen nutzen ein Oberleitungsystem mit 1500 Volt Gleichstrom.

So nüchtern beginnt der deutsche Wikipedia-Artikel über ein Thema, das Trainspotter und Groundhopper gleichermaßen in Verzückung versetzt. Der DART-Train ist – oder besser: war – der einzige (mir bekannte) Zug der Welt, dessen Streckenverlauf durch ein Fußballstadion führte. Genauer gesagt durchquerte er den imposanten West Stand der Lansdowne Road.

Doch das einstige irische Nationalstadion für Fußball und Rugby ist inzwischen Geschichte. Seit dem Abriss 2007 wurde an selber Stelle an einem Neubau gearbeitet, der in diesem Frühjahr eingeweiht wurde. Größer und moderner ist der – natürlich – mit einem nichtssagenden Sponsorennamen versehene Nachfolger.

Mit ihrer atemberaubenden Glasfassade, den 50.000 Sitzplätzen und einer Einstufung als UEFA-„Elitestadion“ ist die Spielstätte sogar schick genug, um 2011 als Schauplatz für das Finale der Europa League zu dienen. Doch auf ein ganz besonderes Vergnügen müssen die zahlreich nach Dublin gereisten Fans von, ähm, Schalke 04, Manchester City oder welchen Vereinen auch immer dann verzichten: Mit der Vorortbahn durch das Stadion zu fahren ist nicht mehr möglich.