EM 2012: Analogblog Halbfinale Deutschland – Italien 1:2

 

EM 2012: Analogblog Deutschland – Griechenland 4:2

Unbekanntes zur WM 2006

War mir auch noch nicht bewusst: Die Fernsehübertragung von abendlichen Fußballspielen in HD stellt aufgrund lichthungriger Objektive höhere Anforderungen an die Flutlichtausstattung der Stadien. Details dazu findet man auf dieser auch ansonsten sehr interessanten Seite über Video- und Filmformate:

In Deutschland ging die Fußball WM 2006 bereits zu Ende. Die Stadien wurden auf HDTV getrimmt, auch da die USA & Japan auf diesem Standard bestehen. Lichttechnisch bedeutet das eine leistungsmäßige Steigerung zu bestehenden Anlagen. HDTV verlangt nach mind. 1500, besser 1800 LUX Flutlicht. Im Falle des Nürnberger Frankenstadions haben die 472 Flutlichtlampen mit je 2000 Watt an vier Masten knapp ein Megawatt Leistung. Für Standard-TV reichen meist 700-1000 LUX.

Die deutsche Fußball-Landkarte 2011/2012

Dem äußerst frühen Saisonstart der 2. Bundesliga ist es geschuldet, dass wir die aktualisierte Auflage der deutschen Fußballlandkarte bereits Mitte Juli präsentieren dürfen. Diese errechnet sich folgendermaßen: Die im überregionalen Fußball aktiven Teams jedes unserer 16 Bundesländer werden gezählt, je nach Höhe der Spielklasse bewertet und die Summe mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt.

Folgende Punkteskala kommt dabei zur Anwendung:

1. Bundesliga: 4 Punkte
2. Bundesliga: 3 Punkte
3. Liga: 2 Punkte
Regionalliga: 1 Punkt

Da sie ihre Heimspiele zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und so nur eine äußerst geringe fußballkulturelle Tragweite besitzen, werden den Reserveteams der Profiteams nur jeweils den halben Wert zugesprochen.

Wie erwartet (und wie vermutlich auch noch in 50 Jahren) führt Bremen die Abschlusstabelle mit deutlichem Vorsprung an (sortiert nach Punkte/Mio. Einwohner):

Rang 2010 Land Teams Einw. (Mio.) Punkte Punkte/Mio.
1. 1. Bremen 2 0,662 5 7,553
2. 2. Hamburg 4 1,774 8 4,510
3. 4. RLP 8 4,013 13 3,239
4. 3. Saarland 2 1,023 3 2,933
5. 5. NRW 26 17,873 50,5 2,825
6. 6. Ba-Wü 15 10,745 27,5 2,559
7. 7. Bayern 15,5* 12,510 31 2,478
8. 9. Berlin 4 3,443 8,5 2,469
9. 13. Sachsen 5 4,169 10 2,399
10. 8. Hessen 8,5* 6,062 14,5 2,392
11. 11. BB 3 2,512 6 2,389
12. 10. Thüringen 3 2,250 5 2,222
13. 12. NS 9 7,929 17 2,144
14. 14. MVP 1 1,651 3 1,817
15. 15. SA 3 2,356 3 1,273
16. 16. SH 2 2,832 2 0,706
*Der Regionalliga-Süd-Aufsteiger FC Bayern Alzenau ist zwar, Nomen est Omen, geographisch in Bayern beheimatet, nimmt aber traditionell am Spielbetrieb des Hessischen Fußballverbandes (vgl. Viktoria Aschaffenburg) teil. Von daher habe ich ganz salomonisch jeweils einen halben Punkt an die beiden Bundesländer verteilt.

Aufsteiger des Jahres ist Sachsen, das sich durch die Erfolge von Dynamo Dresden und dem Chemnitzer FC um vier Positionen gegenüber dem Vorjahr verbessern konnte. Hessen und Thüringen verlieren hingegen jeweils zwei Plätze.

Überdurchschnittlich gut fällt mit einem Quotienten von 3,576 das Ergebnis des außer Konkurrenz gestarteten Ruhrgebiets aus. Mit diesem Wert beläge man als eigenständiges Bundesland den dritten Rang in der Liste.

Aufbereitet als „Wetterkarte“ ergibt sich folgendes Bild:

Punkte / Mio. Einwohner ≥ 4
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 3
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 2
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 1
Punkte / Mio. Einwohner < 1

Zementiert? Zementiert.

Aber glauben Sie mir, bei uns verändert sich täglich etwas. Wir haben heute 102 Mitarbeiter, als ich anfing, hatten wir 22. Wir werden jeden Tag besser, wir sind ein gut aufgestellter Verein. Niemand registriert, dass ihm jemand, wenn er bei der Eintracht anruft, nach dreimaligem Klingeln eine präzise Antwort gibt. Keiner registriert, dass er die Dauerkarte Ende Juli im Briefkasten hat und nicht vier Tage vor Saisonbeginn per Kurier zugestellt bekommt. Wir haben uns auch als Dienstleister verbessert.

Heribert Bruchhagen ist ein gefragter Gesprächspartner, der gerne über seine solide Arbeit als Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG und deren positive Effekte parliert. Nicht ohne sich im gleichen Atemzug noch gerner über Wettbewerbsverzerrung und „zementierte Verhältnisse“ in der Bundesliga auszulassen.

Man könnte das nun als Gezeter eines ostwestfälischen Dickkopfes abtun – oder einfach mal nachrechnen, ob der Mann nicht vielleicht doch recht hat. Denn tatsächlich erreichten in keiner anderen europäischen Top-Liga in den vergangen zehn Spielzeiten so wenig Vereine eine Platzierung unter den ersten sechs wie hierzulande:

Clubs in den Top 6 untersch. Meister
Deutschland 12 5
England 13 3
Spanien 17 3
Italien 14 4
Frankreich 16 4

Es muss toll sein, als Manager in Spanien zu arbeiten. Dort, wo im Schatten der beiden Giganten der Kampf um die Europapokalplätze erstaunlich offen ist. Und besseres Wetter ist ja auch noch. Die Bundesliga zeigt sich hingegen eher als Kuriositätenkabinett: Die meisten unterschiedlichen Titelträger, die wenigsten Top-Teams. Zu denen, zumindest für eine Saison, übrigens auch der SC Freiburg gehörte. Solide gearbeitet wird dort allerdings auch.

_


_

 

FC Bayern München, VfL Wolfsburg, FC Schalke 04, SV Werder Bremen, Bayer Leverkusen, Hertha BSC, Borussia Dortmund, Hamburger SV, VfL Bochum, VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, SC Freiburg

Die deutsche Fußball-Landkarte 2010

Pünktlich zum Start der Spielzeit 2010/2011 gibt es auf stadioncheck.de die aktualisierte Version der deutschen Fußballlandkarte. Diese errechnet sich folgendermaßen: Die im überregionalen Fußball aktiven Teams der 16 Bundesländer werden gezählt, je nach Höhe der Spielklasse bewertet und die Summe mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt.

Folgende Punkteskala kommt dabei zur Anwendung:

  • 1. Bundesliga: 4 Punkte
  • 2. Bundesliga: 3 Punkte
  • 3. Liga: 2 Punkte
  • Regionalliga: 1 Punkt

Da sie ihre Heimspiele zumeist unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und so nur eine äußerst geringe fußballkulturelle Tragweite besitzen, werden den Reserveteams der Profiteams nur jeweils den halben Wert zugesprochen.

Bremen führt die Abschlusstabelle erneut mit deutlichem Vorsprung an (sortiert nach Punkte/Mio. Einwohner):

Rang 2009 Land Teams Einw. (Mio.) Punkte Punkte/Mio.
1. 1. Bremen 3 0,663 6 9,050
2. 2. Hamburg 3 1,771 8,5 4,800
3. 11. Saarland 3 1,037 4 3,857
4. 3. RLP 7 4,046 13 3,213
5. 4. NRW 26 17,997 52 2,889
6. 6. Ba-Wü 15 10,750 27,5 2,558
7. 7. Bayern 15 12,520 30,5 2,436
8. 8. Hessen 9 6,073 14,5 2,388
9. 5. Berlin 4 3,416 7,5 2,196
10. 9. Thüringen 3 2,289 5 2,184
11. 13. BB 3 2,536 5,5 2,169
12. 12. NS 9 7,972 16,5 2,070
13. 14. Sachsen 5 4,220 8 1,896
14. 10. MVP 1 1,680 2 1,190
15. 16. SA 2 2,412 2 0,829
16. 15. SH 2 2,837 2 0,705

Aufsteiger des Jahres ist das Saarland, das sich acht Positionen höher als in der Vorsaison platzieren konnte. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl haben die Aufstiege von Saarbrücken (3. Liga) und Homburg (RL) jeweils eine Verdoppelung von Punktezahl und Quotient bewirkt.

Berlin beweist einmal mehr eindrucksvoll, dass es alles andere als eine Fußballstadt ist und verliert vier Plätze. Am Tabellenende schließlich tauschen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein die rote Laterne.

Aufbereitet als „Wetterkarte“ ergibt sich folgendes Bild:

Punkte / Mio. Einwohner ≥ 4
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 3
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 2
Punkte / Mio. Einwohner ≥ 1
Punkte / Mio. Einwohner < 1

WM 2010: Tipps Viertelfinale

██ = Buchmacher | ██ = ich

Auswertung vom 28. und 29. Juni:

12 Punkte | 11 Punkte

Gesamtstand:

119 Punkte | 90 Punkte

Tipps für das Viertelfinale:

Niederlande – Brasilien 0:1 | 1:3

Die Tulpen sind bislang nur auf Fallobst getroffen, gegen die wirklich souverän und abgezockt auftretenden Brasilianer wird nichts zu holen sein.

Uruguay – Ghana 1:0 | 1:0

Puuh, schwer zu tippen. Ghana kann ich auch nach vier Spielen noch nicht wirklich einschätzen. Aber die Urus werden es machen.

Argentinien – Deutschland 1:1 | 2:0

Die junge deutsche Mannschaft hat dieser Offensive nicht viel entgegenzusetzen.

Paraguay – Spanien 0:1 | 0:2

Spanien macht’s. Leider.

WM 2010: Tipps 26. & 27. Juni

██ = Buchmacher | ██ = ich

Auswertung von gestern:

11 Punkte | 9 Punkte

Gesamtstand:

95 Punkte | 73 Punkte

Tipps für den 26. und 27. Juni:

Uruguay – Südkorea 1:0 | 2:0
USA – Ghana 1:1 | 1:0
Deutschland – England 1:1 | 0:2

Shreken Sie Deutsch? Neenee, England hat eine andere Qualität in Mittelfeld und Angriff als die harmlosen Ghanaer. Die englischen Tabloids können also schon mal die an den Falkland-Krieg angelehnten Schlagzeilen auspacken.

Argentinien – Mexiko 1:0 | 1:0

Herr von Bode fehlt

Marco Bode galt zu seiner aktiven Zeit als Prototyp des etwas anderen Fußballprofis: intelligent, politisch denkend, mit einer Meinung ausgestattet, links. Nur konsequent, dass der Mann aus Osterode in seiner 379 Spiele währenden Bundesliga-Karriere ganze zehn Verwarnungen kassiert und auch neben dem Platz selten zur verbalen Notbremse angesetzt hat.

Wenn man nun noch bedenkt, das Zeit Online eigentlich für seriösen Journalismus steht, erscheinen einige Passagen dieses Textes, in dem Bode auf sein WM-Turnier 2002 zurückblickt, extrem eigenartig. Der gröbste Schnitzer:

Ich saß die ersten beiden Spiele des Turniers auf der Ersatzbank und wurde meist nur zur zweiten Halbzeit eingewechselt.

Nochmal zum Mitdenken (jemand muss es ja tun): Um einen ganzzahligen Anteil an der Gesamtsumme zwei zu beschreiben, nutzt Marco Bode – oder Protokollist Christoph Heymann – das Zahlwort „meist“. Das ist schon mal mindestens so bescheuert wie die Headline dieses Artikels, da in solchen Fällen nun einmal lediglich null, 50 oder eben 100 Prozent möglich sind. Warum nicht einfach von der den Tatsachen entsprechenden „Partie gegen Irland“ gesprochen wird?

Vielleicht, weil Bodes Erinnerungsvermögen an den sportlichen Verlauf dieser Weltmeisterschaft – die für ihn selbstredend etwas ganz „Besonderes“ war – generell etwas getrübt scheint:

Wir mussten dieses Spiel unbedingt gewinnen, sonst wären wir ausgeschieden.

Ganz so dramatisch war die Lage für die deutsche Elf vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Kamerun nämlich längst nicht. Ein Unentschieden hätte aufgrund des überragenden Torverhältnisses sicher zum Gruppensieg ausgereicht und wenn die „Irrländer“ nicht gegen Saudi Arabien gewonnen hätten, wären Rudis Riesen selbst bei einer nicht allzu hohen Niederlage ins Achtelfinale eingezogen.

So langsam beginne ich aber zu verstehen. Wär ja auch noch schöner, sich von dieser dämlichen Realität den launigen Artikel vermiesen zu lassen.