5.000 Arbeitsstunden verteilt über 3 Jahre, 2 Monate und 5 Tage

Foto: www.Stadionmodellbau-Tribian.de

Etwas über zwei Jahre ist es nun schon her, dass wir über den Stadionmodellbauer Holger berichtet haben. Nun es gibt erfreuliche Neuigkeiten zu vermelden: Die sich damals noch im Rohbau befindliche MSV-Arena ist inzwischen fertig gestellt. Und das in einer schier unglaublichen Detailtreue – 24.000 Sitzschalen, Werbebanden, Wellenbrecher, sogar an die Verkaufstände wurde gedacht.

Highlight ist im wahrsten Sinne des Wortes die aufwändige Stadion-Beleuchtung. Ich kann meine Hochachtung für so viel Geschick und Akribie wirklich kaum in Worte fassen und da Fotos sowieso viel aussagekräftiger sind… wer also nur ein klitzekleines Bisschen Interesse an Fußballstadien und Sympathie für Bastler hat, schaut sich die aktuellste Foto-Galerie (Ende 2012) an. Viel Spaß!

Die Dinosaurier wer’n immer weniger

Dinosaurier

Trotz des jüngsten Auswärtssiegs in Kaiserslautern schwebt der Hamburger SV in echter Abstiegsgefahr. Wir wollen ja nichts beschreien… aber: Wann haben eigentlich die anderen 15 Teilnehmer der ersten Saison ihren Status als „Bundesliga-Dino“ verloren?

  • 1964: Als erste Gründungsmitglieder der Bundesliga steigen Preußen Münster und der 1. FC Saarbrücken sofort wieder ab.
  • 1965: Sportliche Absteiger gibt es aufgrund der Aufstockung auf 18 Teams nicht, Hertha BSC wird allerdings die Lizenz entzogen.
  • 1968: Der Karlsruher SC landet abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.
  • 1969: Der 1. FC Nürnberg schafft das bis heute unwiederholte Kunststück, als amtierender Meister abzusteigen.
  • 1970: Der TSV 1860 verlässt nur vier Jahre nach seiner ersten und einzigen Meisterschaft die 1. Liga.
  • 1972: Borussia Dortmund verschwindet für vier Spielzeiten in der Zweitklassigkeit.
  • 1973: Sechs Jahre nach dem Titelgewinn muss Eintracht Braunschweig erstmalig den Gang in die Regionalliga antreten.
  • 1975: Der VfB Stuttgart steigt in die neu gegründete 2. Bundesliga Süd ab.
  • 1980: Ähnlich wie den VfB erwischte es Werder Bremen bislang nur einmal.
  • 1981: Die 80er waren eine schwierige Zeit für den FC Schalke 04, die mit dem ersten Abstieg begann.
  • 1982: Erstaunlich, dass sich der MSV Duisburg so viele Jahre am Stück in der Bundesliga halten konnte.
  • 1996: Nach 14 Jahren Schonzeit erwischt es mit dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Frankfurt gleich zwei „Dinos“.
  • 1998: Der 1. FC Köln erhält seine Bestimmung als Fahrstuhlteam.

Was sagt uns diese Auflistung? Nicht viel. Muss sie ja auch nicht. Interessant, dass Preußen Münster als einziger Club nie den Wiederaufstieg geschafft hat. Immerhin: Dass der MSV Duisburg erst nach seiner 19. Bundesliga-Saison die Bundesliga erstmalig verlassen musste, hat mich wirklich überrascht.

Rüdiger Mielke

Wer ist der erfolgreichste Torjäger der Bundesliga-Geschichte?

Einfache Antwort auf diese vermeintlich noch einfachere Frage: Gerd Müller. Natürlich. Weiß doch jedes Kind.

Nun, wenn es nach der Gesamtzahl der erzielten Tore geht, führt natürlich kein Weg am Bomber der Nation (365 Tore in 427 Erstligaspielen) vorbei. Die meisten Treffer ohne deutschen Pass erzielte Claudio Pizarro, der die Liste der noch aktiven Spieler ebenfalls anführt (142/304).

Da sich zumindest in diesem Zusammenhang „erfolgreich“ nicht so einfach deklinieren lässt, käme zum Beispiel auch Dieter Müller in Frage. Sechs mal in einem einzigen Spiel konnte außer ihm schließlich kein anderer Spieler einnetzen, nicht einmal Namensvetter Gerd.

Das Tor des Monats stellt einen weiteren Benchmark dar, welcher freilich erst seit 1971 existiert und auch für Torschützen anderer Wettbewerbe offen steht. Dennoch oder gerade deshalb sind die bislang zehn Auszeichnungen, die der erst 26-jährige Lukas Podolski bereits verbuchen konnte, aller Ehren wert.

Und doch verblassen die Statistiken dieser auch international bekannten Stürmerstars gegen die Bundesligabilanz eines gewissen Rüdiger Mielke: 15 Spiele, 15 Tore. Mielke, hoffentlich weder verwandt noch verschwägert mit Erich, kann also tatsächlich einen Torquotienten von 1,0 aufweisen. Mehr geht kaum.

In der Vorbereitungsphase zu seiner dritten Spielzeit bei den Senioren zog sich der junge Lizenzspieler des MSV Duisburg eine schwere Knieverletzung zu und musste seine Bundesligakarriere beenden, ehe sie überhaupt richtig begonnen hatte. Im Alter von gerade einmal 21 Jahren.


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Lektion in Demut

Bis heute Mittag dachte unsereiner noch – nun, man hat ja doch das eine oder andere beziehungsweise ein paar hundert Stadien von innen gesehen und führt dieses Blog –, man dürfe sich eventuell zur Riege der absoluten Stadionfreaks zählen. Doch dann entdeckt man DAS hier:

Quelle: stadionmodellbau-tribian.npage.de

Screenshot: stadionmodellbau-tribian.npage.de

Wie naiv, wie furchtbar naiv. Also ich, nicht etwa Holger, Betreiber der verlinkten Webseite und Erbauer des Modells. Der Mann kommt, na klar, aus Duisburg und darf dann wohl mit Fug und Recht als Uber-Geek, als Ikone, als unbesiegter Endgegner auf dem Stadionfreaksektor angesehen werden.

Toll, dass eine Privatperson die handwerklichen Fähigkeiten und die Ausdauer besitzt, solch ein originalgetreues Abbild herzustellen. Sogar die Zaunfahnen(!) der MSV-Fans hängen an den richtigen Stellen. Und der absolute Clou:

Sie werden […] mit allen Einzelheiten wie z.B. Flutlicht und jedem einzelnen Sitzplatz ausgestattet ! Die Sitze werden wie im Original eingesetzt.

Das übernimmt Holger allerdings nicht selbst, sondern die vermutlich zarten aber mit Sicherheit sehr ruhigen Hände seiner Frau. So geschehen bei der Miniaturversion des Stadion u Nisy von Slovan Liberec (Tschechien), das bereits komplett ist. Die MSV-Arena, an der momentan noch fleißig gearbeitet wird, kann nach Fertigstellung käuflich erworben werden.

Wäre ich ein reicher MSV-Fan… also, wäre ich Walter Hellmich, Jürgen von der Lippe oder Horst Schimanski – ich würde ihm „dat Ding“ auf der Stelle abkaufen. Dieses freakig-wunderschöne Prachtexemplar im Maßstab 1:100.