Cantona-ha-ha-ha-ha

Es wäre eigentlich schon befremdlich genug, dass Eric Cantona seine 1995 begangene Kung-Fu-Attacke gegen einen Anhänger von Crystal Palace als „Karrierehöhepunkt“ bezeichnet hat (via: Kommentar beim Trainer).

Doch nicht nur beim Übeltäter selbst hat der gezielte Fehltritt bleibenden Eindruck hinterlassen – Shaun Hollamby, ein in Großbritannien wohl einigermaßen bekannter Rennfahrer und Palace-Fan, beantwortet die Frage nach seinem lustigsten Stadionerlebnis folgendermaßen:

Cantona

Quelle: Programmheft "Palace" Nr. 19 (Saison 2010/2011), S. 49

Man muss wohl schon mit diesem berühmt-berüchtigten britischen Humor ausgestattet sein, um einen schwerste Verletzungen in Kauf nehmenden, tätlichen Angriff gegen einen zum selben Team haltenden Zuschauer als lustig und bizarr zu empfinden. Bizarrer und lustiger ist dann nur noch Hitler als Karnevalskostüm. But please don’t menschen ze war.

Kühe, Schweine, Chelsea-Fans

Chelsea gilt seit der Regentschaft von Abramczik Abramowitsch-Vorgänger Ken Bates als Anziehungspunkt für neureiche Snobs und Erfolgsfans. Ob das so tatsächlich stimmt, wäre an anderer Stelle zu klären. Fest steht, dass Mitte der 80er eher stadtbekannte Unruhestifter mit dem Hang zum gepflegten Platzsturm den Ton an der Stamford Bridge angegeben haben.

Die Zustände waren offenbar derart aus dem Ruder gelaufen, dass Bates sich nur noch mit der Installation eines Elektrozauns(!) vor der Fankurve zu helfen wusste. Ein pikanterweise nur wenige Tage vor den Katastrophen von Heysel und Bradford aufgenommenes Foto zeigt den sichtlich stolzen Chairman mit seinem metallenen Ungetüm. Letztlich siegte aber die Vernunft und der Zaun musste das Schicksal des Schnellen Brüters teilen – 1985 fertiggestellt, aber nie ans Netz gegangen.

Pokal-Drama: 3 gegen 6

Die Sportpresse ist sich einig: „WAHNSINN!“, ein „packendes Pokalspiel“ und „Tore satt“. Bezieht sich damit allerdings auf das maue Gekicke gestern Abend zwischen Stuttgart und den Bayern. Müssen als hochklassig empfundene Pokalansetzungen also zwangsläufig zu solch langweiligen Taktikgeplänkeln verkommen? Nein, und der Beweis wurde Anfang Dezember in London eindrucksvoll geführt.

In einem Wiederholungsspiel der zweiten Runde des FA-Cups musste der heimische Drittligist Leyton Orient gegen die sechstklassigen Amateure vom Droylsden FC antreten. Diese machten das Spiel ihres Lebens, führten bis zur 77. Spielminute mit 0:2 um das Ding dann doch noch unglücklich mit sage und schreibe 8:2 (ACHT!) nach Verlängerung zu verlieren.

Doch wie soll man einen derartigen Spielverlauf nun treffend beschreiben, wenn sämtliche Superlative von der Journaille bereits verbraucht worden sind?

Als der Bürgermeister von London mit Anlauf in Maurizio Gaudinos Familienplanung eintauchte

Diese Überschrift klingt natürlich wahnsinnig sophisticated und hintersinnig. Ist aber schlicht und einfach so passiert. 2006, bei einem dieser unsäglichen Malefiz Benefiz-Kickereien. Damals war Boris Johnson freilich noch nicht Mayor of London. Isser aber eben jetzt. Klaus Wowereit anyone?