Danke, Effe!

Fußball ist ein Ergebnissport. Selbst wenn der Gegner nur 20 Prozent Ballbesitz oder ein Torschussverhältnis von 1:25 aufweisen kann – geht er in Führung, ist das keinesfalls (Ausnahme: s. nächster Satz) als unverdient oder glücklich zu bewerten. Jeder Vorsprung respektive Sieg im Fußball ist gerecht, so lange er nicht durch eine Fehlentscheidung der Unparteiischen zustande kommt. Ausrufezeichen. Wer damit nicht umgehen kann, sollte sein Interesse vielleicht besser auf Sportarten mit ordinal messbaren Leistungen (z. B. Leichtathletik) konzentrieren. Oder gleich zum Eiskunstlauf wechseln.

Und obwohl gestern Nachmittag erst vier Minuten gespielt waren: So gesehen hatte Stefan Effenberg natürlich absolut recht, als er dem zwischenzeitlichen 1:0 für Köln das Prädikat „nicht unverdient“ anheftete. Der Blonde aus dem hohen Norden geht also auch als Co-Kommentator bei sky dorthin, wo’s weh tut und wäre als Gladbacher Präsident schlichtweg verschenkt gewesen.

Preiswert und kompetent

Muss mal gesagt werden: Rolf Kalb (Snooker) und Matthias Stach (Tennis) sind die besten Sportkommentatoren im deutschen Fernsehen. Immer souverän, stets fachkundig und in den richtigen Momentan auch gerne mal enthusiastisch.

Schade, dass die beiden beim Spartensender Eurosport mehr oder weniger verschenkt sind. Denn zumindest Stach kann meines Wissens auch Fußball. Ein wenig Ahnung hätte z. B. dem WM-Gruselkabinett von RTL jedenfalls nicht geschadet.

Learning Poschmann – Lektion 1

Imbissdeutsch? Alter Hut: „Ich war den Schaschlick“ et al.. Doch auch in der Sprache der Fußballreporter haben sich so manche  (bislang) ungeschriebenen Gesetze heraussterilisiert. Diese Artikel-Serie möchte ambitionierten  Nachwuchskommentatoren Sicherheit in kniffligen Kommunikationssituationen anhand von Beispielmonologen und einfach zu merkenden Redewendungen geben.

Lektion 1: Artikel-Aktionismus

Bei der Nennung (insbesondere bei Aufzählungen) von Spielernamen muss, wenn die besondere Bedeutung dieser Kicker betont werden soll, ein unbestimmter Artikel vorangestellt werden (und dazu denken Sie sich jetzt am besten das sonore Brrrrrummen eines Gerd Rubenbauers):

Selbst ein Völler oder ein Brehme hat (sic!) unter einem Beckenbauer keinen sicheren Stammplatz.

Diese für Fernsehkommentatoren verbindliche Vorgabe wurde vermutlich von der traditionell sprachbegabten Trainergilde übernommen. Während sich dieser Habitus auch in Fankreisen wachsender Beliebtheit erfreut,  konnte er sich bei der schreibenden Journallie leider noch nicht durchsetzen.

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