Schüsselschwund

Toll, dass der 1. FCN den Klassenerhalt geschafft hat. Nicht nur, weil ich mit dem FC Augsburg so gar nichts anfangen kann. Sondern vor allem, weil Nürnberg der 1. Bundesliga in der kommenden Saison etwas ganz Exklusives zu bieten hat: eine Laufbahn. Es stimmt tatsächlich, die Heimat des „Glubb“ wird nach dem Abstieg der Berliner Hertha das einzige verbliebene Leichtathletik-Stadion in Deutschlands Eliteliga sein.

Damit spitzt sich ein Ende der 90er einsetzender Trend zu. Angesichts des sukzessiven Umbaus des Hamburger Volksparkstadions gelangten damals auch andere Stadionbetreiber zu der Erkenntnis, dass ihre Mehrzweckkampfbahnen vielleicht nicht mehr zeitgemäß sein könnten. Vielen Stadien wurden seitdem nach Hamburger Vorbild die Laufbahn genommen (Köln, Duisburg, Frankfurt), andere komplett durch Neubauten ersetzt (München, Gelsenkirchen).

Heute besitzt jeder halbwegs ambitionierte Dorfverein eine der immergleichen Fertigbau-Arenen auf der grünen Wiese. Als „Schmuckkästchen mit Tribünen direkt am Spielfeldrand“ werden diese seelenlosen Bauten im Sportreporter-Sprech gleichsam nichtsagend wie euphemistisch bezeichnet. Auch die nackten Zahlen zeichnen ein erschütterndes Bild: Der Anteil* der Laufbahnstadien sank in den vergangenen 20 Spielzeiten von jeweils 75 % auf 5,6 % (1. Bundesliga) bzw. 22,2 % (2. Bundesliga).

Das ist schade. Nicht unbedingt um die Sichtverhältnisse in den oft eher Tellern statt Schüsseln gleichenden Spielstädten. Aber um die zeitlos elegante Zeltdach-Konstruktion des Münchner Olympiastadions, die monströsen Zäune vor der Nordkurve des Gelchenkirchener Parkstadions oder die giraffenartigen Flutlichtmasten des Rudolf-Harbig-Stadions in Dresden. Ja, ich als regelmäßiger Stadiongänger vermisse die einst blühenden Tartan-Landschaften.

* Als Laufbahnstadion wurde eine Spielstädte gezählt, wenn sie in der betreffenden Spielzeit eine komplette Laufbahn (egal ob mit Asche- oder Kunststoffbelag) vorweisen konnte, auf der zumindest Schulsport möglich war. Sämtliche während des laufendem Spielbetrieb umgebauten Stadien fielen ab Baubeginn aus der Wertung. Wenn sich zwei Vereine ein Stadion geteilt (z. B. Bayern und 1860 München) haben, kam es doppelt in die Wertung.

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