Laptop und Lederbluse

Früher war alles besser, sogar die Schleichwerbung. Zumindest subtiler kam sie daher, als heutzutage im Zweiten Deutschen Zwangs-Bezahlfernsehen.

KMH: „Olli, bist Du son Typ, der mit dem Laptop vorm Fernseher sitzt?“ *

Olli: „Nee, eigentlich nicht… obwohl, doch, seit es das Fennorackel gibt.“

* als ob sie das nicht genau wüsste

Wie ein Titan im Zuchthaus

Oliver Kahn

Foto: obs/Kinderhilfe Organtransplantation

Oliver Kahn hat nicht nur ein Herz für kranke Kinder (s. Foto links), auch die Schicksale junger Strafgefangener lassen ihn nicht kalt. Jedenfalls ließ es sich der 40-Jährige nicht nehmen, zum Finale des Gefängnis-Fußballturniers „Anstoß für ein neues Leben“ persönlich in der JVA Siegburg vorbeizuschauen.

»Der Erfolg ist die Summe aller Niederlagen«, referierte der ZDF-Experte dort ungewohnt esoterisch. Etwas unpoetischer fiel hingegen die Antwort auf die Frage nach seinem Erfolgsgeheimnis aus: »Ich habe immer wie ein Bekloppter trainiert.«

Das Erstaunlichste an diesem pressewirksamen Auftritt war allerdings die Grandezza, mit der Kahn seinen schnittigen Luxusboliden durch das Eingangstor der Haftanstalt manövrierte. Demnächst taucht der hochsensible Ex-Profi vermutlich mit einer Familienpackung Vanilleeis unterm Arm im Diät-Camp auf.

Für dieses grobe Foul bekam der dreimalige Welttorhüter dann auch umgehend die verdiente und offenbar nicht mehr ganz so frische Quittung präsentiert. Der unbekannte Zelleninsasse hat für diesen punktgenauen Kunstwurf sicher lange geübt. Vielleicht sogar wie ein Bekloppter.

Tschakka Kahn

bananen Bereits kurz nach der Entlassung Andreas Müllers, als die unvermeidlichen Spekulationen über einen möglichen Nachfolger durch den virtuellen Blätterwald rauschten, fiel unter anderem der Name Oliver Kahn. Was auf den ersten Blick wie ein feuchter Sportjournalisten-Traum anmutet, konkretisierte sich dann im Laufe dieser Woche: Clemens Tönnies trifft sich in der westostfälischen Provinz mit dem „Titan“. Der Königsblog fasst alles Wissenswerte sehr schön zusammen.

Natürlich ist es ungewiss, ob Kahn auf Schalke akzeptiert werden würde, ob er als Managerneuling sofort in der Lage wäre, bei einem Bundesligaverein erfolgreich zu arbeiten. Viel naheliegender als diese berechtigten Zweifel ist meiner Meinung nach aber folgende Frage: Wieso, um alles in der Welt, sollte er sich diesen Saftladen antun? Allein mit seiner vermeintlichen Vorliebe für klimakterische Früchte ließe sich ein Engagement jedenfalls nicht erklären.