Joachim Hopp vs. Collinas Erben


Es war eine schöne Zeit, als man beim Stichwort „Hopp“ noch unwillkürlich an einen Duisburger Abwehrspieler und nicht an einen nordbadischen Philanthropen dachte. Nach Gastspielen bei einigen anderen unterklassigen Clubs leitet MSV-Legende Joachim Hopp inzwischen das Training beim Oberligisten 1. FC Wülfrath.

Auch in der 5. Liga tut er dies mit genau dem Einsatz und der Leidenschaft, die ihn bereits als Spieler ausgezeichnet haben. Das ist nicht selbstverständlich für einen, der 160 Einsätze in der 1. und 2. Bundesliga vorzuweisen hat. Marginale Unzulänglichkeiten beim Umgang mit dem Regelwerk verzeihen wir schon allein deshalb und führen diese auf die Hitze des Gefechts zurück. Hoppi, bleib einfach wie Du bist.

Der regelmäßige Konsum vom Schiedsrichter-Podcast Collinas Erben sei an dieser Stelle allerdings auch allen alten Hasen im Fußballgeschäft empfohlen. Das erklärende Audiomaterial, das uns vom Team freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, stammt aus der Folge „Die Taktik des Schiedsrichters“. Vielen Dank!

Sonntagsschuss: Lumpis Rekord

Die Amis haben’s gut: Ein Rebound ist ein Rebound ist ein Rebound. Ein RBI ist…

Beim Fußball hingegen ist das ja immer so eine Sache mit den individuellen Statistiken. Bis heute konnte mir niemand überzeugend vermitteln, wie sich genau ein „Zweikampf“ definiert. Wo fangen lange Pässe an, wo hören kurze auf?

Was mit der berühmt-berüchtigten „ran-Datenbank“ begann, ist spätestens seit dem Auftauchen von Unternehmen wie Opta in eine absurde Superlativjagd ausgeartet. Rekord: Vier Kopfballtore in sieben Spielen mit ungewaschenen Ohren (saisonübergreifend). You name it.

Mit ein und demselben Verein von der 4. in die 1. Liga aufzusteigen und in jeder dieser Spielklassen auch zu spielen, ist aber anscheinend tatsächlich noch keinem Profi gelungen. Bis gestern. Hut ab, Andreas „Lumpi“ Lambertz!

Damit war 2004 noch nicht unbedingt zu rechnen, als Du mit einem Affen auf der schmächtigen Brust für Fortuna in der Oberliga Nordrhein gezaubert hast:

Tes

Szene aus der Saison 2003/04, Oberliga Nordrhein: GFC Düren – Fortuna Düsseldorf

Sieg oder Spielabbruch

Gestern hat sich Schiedsrichter Sven Binder beim Stand von 0:0 für den vorzeitigen Abbruch (der erste meiner Zuschauer“karriere“) der Oberligapartie Göttingen 05 gegen Rehden entschieden. Er hatte gute Gründe:

Random Fact: Gründerjahre sind (keine?) Herrenjahre

Ich weiß nicht, ob sie etwas aussagt, und wenn ja, was – als interessante Randerscheinung taugt folgende Beobachtung meiner Meinung nach allemal:

Alle 14 Teams die in der ersten Bundesligasaison die Klasse gehalten haben, spielen auch in der kommenden Spielzeit in der (1. und 2.) Bundesliga. Die beiden damaligen Absteiger, 1. FC Saarbrücken und Preußen Münster, werden in der ebenfalls eingleisigen 3. Liga antreten.

Während es Letztgenannte in jüngerer Vergangenheit bis in die Niederungen der vierten (Münster) und fünften (Saarbrücken) Spielklasse verschlagen hatte, haben sich die ersten 14 „Überlebenden“ durch die Bank mindestens auf Level drei gehalten.

In Frankfurt könnte sich nun zu Aidas Triumphmarsch eine Herrenrunde „Genau die Richtigen ausgewählt“-gröhlend auf die welken Schenkel klopfen. In Pirmasens, Aachen oder Offenbach hingegen mehr denn je die Ansicht vertreten werden, bei der Auswahl der 16 Debütanten nicht nur übergangen, sondern auch dauerhaft benachteiligt worden zu sein.

Derweil hat die dem Rekordmeister anhängende Leserschaft vermutlich schon ihr grausigtes Miasanmia-Grinsen aufgesetzt. Aber, hey, so eine bestätigende Ausnahme hat doch noch keiner Verschwörungstheorie geschadet.

Speldorf – Herne: 11 zu 8

NRW-Liga – 10/11
VfB Speldorf – Westfalia Herne
5:1 (3:0)
31.10.10, Ruhrstadion (Mülheim)
650 Zuschauer (ca. 80 Gäste)

Sechs Tore, drei Ampelkarten – leider jeweils ziemlich (Tore) beziehungsweise absolut einseitig (Platzverweise) verteilt. Mehr gibt es zum zweitem Speldorfer Heimspiel an neuer Wirkungsstätte – das alte Stadion am Blötter Weg soll Bauland weichen – unter sportlichen Gesichtspunkten dann auch nicht mehr zu sagen.

Das frisch renovierte Ruhrstadion wirkt mit seinem Kunstrasen und dem Overkill an Zäunen zunächst sehr steril. Wenn man genauer hinschaut, lassen sich allerdings auch einige unbehandelte Ecken entdecken, die offensichtlich seit 1976, seit dem Abstieg des 1. FC Mülheim aus der 2. Bundesliga Nord vor sich hingammeln.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Ruhrstadion,Muelheim Ruhrstadion,Muelheim
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Housearrest

Wappen ASV DurlachWappen Normannia GmündOberliga Baden-Württemberg – 10/11
ASV Durlach – 1. FC Normannia Gmünd
0:0
25.08.10, Turmbergstadion (Karlsruhe)
350 Zuschauer (ca. 10 Gäste)

Der Unterschied zwischen Pech und Unvermögen ist schnell erklärt.

Wenn in der Startaufstellung der Gastmannschaft gleich zwei Spieler mit dem für nordbadische Stadionsprecherzungen schier unaussprechlichen Vornamen „Tschuhuisäppe“ stehen, dann ist das Pech.

Wenn hingegen ein zum Großteil aus Best Agern bestehende Publikum mit Kirmestechno in Kirmeslautstärke belästigt wird, wenn selbst ich, als relativ junger und relativ musiktoleranter Mensch, eben jenem Stadionsprecher am liebsten „MACH SOFORT DIESE UNFASSBARE SCHEISSE AUS!“ entgegen brüllen möchte, liegt eindeutig Unvermögen vor.

Treffen nun Pech und Unvermögen auf einer etwa 7.000 Quadratmeter großen Rasenfläche aufeinander, dann ist ein torloses Unentscheiden ein logisches Resultat.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Turmbergstadion Turmbergstadion
Turmbergstadion Turmbergstadion

Kehl ist warm

Oberliga Baden-Württemberg – 10/11
Kehler FV – TSG Balingen
3:1 (1:0)
21.08.10, Rheinstadion (Kehl)
400 Zuschauer (ca. 40 Gäste)

Sehr warm sogar. Man hatte also Verständnis für Schiedsrichter Michael Schroeter, der sich in der Halbzeitpause wegen Kreislauf mit dem Krankenwagen abtransportieren ließ. Sein Assi pfiff die Partie aber halbwegs souverän zu Ende.

Höhepunkt eines richtig guten Oberliga-Spiels:

Nach einem neuerlichen Madegwa-Blackout prügelte Imbs das Spielgerät aus spitzem Winkel mit voller Wucht ins lange Eck – ein Traumtor zum 2:0 (77.).

Youtube-Videos konnten allerdings noch nicht gesichtet werden.

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Torjubel Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Photobucket
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl

Why So Serious?

Sie sind der Traum eines jeden Trainers – sprichwörtlich nachts um drei geweckt sorgen sie nach ihrer Einwechslung in der 81. Minute für den kaum mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer in der Nachspielzeit. Ole Gunnar Solskjær war der wohl prototypischste Vertreter jener Joker-Zunft, die im Spätherbst dessen Karriere auch Mehmet Scholl in ihrem illustren Mitgliederverzeichnis führte.

Dann gibt es wiederum eine Spielerfamilie, die sich trotz offensiver Ausrichtung aus einem naheliegenden Grund nicht für derlei Wechselmanöver eignet. Ka-Pow!