Fotos: Stadion Strahov in Prag – das größte Stadion der Welt

Bereits die reinen Daten sind beeindruckend: Bei einer Innenraumfläche von 310,5 x 202,5 Metern bot das Strahov-Stadion Platz für bis zu 250.000 Zuschauer. 1926 eröffnet waren es vor allem Massenveranstaltungen wie die Spartakiaden, die Hundertausende auf den Petřín-Berg im namensstiftenden Staddteil Strahov lockten.

Und auch von außen betrachtet wirkt die Anlage gewaltig, noch dazu im direkten Vergleich mit dem sich nebenan befindlichen und ebenfalls Strahov genannten Stadion Evžena Rošického. Wie bei vielen Gebäuden werden die wahren Dimensionen dieses Ungetüms aber wohl erst aus der Vogelperspektive wirklich deutlich:

[iframe src=“https://maps.google.de/maps?q=strahov+prag&hl=de&ll=50.08058,14.385438&spn=0.007807,0.021136&hq=strahov&hnear=Prag,+Tschechische+Republik&t=h&fll=50.08058,14.385438&fspn=0.007807,0.021136&z=16″ width=“600″ height=“400″]

Momentan wird das Stadion nicht oder nur selten für Sportveranstaltungen genutzt. Im Innenraum hat Sparta Prag seine Geschäftsstelle sowie ein Trainingszentrum mit acht Fußballfeldern errichtet, davon sechs in Standardgröße. Das letzte große Konzert war der Auftritt von George Michael im Jahr 2007. Seitdem verfällt das Stadion zusehends. Konkrete Pläne, wie das einzigartige Monument erhalten werden kann, existieren wohl nicht.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Abwehr ist die beste Verteidigung

Eigentlich war der FK Dukla Praha längst im Heute einer marktwirtschaftlich orientierten Tschechischen Republik angekommen. Da nach Ende des kommunistischen Regimes die finanzielle Unterstützung des selbigen fehlte, sah sich der einstige Armeeklub genötigt, mit einem anderen Verein zu fusionieren. So kam es, dass die 1. Mannschaft 1997 ins mittelböhmische Kaff Pribram quasi zwangsversetzt wurde.

Der ein Jahr darauf gegründete Nachfolgeverein wird momentan aber von seiner Vergangenheit eingeholt. Zwar gelang dem „neuen“ FK Dukla 2011 die Rückkehr in die 1. Liga – doch was eigentlich nichts außer ein Grund zur Freude sein sollte, brachte auch Probleme mit sich: Das Dukla-Stadion Juliska entspricht nicht mehr so ganz den Anforderungen der höchsten Spielklasse.

Nachdem man die Saison noch in der angestammten Spielstätte gestartet hatte, ist diese seit kurzem wegen der notwendigen Umbauarbeiten gesperrt. Die riesige Haupttribüne etwa bekommt uefa-konforme Sitze, außerdem wird ein neuer Rasen samt Heizung verlegt. Da Stadion und Grundstück noch immer Eigentum des Verteidigungsministeriums sind, gestaltet sich die Renovierung allerdings weitaus komplizierter, als dies bei einem städtischen oder vereinseigenen Stadion der Fall wäre.

Passierschein A38

So lässt Dukla-CEO Michal Šrámek besorgte Anhänger per Pressemitteilung wissen, dass die Renovierung der Zuschauerränge gute Fortschritte mache. Die Arbeiten an der Spielfläche würden sich allerdings verzögern, da hierfür eine andere Art von Genehmigung duch das Ministerium notwendig sei, die bislang noch nicht erteilt wurde.

Bis es soweit ist, beziehungsweise bis zum Abschluss aller Baumaßnahmen, nutzt der elffache Landesmeister Prags stadiontechnische Alzweckwaffe. Dukla ist das neunte Team in den vergangenen zehn Jahren, das Heimspiele im Stadion Evžena Rošického (auch als Strahov bekannt) austrägt. Kleiner Trost für die Fans: Aufgrund der umzugsbedingten Unannehmlichkeiten verzichtet der Klub im Exil auf die Erhebung von Eintrittsgeldern.