EM 2012: Analogblog Finale Spanien – Italien 4:0

EM 2012: Analogblog Halbfinale Deutschland – Italien 1:2

EM 2012: Analogblog Irland – Italien 0:2

Schön blöd, wenn man das Feld „Reporter-Spruch des Spiels“ zu früh ausfüllt…

Poschi (falls ich mich nicht verhört habe): „Wer als Greis geboren wird, endet nicht als Quadrat.“

— Jens Dotcom (@stadioncheck) Juni 18, 2012

EM 2012: Analogblog Spanien – Italien 1:1

Weltpokalsiegerkeimzellenbesieger

Informiert man sich über Gründungsgeschichte und Anfangsjahre von Fußballvereinen, stolpert man in den meisten Fällen über Begriffe wie Abspaltung, Anschluss, Fusion, Bankrott, Umbenennung, Neugründung, etc. Auch die Entstehung des FC Bayern München, immerhin als einer von ganz wenigen Clubs unter seinem noch heute bestehenden Namen gegründet, macht da keine Ausnahme:

Am 27. Februar 1900 fand im Gasthaus „Bäckerhöfl“ eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Es war kurz zuvor zu einem Streit über die weitere Entwicklung der Fußballabteilung gekommen, da eine Generalversammlung des MTV dem Beitritt des Vereins zum süddeutschen Fußballverband eine Absage erteilt hatte. Um 21:30 Uhr verließen elf Männer […] das Lokal und fanden sich im Restaurant „Gisela“ in Schwabing ein, um noch am selben Abend den FC Bayern München zu gründen.

Schnitt.

Irgendwann Mitte der 90er traf ich mit meinem damaligen Verein im Rahmen eines international besetzten A-Jugend-Turniers in Italien auf 1879 München. Die Gruppenspiele dauerten zwei mal 20 Minuten und ich stand im Tor, logisch. Ansonsten erinnere ich mich nur noch an einen recht kuriosen Treffer unseres Laufwunders Uwe im Stile des Fitzelkönigs Torsten Oehrl. Ach ja, und an das Ergebnis natürlich: Das Dorf mit etwas über 1.000 Einwohnern (wir) besiegt die Millionenmetropole (München) mit 4:0.

Heute, bereits anderthalb Jahrzehnte nach diesem Triumph bzw. 112 Jahre nach Gründung des FC Bayern bin ich dann auch mal auf den Trichter gekommen, dass 1879 München und MTV München beide dasselbe meinen: Den Männer-Turn-Verein München von 1879 e.V. (MTV von 1879).

Ich bin dann mal T-Shirts drucken.

Das perfekte Tor

Man kennt – ich kenne – diese Szene aus diversen WM-Rückblicken: Clodoaldo fummelt sich sehr überheblich und sehr überlegen durch das Mittelfeld und nach einem langen Steilpass gelangt der Ball zu Edison-Arantes-do-Nascimento-genannt-Pelé. Erst scheint es so, als sei der damals 29-Jährige mit seinem lateinamerikanischen Offensiv-Latein am Ende, ehe er die vielleicht lässigste Vorlage der Fußballgeschichte gibt. Carlos Alberto, Außenspann, Tor.

Weniger bekannt war mir hingegen, dass dieser Treffer im angelsächsischen Raum (in Brasilien vermutlich sowieso) „The perfect goal“ genannt wird.

Berechtigt? Überzeugen Sie Sich selbst – Carlos Alberto der Echte mit seinem 4:1 im WM-Finale 1970:

Live-Bericht: AC Monza Brianza – AC Pavia | Groundhopping

Aus unserem Archiv:

Serie C1 A – 05/06
AC Monza Brianza – AC Pavia
1:1 (1:0)
15.01.06, Stadio Brianteo (Monza)
1.200 Zuschauer (ca. 180 Gäste)

Nach einem etwas zu ausgiebigen Frühstück („man hat ja schließlich bezahlt“) brach ich auf in Richtung Großraum Mailand. In Monza konnte dann wie erwartet keine zum Stadion fahrende Buslinie ausgemacht werden. Laufen nach ausgedrucktem Plan lautete also die Devise. Die Strecke zieht sich wie Kaugummi. Wie ich so etwas hasse.

Als Lohn für diese Plackerei tauchte dann irgendwann das Brianteo am Horizont auf. Wirkt für italienische Verhältnisse wirklich sehr modern. Sehenswert ist vor allem die kolossale Haupttribüne, auf der ich mich auch gleich niederließ. Dummerweise hatte der Architekt aber vergessen Seitenwände einzuplanen, so dass immer mal wieder ein eisiger Wind durch die Sitzreihen pfiff. Wer dort also im Winter ein Spiel sehen will, sollte Mütze, Schal und eine extradicke Jacke mitnehmen.

Sowohl auf dem Spielfeld, als auch auf den Rängen wurde Hausmannskost auf Regionalliga-Süd-Niveau gereicht. Also nicht unbedingt das, weswegen man nach Italien fährt. Der Rückweg kam mir dann noch länger vor. Kein Wunder, wenn statt eines schönen Fußballstadions der schäbbige Bahnhof von Monza auf einen wartet. Unterwegs stellte ich mir die Frage, wie wohl die ganzen Schuuuuuuuumiiiiiiiiiiiiiii-Idioten jedes Jahr zur Rennstrecke kommen. Da gibt es bestimmt einen Shuttlebus-Service, während der lokale Fußballverein, das Aushängeschild einer jeden italienischen Kommune, derart stiefmütterlich behandelt wird. Aber eigentlich kann es mir auch wurscht sein – ich war ja jetzt schließlich da…

In Milano traf ich mich mal wieder mit meinem alten Kumpel Florian, dort zu diesem Zeitpunkt ein Praktikum absolvierte. Dieser hatte mittlerweile einen Mitbewohner in seiner Ein-Zimmer-Behausung: Ein angehendes Supermodel aus Deutschland. Haken: ein Schniedelwutz. Dumm gelaufen. Für mich bedeutete das allerdings auch, dass ich nicht wie beim letzen Besuch bei ihm pennen konnte. Also buchte ich mich zähneknirschend in Mailands versifftester Herberge ein. Das Schlechteste ist grade gut genug! Zu dritt gaben wir uns noch das Topspiel der Serie A in einer Bar, ehe ich hundemüde in meine möblierte Abstellkammer schlich. Arrivederci!

… – Hauptsache Italia ’90

Die Gerüchten zufolge zweitbeste* Lokalzeitung meiner Heimatregion sorgt in einem harmlos-bratwurstjournalistischen Artikel über Guido Buchwald für neues Material in der beliebten Rubrik „Finde den Fehler“:

Suedkurier.de: „Weltmeister bei Fußball-Talenten“

Kein Wunder, dass Diego-Guido so dermaßen zerknautscht aus der Wäsche guckt.

*von zwei

Zementiert? Zementiert.

Aber glauben Sie mir, bei uns verändert sich täglich etwas. Wir haben heute 102 Mitarbeiter, als ich anfing, hatten wir 22. Wir werden jeden Tag besser, wir sind ein gut aufgestellter Verein. Niemand registriert, dass ihm jemand, wenn er bei der Eintracht anruft, nach dreimaligem Klingeln eine präzise Antwort gibt. Keiner registriert, dass er die Dauerkarte Ende Juli im Briefkasten hat und nicht vier Tage vor Saisonbeginn per Kurier zugestellt bekommt. Wir haben uns auch als Dienstleister verbessert.

Heribert Bruchhagen ist ein gefragter Gesprächspartner, der gerne über seine solide Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG und deren positive Effekte parliert. Nicht ohne sich im gleichen Atemzug noch gerner über Wettbewerbsverzerrung und „zementierte Verhältnisse“ in der Bundesliga auszulassen.

Man könnte das nun als Gezeter eines ostwestfälischen Dickkopfes abtun – oder einfach mal nachrechnen, ob der Mann nicht vielleicht doch recht hat. Denn tatsächlich erreichten in keiner anderen europäischen Top-Liga in den vergangen zehn Spielzeiten so wenig Vereine eine Platzierung unter den ersten sechs wie hierzulande:

Clubs in den Top 6 untersch. Meister
Deutschland 12 5
England 13 3
Spanien 17 3
Italien 14 4
Frankreich 16 4

Es muss toll sein, als Manager in Spanien zu arbeiten. Dort, wo im Schatten der beiden Giganten der Kampf um die Europapokalplätze erstaunlich offen ist. Und besseres Wetter ist ja auch noch. Die Bundesliga zeigt sich hingegen eher als Kuriositätenkabinett: Die meisten unterschiedlichen Titelträger, die wenigsten Top-Teams. Zu denen, zumindest für eine Saison, übrigens auch der SC Freiburg gehörte. Solide gearbeitet wird dort allerdings auch.

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FC Bayern München, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04, SV Werder Bremen, Bayer Leverkusen, Hertha BSC, Borussia Dortmund, Hamburger SV, VfL Bochum, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, SC Freiburg