Sonntagsschuss: 1986

Man kann am Gesichtsausdruck erahnen, dass dieses Turnier, sein allererster Einsatz als Vereinsspieler, für Nr. 7 und seine Mannschaft nicht besonders gut verlaufen ist. Vielleicht hatte er aber auch bereits eine Vorahnung: am darauffolgenden Tag verlor die Deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel gegen Argentinien mit 2:3.

 

Das perfekte Tor

Man kennt – ich kenne – diese Szene aus diversen WM-Rückblicken: Clodoaldo fummelt sich sehr überheblich und sehr überlegen durch das Mittelfeld und nach einem langen Steilpass gelangt der Ball zu Edison-Arantes-do-Nascimento-genannt-Pelé. Erst scheint es so, als sei der damals 29-Jährige mit seinem lateinamerikanischen Offensiv-Latein am Ende, ehe er die vielleicht lässigste Vorlage der Fußballgeschichte gibt. Carlos Alberto, Außenspann, Tor.

Weniger bekannt war mir hingegen, dass dieser Treffer im angelsächsischen Raum (in Brasilien vermutlich sowieso) „The perfect goal“ genannt wird.

Berechtigt? Überzeugen Sie Sich selbst – Carlos Alberto der Echte mit seinem 4:1 im WM-Finale 1970:

Helden aus der zweiten Reihe

Mit Spanien und den Niederlanden treffen im heutigen WM-Finale zwei Fußballnationen aufeinander, die, bei allen Unterschieden, eine Sache eint: die Schwäche der heimischen zweiten Liga.

Für die Vereine in Spaniens Segunda División A bleibt im medialen Schatten der Giganten aus Madrid und Barcelona scheinbar einfach kaum noch Aufmerksamkeit übrig. Dementsprechend gestalten sich die durchschnittliche Zuschauerzahl, die in den vergangen Jahren stets im vierstelligen Bereich bewegte. Zum Vergleich: Die zweite Bundesliga verzeichnete in der abgelaufenen Saison einen Mittelwert von knapp über 15.000 Besuchern, die englische Championship kratzte sogar knapp an der 18.000er-Marke.

Und wer sich schon einmal in unserem Nachbarland das Gebolze in der Eerste Divisie – die momentan freilich nach einer belgischen Brauerei benannt ist – angetan hat, muss sich angesichts des schieren Überfluss an Weltklassespielern in der Elftal eigentlich regelmäßig verwundert die Augen reiben. Die können doch nicht alle in der Ajax-Akademie gezüchtet worden sein!?

Wie dem auch sei – für das in wenigen Minuten beginnende Endspiel tippe ich auf das mittlerweile schon fast obligatorische 1:0 für Spanien. Die Iberer scheinen sich bei ihrem wirklich bärenstarken Auftritt im Halbfinale endgültig gefunden zu haben.