Davide Gualtieri und das schnellste Tor der WM-Geschichte

Was tun, um eine dieser quääääälend laaaangen Länderspiel-Pausen zu überbrücken? Ist doch ganz klar: Man schaut sich das schnellste bislang geschossene Tor in der Geschichte der WM-Qualifikationen an (Einbetten leider nicht möglich). Auch bei den Weltmeisterschafts-Endrunden selbst wurde nie früher genetzt.

Ein gewisser Davide Gualtieri erzielte diesen Treffer am 17. November 1993 in einem Qualispiel gegen England – 8,3 Sekunden nach Anpfiff. Was diese Glanzleistung neben der ihr sowieso schon anhaftenden Einzigartigkeit zu etwas ganz Besonderem macht: Gualtieri schnürte nicht etwa für Italien, sondern für San Marino die Fußballstiefel.

Völlig nebensächlich, dass die Gäste am Ende noch mit 7:1 die Oberhand behalten sollten.

 

Boy from Brazil

Screenshot: boyfrombrazil.co.uk

Es ist im Prinzip nichts Außergewöhnliches, dass Fans ihren Verein publizistisch begleiten. Diese Behauptung ist allerdings kompletter Unsinn, wenn dies über die Dauer von über einem Jahrzehnt passiert und das Geschriebene sich stets kritisch, humorvoll, distanziert und leidenschaftlich zugleich präsentiert. Das mit den Prinzipien ist ja auch immer so eine Sache.

Seit 1999 berichtete der preisgekrönte Blog Boy from Brazil über die zahlreichen Aufs und noch zahlreicheren Abs von Bradford City. Very british, very lesenswert. Doch damit ist es jetzt – hoffentlich vorerst – vorbei. Nach einem Konflikt mit Chairman Mark Lawn wurde die Seite geschlossen. Scha(n)de.

England C

Das geht über eure Vorstellungskraft: England hat eine C-Nationalmannschaft!

Richtig gelesen, es gibt ein offizielles „England C National Football Team“. Quasi die III. Mannschaft der Three Lions, für die alle (englischen) Spieler unterhalb der League, also des sich aus 1. bis 4. Liga zusammensetzenden Profifußballs, spielberechtigt sind.

Typische Gegner sind A-Nationalmannschaften der Güteklasse Gibraltar oder die U-23-Teams größerer Nationen. Betreut wird das sich hauptsächlich aus Semi-Profis der fünftklassigen Conference rekrutierende Team dabei von einem eigenen Cheftrainer (momentan: Paul Fairclough).

Schöne Sache irgendwie. Wieso scheint es eigentlich so, als würde bei der englischen FA unterhalb der Top-Ligen so ziemlich alles besser funktionieren als beim GröFVaZ, der nicht einmal mehr die Austragung einer landesweiten Amateurmeisterschaft gestemmt bekommt?

Siebenundsechzig Millionen, einhundertachtundreißig Tausend

…und, wenn ich mich richtig erinnere, 40 Pfund und 40 Pennies. Oder übersichtlicher: 67.138.040,40 Britische Pfund, umgerechnet 77.223.188,07 EUR.

So viel haben die 20 Clubs der englischen Premier League in der Phase vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 zusammen ausgegeben. Für die Nachwuchsförderung etwa? Oder für die Fanbetreuung? Bunte Fähnchen? Nichts von alledem. Etwa zwei Edin Džekos gingen alleine für Provisionszahlungen an Spielerberater drauf.

Spielerberater. Ganz klar. Spielerberater müsste man sein.

Fotos: Anfield Road Stadium, Liverpool FC

Anfield, Liverpool
Adresse: Anfield Road, Liverpool, L4 0TH, England, Vereinigtes Königreich
Heimatverein: Liverpool FC
Kapazität: 45.362 überdachte Sitzplätze
Zuschauerrekord: 62.522 (1952, FA Cup: Liverpool – Wolves)
Erbaut: 1884

Wer sich den Mythos Anfield Road bewahren möchte: Nicht hinfahren!

Fotogalerie (Bilder durch Anklicken vergrößern):

Kühe, Schweine, Chelsea-Fans

Chelsea gilt seit der Regentschaft von Abramczik Abramowitsch-Vorgänger Ken Bates als Anziehungspunkt für neureiche Snobs und Erfolgsfans. Ob das so tatsächlich stimmt, wäre an anderer Stelle zu klären. Fest steht, dass Mitte der 80er eher stadtbekannte Unruhestifter mit dem Hang zum gepflegten Platzsturm den Ton an der Stamford Bridge angegeben haben.

Die Zustände waren offenbar derart aus dem Ruder gelaufen, dass Bates sich nur noch mit der Installation eines Elektrozauns(!) vor der Fankurve zu helfen wusste. Ein pikanterweise nur wenige Tage vor den Katastrophen von Heysel und Bradford aufgenommenes Foto zeigt den sichtlich stolzen Chairman mit seinem metallenen Ungetüm. Letztlich siegte aber die Vernunft und der Zaun musste das Schicksal des Schnellen Brüters teilen – 1985 fertiggestellt, aber nie ans Netz gegangen.

Links KW 5 2011

„Silvio Berlusconi ist ein cooler Typ“ (Zeit Online)

Was bleibt, was war gut, was weniger? Das war Katar 2011 (ballverliebt.eu)

Record transfer fees? Who says the economy isn’t booming? (guardian.co.uk)

Endstand 21:16 (blog5)

Die Demut des Exzentrikers (sueddeutsche.de)