555-Schuh

Dieser Text beginnt mit einer kleinen als Quiz getarnten Suggestivfrage – Den Bericht zu welchem Spiel der WM 2010 ziert wohl diese knackige Headline?

Fix das interne Assoziation-Aggregat angeworfen… kann eigentlich nur Italien gegen die Niederlande sein. Ein eher langweiliger Kick im Achtelfinale, der bereits knapp einen Monat nach Turnierende völlig zurecht in Vergessenheit geraten ist.

Wenn man nun aber weiß, oder sich zumindest ins Gedächtnis ruft, dass dieses Spiel so niemals stattgefunden hat, bleibt man zunächst ein wenig ratlos zurück. Das muss ja aber kein Dauerzustand sein:

„Portugal – Brasilien“ wäre also die richtige Antwort gewesen. Leider mag sie weder zum Einen noch zum Anderen passen, diese kraftvolle Titelzeile voller Metaphern und Anspielungen, die übrigens auch im Artikel nicht aufgelöst werden.

Wenn man nun aber weiß, oder zumindest gesagt bekommt, dass diese Fotos Seite 94 des vom Kicker Sportmagazin herausgegeben Standardwerkes „Fussball-WM Südafrika 2010“ partiell abbilden, wenn man weiß, oder sich zumindest ins Gedächtnis ruft, wie der als Kommentator ebenfalls an diesem Buch beteiligte Herausgeber jenes Sportmagazins heißt, dann wird aus einem vermeintlichen Mysterium ganz schnell eine simple Entweder-Oder-Frage:

Wette verloren oder Meuterei gegen den Boss?

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Bremer Unterkurs

Wir hätten auch den Titel holen können in diesem Jahr.

Hat wer am Wochenende gesagt? Na?

Natürlich Thomas Klaus Allofs. Ausgerechnet Klaus Allofs. Und klingt dabei so charmant wie einer jener frischgebackenen Abiturienten, die ungefragt ihre miese Durchschnittsnote rechtfertigen: „Aber nur, weil ich so wenig gelernt habe.“

Um nicht falsch verstanden zu werden – klar hätte Werder Bremen in dieser Saison die Meisterschaft gewinnen können. Theoretisch. Wie 17 andere Bundesligisten übrigens auch, vielleicht hat ihm das vorher keiner erklärt. Die Hanseaten hätten auch die Copa Libertadores holen können. Oder den Bodensee-Cup. Oder Ailton. Hätte hätte Beruhigungstablette.

Solche Leute sind früher völlig zurecht zu keiner Party eingeladen worden. Aber was macht das Nürnberger Fachmagazin? Stimmt dem kauzigen Alt-Pennäler nicht nur zu, sondern widmet seinem Luftschloß sogar einen ganzen Artikel. Dazu fällt mir dann nicht einmal mehr ein blöder Spruch ein.