Ohne Ö fehlt Dir was

Die korrekte Aussprache von Spielernamen ist eine, die richtige Schreibweise nach landestypischem Alphabet eine andere Sache. (Bislang) vom Verfasser dieser Zeilen praktizierte Lösung: Für Blogartikel oder ähnliches wird penibel gecopyt und gepastet, bei Texteingabe per Smartphone – womit in der Regel Tweets gemeint sind – wird frei Schnauze mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Buchstaben des deutschen Alphabetes transkribiert. Kolašinac vs. Kolasinac, ihr habt es verstanden.

Einen etwas anderen Weg geht man beim britischen Guardian, wie die Antwort auf eine etwas nassforsche Leseranfrage bezüglich des Umlautes im Nachnamen eines jüngst nach London gewechselten Gelsenkircheners beweist:

We just never use accents on capital letters. We never have done. We probably will soon but it’s not our call. They will have to summon the style supremo to deliberate and give us the benefit of his Solomonesque wisdom

Geierpelle

Normalerweise hat dieses Blog nicht den Anspruch, auf die Videos zu verweisen, die auch sonst überall abgefeiert werden. Zu besonderen Ereignissen machen wir aber gerne eine Ausnahme. Thierry Henry ist zurück! Kam, sah und machte dann genau das, für das man ihm bereits zu Lebzeiten ein Denkmal in Nord-London errichtet hat. Der Rest ist Gänsehaut.

Kick it like Perugia

In der Saison 1888/89 hatte Preston North End etwas vollbracht, was erst 115 Jahre später von Arsenal nachgeahmt werden sollte: Die englische Fußballmeisterschaft ungeschlagen für sich zu entscheiden. An dieser Zeitspanne wird bereits ersichtlich, dass eine derartige Leistung gar nicht hoch genug bewertet werden kann.

In der Bundesliga konnte jedenfalls noch überhaupt keine Mannschaft eine komplette Spielzeit ohne Niederlage überstehen. Am nächsten dran waren – natürlich – die Bayern, die 1986/87 auf dem Weg zum Titel nur ein einziges mal strauchelten.

Momentan führt Bayer Leverkusen die Bundesligatabelle unbesiegt an. Noch, ist man fast geneigt hinzuzufügen. Denn der Rekordmeister liegt trotz seiner zwei bislang erlittenen Schlappen punktgleich in Lauerstellung. Der Werkself droht nun quasi der Gipfel der Vizekusigkeit: Unbesiegt die Schale nach München gehen zu sehen.

Ein kurioses und dennoch nicht völlig unrealistisches Szenario, das allerdings keinen Anspruch auf Exklusivität erheben darf. Denn einen ganz ähnlichen  Fall hat es bereits gegeben – vor gut 30 Jahren, in der italienischen Serie A. Der AC Perugia gelang 1978/79 das einmalige Kunststück, den zweiten Platz hinter Milan zu belegen, und das ohne eine einzige Niederlage. Rekordverdächtige 19(!) von 30 Begegnungen endeten mit einem Remis.

Das von Trainerfuchs Ilario Castagner betreute Perugia galt  zu dieser Zeit als keinesfalls herausragender, aber eben sehr unbequemer Gegner. Äußerst diszipliniert, ohne die ganz großen Stars. Ein gewisser Walter Speggiorin war damals mit 9 Saisontörchen der gefährlichste Offensivspieler. Und wenn in einer sowieso schon torarmen Liga ein Team die sicherste Abwehr und einen bestenfalls mittelmäßigen Sturm aufzubieten hat, sind 0:0 und 1:1 nunmal die wahrscheinlichsten Ergebnisse.

Damals empfanden Perugias Tifosi das beste Abschneiden der Vereinsgeschichte samt Qualifikation für den UEFA-Cup sicher nur als schwachen Trost für den verpassten Scudetto.  Heute wären sie froh, ihre Associazione Calcio würde überhaupt noch existieren. Nach sportlichen Berg- und Talfahrten, der Verwicklung in mehrere Wettskandale und finanziellen Problemen gab der Verein im Jahr 2005 seine Auflösung bekannt. Der Nachfolger Perugia Calcio dümpelt aktuell irgendwo im Mittelfeld der drittklassigen Serie C1 A.

Und, egal was in dieser Bundesligasaison noch passieren wird: So weit wird es in Leverkusen in naher Zunkunft wohl eher nicht kommen.

1978/79 gelingt es Perugia sogar, einen fantastischen zweiten Platz hinter Milan zu belegen, und das ohne eine einzige Niederlage: In 30 Begegnungen spielt Perugia 19 mal unentschieden und gewinnt 11 mal.