Bericht: VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach | 88/89

Aus unserem Archiv:

 

1. Bundesliga – 88/89
VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach
2:1 (1:1)
10.06.1989, Neckarstadion (Stuttgart)
35.000 Zuschauer

Steck Dir bitte ein Taschenmesser in die Schuhe oder die Unterhose!

Das gab mir meine Mutter(!) einen Tag vor dem Spiel mit auf den Weg. An das Geschehen auf dem Rasen kann ich mich nicht mehr großartig erinnern, aber diese Worte werde ich nie vergessen. Ja, es waren die 80er und Fußball hatte (sicherlich teilweise zurecht) einen schlechten Ruf. Ein Umstand, an den man übermotivierte Politiker stets erinnern sollte, wenn mal wieder der Untergang des Abendlandes duch eine noch nie dagewesene Form von Fußballgewalt ausgerufen wird.

Wie gesagt, die sportlichen Erinnerungen sind verblasst, was auch daran liegen könnte, dass wir mit der kompletten D-Jugendmannschaft vor Ort waren. Da war es dann mit der Konzentration wohl nicht allzu weit her. Vom damals in den Kurven noch unüberdachten Neckarstadion war ich als Kleinstadtkind aber natürlich sehr beeindruckt. Die Torschützenliste konnte sich ebenfalls sehen lassen:

0:1 Hans-Günter Bruns (3.)
1:1 Jürgen Klinsmann (33.)
2:1 Karl Allgöwer (75.)

Die Dinosaurier wer’n immer weniger

Dinosaurier

Trotz des jüngsten Auswärtssiegs in Kaiserslautern schwebt der Hamburger SV in echter Abstiegsgefahr. Wir wollen ja nichts beschreien… aber: Wann haben eigentlich die anderen 15 Teilnehmer der ersten Saison ihren Status als „Bundesliga-Dino“ verloren?

  • 1964: Als erste Gründungsmitglieder der Bundesliga steigen Preußen Münster und der 1. FC Saarbrücken sofort wieder ab.
  • 1965: Sportliche Absteiger gibt es aufgrund der Aufstockung auf 18 Teams nicht, Hertha BSC wird allerdings die Lizenz entzogen.
  • 1968: Der Karlsruher SC landet abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.
  • 1969: Der 1. FC Nürnberg schafft das bis heute unwiederholte Kunststück, als amtierender Meister abzusteigen.
  • 1970: Der TSV 1860 verlässt nur vier Jahre nach seiner ersten und einzigen Meisterschaft die 1. Liga.
  • 1972: Borussia Dortmund verschwindet für vier Spielzeiten in der Zweitklassigkeit.
  • 1973: Sechs Jahre nach dem Titelgewinn muss Eintracht Braunschweig erstmalig den Gang in die Regionalliga antreten.
  • 1975: Der VfB Stuttgart steigt in die neu gegründete 2. Bundesliga Süd ab.
  • 1980: Ähnlich wie den VfB erwischte es Werder Bremen bislang nur einmal.
  • 1981: Die 80er waren eine schwierige Zeit für den FC Schalke 04, die mit dem ersten Abstieg begann.
  • 1982: Erstaunlich, dass sich der MSV Duisburg so viele Jahre am Stück in der Bundesliga halten konnte.
  • 1996: Nach 14 Jahren Schonzeit erwischt es mit dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt gleich zwei „Dinos“.
  • 1998: Der 1. FC Köln erhält seine Bestimmung als Fahrstuhlteam.

Was sagt uns diese Auflistung? Nicht viel. Muss sie ja auch nicht. Interessant, dass Preußen Münster als einziger Club nie den Wiederaufstieg geschafft hat. Immerhin: Dass der MSV Duisburg erst nach seiner 19. Bundesliga-Saison die Bundesliga erstmalig verlassen musste, hat mich wirklich überrascht.

Live-Bericht: VfB Stuttgart – Hamburger SV | Groundhopping

Aus unserem Archiv:

1. Bundesliga – 1993/1994
VfB Stuttgart – Hamburger SV
4:0 (3:0)
05.03.1994, Gottlieb-Daimler-Stadion (Stuttgart)
34.000 Zuschauer

Ähnlich wie im Dezember gegen Duisburg zeigt der VfB eine beherzte Leistung und schickt die Norddeutschen mit einem klaren 4:0 nach Hause. Die Treffer fallen aber allesamt erst in der Schlussphase. Vier Tore innerhalb von zehn Minuten – sieht man auch nicht alle Tage.

Live-Bericht: VfB Stuttgart – MSV Duisburg | Groundhopping

Aus unserem Archiv:

1. Bundesliga – 1993/1994
VfB Stuttgart – MSV Duisburg
4:0 (3:0)
10.12.1993, Gottlieb-Daimler-Stadion (Stuttgart)
14.000 Zuschauer

Durch die Renovierungsmaßnahmen zur Leichtathletik-WM 1993 hatte sich das Erscheinungsbild des Neckarstadions seit meinem letzten Besuch doch merklich verändert. Sogar einen neuen Namen wurde ihm spendiert.

Im weiten Rund herrschte dennoch zunächst tote Hose, nicht verwunderlich an einem kalten Dezember-Abend mitten unter der Woche. Das änderte sich aber rasch durch die hervorragende Leistung der Heimelf. Nach dem Seitenwechsel kam dann sogar ein wenig Gänsehautstimmung auf, als die Cannstatter Kurve über fast die gesamte zweite Halbzeit den scheidenden Trainer mit „Ole, super Christoph Daum“ huldigte.

Mannschafts-Kader: VfB Stuttgart, Saison 2011/2012

Tor

  • Sven Ulreich
  • Marc Ziegler

Abwehr

  • Patrick Bauer
  • Ermin Bičakčić
  • Arthur Boka
  • Khalid Boulahrouz
  • Stefano Celozzi
  • Matthieu Delpierre
  • Steffen Lang
  • Maza
  • Cristian Molinaro
  • Georg Niedermeier
  • Serdar Tasci

Mittelfeld

  • Mamadou Bah
  • Timo Gebhart
  • Christian Gentner
  • Tamás Hajnal
  • Raphael Holzhauser
  • Zdravko Kuzmanović
  • William Kvist
  • Tobias Rathgeb
  • Kevin Stöger
  • Ibrahima Traoré

Angriff

  • Alexander Aschauer
  • Johan Audel
  • Pascal Breier
  • Cacau
  • Martin Harnik
  • Christoph Hemlein
  • Shinji Okazaki
  • Pavel Pogrebnyak
  • Alexander Riemann
  • Julian Schieber

Trainerstaab

  • Bruno Labbadia (Chef-Trainer)
  • Eddy Sözer (Assistenz-Trainer)
  • Andreas Menger (Torwart-Trainer)

Prominente Fans des VfB Stuttgart

  • Max Herre
  • Afrob
  • Die Fantastischen 4
  • Guido Cantz
  • Florian König

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ausgenommen sind Politiker, aktuelle und ehemalige Spieler, Trainer, Präsidenten oder sonstige Vereinszugehörige.

Random Fact: Gründerjahre sind (keine?) Herrenjahre

Bundesliga: Abschlusstabelle 63/64

Ich weiß nicht, ob sie etwas aussagt, und wenn ja, was – als interessante Randerscheinung taugt folgende Beobachtung meiner Meinung nach allemal:

Alle 14 Teams die in der ersten Bundesligasaison die Klasse gehalten haben, spielen auch in der kommenden Spielzeit in der (1. und 2.) Bundesliga. Die beiden damaligen Absteiger, 1. FC Saarbrücken und Preußen Münster, werden in der ebenfalls eingleisigen 3. Liga antreten.

Während es Letztgenannte in jüngerer Vergangenheit bis in die Niederungen der vierten (Münster) und fünften (Saarbrücken) Spielklasse verschlagen hatte, haben sich die ersten 14 „Überlebenden“ durch die Bank mindestens auf Level drei gehalten.

In Frankfurt könnte sich nun zu Aidas Triumphmarsch eine Herrenrunde „Genau die Richtigen ausgewählt“-gröhlend auf die welken Schenkel klopfen. In Pirmasens, Aachen oder Offenbach hingegen mehr denn je die Ansicht vertreten werden, bei der Auswahl der 16 Debütanten nicht nur übergangen, sondern auch dauerhaft benachteiligt worden zu sein.

Derweil hat die dem Rekordmeister anhängende Leserschaft vermutlich schon ihr grausigtes Miasanmia-Grinsen aufgesetzt. Aber, hey, so eine bestätigende Ausnahme hat doch noch keiner Verschwörungstheorie geschadet.

Fotos: Mercedes-Benz Arena, VfB Stuttgart

Mercedes-Benz Arena, Stuttgart

Adresse: Mercedesstraße 87, 70372 Stuttgart
Heimatverein: VfB Stuttgart
Kapazität: momentan ca. 41.000; nach dem für 2012 geplanten Ende des Umbaus 60.300
Zuschauerrekord: 103.000 (1950, Länderspiel: Deutschland – Schweiz 1:0)
Erbaut: 1933

Frühere Namen: Von 1949 bis 1993 Neckarstadion, von 1993 bis 2008 Gottlieb-Daimler-Stadion.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Mercedes-Benz Arena, VfB Stuttgart Mercedes-Benz Arena, VfB Stuttgart