III. Wahl

Gut anderthalb Jahre ist sie mittlerweile alt, die eingleisige 3. Liga. Doch bislang hat es der DFB offenbar nicht für nötig gehalten, diese auch durch einen eigenen Internetauftritt angemessen zu präsentieren. Noch nicht einmal eine Microsite oder wenigstens eine Subdomain hat man seinem „Premiumprodukt“ gegönnt.

Die offizielle Anlaufstelle für Drittliga-Interessierte versteckt sich schmucklos in der dritten (Zufall?) Navigationsebene der DFB-Seite, die generell so umwerfend mondän daherkommt, als sei sie direkt aus dem Jahr 1999 in die Jetzt-Zeit gebeamt worden.

Einmal dort gelandet, lädt nicht viel zu einem längeren Verweilen ein. Hintergrundgeschichten, interaktive Elemente oder profanstes Zahlenmaterial wie eine Zuschauerstatistik sucht man jedenfalls vergebens. Böse Zungen würden vielleicht sogar behaupten, dass bereits die Gestaltung des Liga-Logos die ganze Lieblosigkeit dieser Präsenz wiederspiegelt.

Für kleine Lichtblicke sorgt die sparsame Integration von Web-2.0-Technologie: Es gibt einen allerdings etwas umständlich zu entdeckenden RSS-Feed und sogar einen Twitteraccount. Zahl der Follower bislang (Stand 16.02.2010): 225.

Fragt sich, wie die höchste DFB-Spielklasse unter solchen Umständen an Profil gewinnen, wie aus ihr eine eigenständige, starke Marke  werden soll. Als ob das mit Teilnehmern wie Sandhausen, Wehen-Wiesbaden oder den unsäglichen Zweitvertretungen nicht sowieso schon schwer genug werden würde.

Totally 90s

3. Liga – 08/09
VfR Aalen – Rot-Weiß Erfurt
0:2 (0:1)
23.08.08, S***-Arena (Aalen)
3.314 Zuschauer (ca. 400 Gäste)

Mit großer Spannung wurde sie erwartet, die nigelnagelneue dritte Liga. Metropolen treffen auf Kleinstädte, moderne Luxustempel auf bessere Sportplätze. Trotz dieser Gegensätze dürfte das sportliche Niveau ziemlich ausgeglichen sein. Auch diese Partie erwies sich als äußerst umkämpft. Letztendlich machten die besseren Einzelspieler, vor allem aber die Klasse der Thüringer Angreifer den Unterschied aus. Albert Bunjaku (der kurz zuvor im Pokal ein formidables Außenrist-Tor gegen die Bayern erzielte) und Massimo Cannizzaro, diese Namen sollte man sich merken.

Als „bestes Sturmduo der Liga“ lobte Aalens Trainer Euro-Eddi Schmitt genau, der vom Siebenzunull die beiden folgerichtig auf der Pressekonferenz. Widersprechen wollte ihm da niemand. Sein Gegenüber Karsten Baumann, der im letzten Jahrzehnt über 250 Bundesligaspiele absolvierte, liess sich gar zu einem zustimmenden Grinsen verleiten. Ob er allerdings noch lange so viel Freude an seinen Schützlingen haben wird, ist fraglich. Mehrere Späher tummelten sich auf der Haupttribüne, darunter auch Augsburgs Übungsleiter Holger Fach – ebenfalls ein alter Bekannter aus den 90ern.

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