Betr.: #AudiCup2019 – 5 Fragen an das @ZDF

Diese fünf Fragen bezüglich eines Fußballturnieres in der Saison-Vorbereitung gingen soeben per Tele-Fax an die Pressestelle des Zweiten Deutschen Fernsehens raus:

1. Erhält das ZDF von Turniersponsor Audi finanzielle Unterstützung für die Übertragung? Falls ja: Wie stellt sich diese dar?

2. Wieso tangiert bzw. verletzt die an vielen Stellen (z.B. in der Vorankündigung, Videotext, usw.) von Ihnen publizierte sowie mehrfach in der Live-Übertragung erwähnte Automarke nicht das gesetzliche Werbeverbot nach 20 Uhr?

3. Wie bewerten Sie allgemein den sportlichen Wert derartiger Freundschaftsspiele?

4. Wie bewerten Sie die Live-Übertragung des Spiels um Platz 3 hinsichtlich der Erfüllung Ihres öffentlich-rechtlichen Programmauftrags?

5. Während Sie und Das Erste in den vergangenen Jahren regelmäßig Freundschaftsspiele des FC Bayern zur so genannten Primetime gezeigt haben, kamen alle anderen Vereine der Bundesliga nicht in den Genuss derartiger Übertragungen. Tragen Sie durch diese Auswahl nicht zur Zementierung des Status Quo mit Bayern München als sportlich und wirtschaftlich dominierenden Marktteilnehmer bei?

Falls wir eine Antwort erhalten (wovon wir natürlich schwer ausgehen), würde sie an dieser Stelle unkommentiert veröffentlicht werden.

Es ist kein Mensch, es ist kein Tier, es ist ein Bayer-Volunteer

Wir sehen hier nicht etwa gelehrige Teenager, denen man einen gewissen naiven Enthusiasmus ob der Aussicht auf Partizipation an der schillernden Bundesliga-Welt noch irgendwie nachsehen könnte. Nein, gestandene Mannsbilder sind bei Heimspielen der Bayer 04 Leverkusen Fussball [sic!] GmbH kostenneutral dafür verantwortlich, die hinter der Torauslinie drapierten und von sich warmlaufenden Ersatzspielern in Mitleidenschaft gezogenen Sponsorenteppiche fernsehgerecht in Form zu zupfen. Der Finanzbeamte von nebenan, unser Lehrer Dr. Specht. Erwachsene Männer mit einer gewissen Lebenserfahrung. Sollte man meinen.

Ein Foto, so unendlich scheiße. Und das ist schon großzügig abgerundet.

Danke, Effe!

Fußball ist ein Ergebnissport. Selbst wenn der Gegner nur 20 Prozent Ballbesitz oder ein Torschussverhältnis von 1:25 aufweisen kann – geht er in Führung, ist das keinesfalls (Ausnahme: s. nächster Satz) als unverdient oder glücklich zu bewerten. Jeder Vorsprung respektive Sieg im Fußball ist gerecht, so lange er nicht durch eine Fehlentscheidung der Unparteiischen zustande kommt. Ausrufezeichen. Wer damit nicht umgehen kann, sollte sein Interesse vielleicht besser auf Sportarten mit ordinal messbaren Leistungen (z. B. Leichtathletik) konzentrieren. Oder gleich zum Eiskunstlauf wechseln.

Und obwohl gestern Nachmittag erst vier Minuten gespielt waren: So gesehen hatte Stefan Effenberg natürlich absolut recht, als er dem zwischenzeitlichen 1:0 für Köln das Prädikat „nicht unverdient“ anheftete. Der Blonde aus dem hohen Norden geht also auch als Co-Kommentator bei sky dorthin, wo’s weh tut und wäre als Gladbacher Präsident schlichtweg verschenkt gewesen.