DFL-Supercup in China? Scheiß der Hund drauf

Anfang/Mitte der 90er war Fußball out und die NBA in meiner Altersklasse (Jahrgang ’78) irre populär. Der Auftritt des Dream-Teams in Barcelona hallte noch nach, die Bulls verzauberten die komplette Sportwelt und mit Detlef Schrempf mischte sogar ein richtig guter deutscher Spieler in der besten Basketball-Liga der Welt mit. Das 1993 entstandene DSF berichtete – ein im Pre-Internetzeitalter wesentlicher Faktor – regelmäßig live und in Magazinform.

Dann gewinnt, wie ein Wink des Schicksals, auch noch die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes völlig überraschend den Titel bei der Europameisterschaft 1993. In der Münchner (zwinkerzwinker…) Olympiahalle. In Person von Henning „Flying“ Harnisch stand sogar der potentielle Posterboy für Sport Bild und Bravo Sport parat.

Um das Ganze mal abzukürzen: Dieser Zeitraum (etwa 1993 bis 1995) hätte sich perfekt geeignet, um ein Basketball-Retortenprojekt aus dem Boden zu stampfen.

2010, mindestens 15 Jahre zu spät, kommt Bayern-Manager Uli Hoeneß tatsächlich auf die grandiose Idee, Basketball mit dem Label „FC Bayern“ in die Erstklassigkeit zu hieven. Ein Unterfangen, das mit einer geradezu lächerlich gut besetzten und quersubventionierten Mannschaft auch problemlos gelingt.

In der 1. Liga (BBL) angekommen muss man trotz großzügiger Unterstützung durch den Haussender Sport 1 allerdings recht schnell feststellen, dass selbst in einem Basketball-Schwellenland der Sprung an die absolute Spitze nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen ist. Zur Ernüchterung angesichts des eigenen Ausscheiden im Play-Off-Viertelfinale gesellt sich außerdem die vermeintliche Unbezwingbarkeit des aktuellen Serienmeisters aus Bamberg.

Die Claims in der BBL scheinen also mittelfristig abgesteckt und hier drängen sich meines Erachtens deutliche Parallelen zu einem momentan durch den „Blätterwald rauschenden“ (jaja) Geistesblitz auf, der diesen Text als Beitrag in einem Fußball-Blog qualifiziert:

Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, regte vor wenigen Tagen medienwirksam eine zukünftige Austragung des DFL-Supercups in China an. Tatsächlich stammt aber auch diese Idee vom bekennenden Internetausdrucker aus Ulm, der sich bereits im Januar diesen Jahres ganz ähnlich wie Seifert äußerte.

„Am Ende des Tages“ werden die Lockrufe der asiatischen Märkte eben auch am Weißwurst-Äquator gehört. Blöd nur, dass diese schon vor Jahren David Beckham, Barca, Real und ein halbes Dutzend Premier-League-Clubs unter sich aufgeteilt haben. Jene Kaste globaler Fußball-Blue-Chips eben, gegen die selbst der zugegebenermaßen einzige heimische Verein mit internationaler Strahlkraft nicht anstinken kann.

Und auf diesem weitestgehend gesättigten Markt möchten DFL und der FC Bayern also in die letzen noch unbesetzten Nischen kriechen – mit einem Spiel, das schon zu Hause keinen Hund hinter dem Ofen hervorlockt? Ein Unterfangen, das nur unwesentlich weniger hilflos als die schon jetzt legendäre China-Werbetour von Arminia Bielefeld und Energie Cottbus wirkt.

So verabscheuungswürdig diese Form des Sportkulturimperialismus auch ist: Wenn dadurch Bundesliga-Anstoßzeiten der Güteklasse „12 Uhr mittachs“ und eine noch stärkere Zerstückelung der Spieltage verhindert werden, soll der Sack Reis unter den Vereinswettbwerben meinethalben in China oder sonstwo umfallen.

Verbraucherinformation

Es gibt viele Webseiten im Internet, wo man auf verschiedene Disziplinen des Sports wetten kann. Bwin bietet Informationen und Tipps für einzelne Spiele und diverse Sportarten.

Gedanken zum 138. Pflichtspiel-Derby

DFL-Supercup. Eigentlich ein viel zu bescheidener Name für diesen phantastischen Wettbewerb. Sat 1 hätte sich als übertragender Sender wohl für „Goldene Wanderhure“ oder ähnliches ausgesprochen. Powered by Emotion. Vielleicht also ganz gut, dass das 138. Derby ab 20.15 Uhr live in Ihrem Zett-De-Eff zu sehen ist.

Netter Fun-Fact: Das letzte nicht in der Bundesliga ausgetragene Pflichtspiel-Duell fand vor fast auf den Tag genau zehn Jahren statt. Schalke behielt im Liga-Pokal genannten Vorgängerwettbewerb mit 2:1 die Oberhand. Damals hatten allerdings die Unaussprechlichen (hier „Sieger Spiel 1“ genannt) Heimrecht: