Speldorf – Herne: 11 zu 8

NRW-Liga – 10/11
VfB Speldorf – Westfalia Herne
5:1 (3:0)
31.10.10, Ruhrstadion (Mülheim)
650 Zuschauer (ca. 80 Gäste)

Sechs Tore, drei Ampelkarten – leider jeweils ziemlich (Tore) beziehungsweise absolut einseitig (Platzverweise) verteilt. Mehr gibt es zum zweitem Speldorfer Heimspiel an neuer Wirkungsstätte – das alte Stadion am Blötter Weg soll Bauland weichen – unter sportlichen Gesichtspunkten dann auch nicht mehr zu sagen.

Das frisch renovierte Ruhrstadion wirkt mit seinem Kunstrasen und dem Overkill an Zäunen zunächst sehr steril. Wenn man genauer hinschaut, lassen sich allerdings auch einige unbehandelte Ecken entdecken, die offensichtlich seit 1976, seit dem Abstieg des 1. FC Mülheim aus der 2. Bundesliga Nord vor sich hingammeln.

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Ruhrstadion,Muelheim Ruhrstadion,Muelheim
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Hoyzer! Hoyzer!

Wappen Holstein KielWappen VFC PlauenRegionalliga Nord – 10/11
Kieler SV Holstein – VFC Plauen
1:3 (1:1)
18.09.10, Holsteinstadion (Kiel)
2.925 Zuschauer (ca. 30 Gäste)

Kiel ist eine auf den ersten Blick – einen zweiten konnte ich mir noch nicht verschaffen – faszinierende Stadt. Wo sonst kann man vor Anker liegende Ozeanriesen direkt neben dem Hauptbahnhof begutachten?

Kiel ist auch der Ort, wo ich das letzte mir noch fehlende Bundesland mit einem Stadionbesuch beehrt habe. Mit diesem Erfolgserlebnis im Hinterkopf lässt sich auch ein eher durchschnittliches Regionalliga-Spiel verschmerzen. Immerhin wurden knapp 3.000 Zuschauer Zeuge einer der skandalösesten Schiedsrichterleistungen der Geschichte. Mindestens.

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Kiel - Plauen Kiel - Plauen
Kiel - Plauen Kiel - Plauen
Kiel - Plauen Kiel - Plauen
Kiel - Plauen Kiel - Plauen

Housearrest

Wappen ASV DurlachWappen Normannia GmündOberliga Baden-Württemberg – 10/11
ASV Durlach – 1. FC Normannia Gmünd
0:0
25.08.10, Turmbergstadion (Karlsruhe)
350 Zuschauer (ca. 10 Gäste)

Der Unterschied zwischen Pech und Unvermögen ist schnell erklärt.

Wenn in der Startaufstellung der Gastmannschaft gleich zwei Spieler mit dem für nordbadische Stadionsprecherzungen schier unaussprechlichen Vornamen „Tschuhuisäppe“ stehen, dann ist das Pech.

Wenn hingegen ein zum Großteil aus Best Agern bestehende Publikum mit Kirmestechno in Kirmeslautstärke belästigt wird, wenn selbst ich, als relativ junger und relativ musiktoleranter Mensch, eben jenem Stadionsprecher am liebsten „MACH SOFORT DIESE UNFASSBARE SCHEISSE AUS!“ entgegen brüllen möchte, liegt eindeutig Unvermögen vor.

Treffen nun Pech und Unvermögen auf einer etwa 7.000 Quadratmeter großen Rasenfläche aufeinander, dann ist ein torloses Unentscheiden ein logisches Resultat.

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Turmbergstadion Turmbergstadion
Turmbergstadion Turmbergstadion

Kehl ist warm

Oberliga Baden-Württemberg – 10/11
Kehler FV – TSG Balingen
3:1 (1:0)
21.08.10, Rheinstadion (Kehl)
400 Zuschauer (ca. 40 Gäste)

Sehr warm sogar. Man hatte also Verständnis für Schiedsrichter Michael Schroeter, der sich in der Halbzeitpause wegen Kreislauf mit dem Krankenwagen abtransportieren ließ. Sein Assi pfiff die Partie aber halbwegs souverän zu Ende.

Höhepunkt eines richtig guten Oberliga-Spiels:

Nach einem neuerlichen Madegwa-Blackout prügelte Imbs das Spielgerät aus spitzem Winkel mit voller Wucht ins lange Eck – ein Traumtor zum 2:0 (77.).

Youtube-Videos konnten allerdings noch nicht gesichtet werden.

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Torjubel Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl
Rheinstadion, Kehl Photobucket
Rheinstadion, Kehl Rheinstadion, Kehl

Patschinski, der Regen und ich

DFB-Pokal – 10/11
Eintracht Trier – 1. FC Nürnberg
0:2 (0:1)
15.08.10, Moselstadion (Trier)
5.200 Zuschauer (ca. 1.400 Gäste)

Wer gestern von den Stehplatzterassen in Trier an, oder besser: in der Mosel Fußball geschaut hat, dem dürfte dieses Bild bekannt vorkommen:

Es schüttete im gesamten Südwesten wirklich aus allen Rohren. Hach, die Dächer dieser modernen Plastikarenen sind schon irgendwie nicht verkehrt,

Ansonsten war’s ein Pokalspiel wie vom Reißbrett: Die Amateure aus der Regionalliga West hatten viele gute Chancen, am Ende obsiegte die Effizienz des Erstligisten. Sinnbildlich für die vergeblichen Anstrengungen der Trierer steht deren prominentester Spieler – Stürmer Nico Patschinski. Ein Glücksritter von tragikkomischer Gestalt, der in seiner Karriere auch den einen oder anderen Abstieg mitgenommen hat. Er hat sich stets bemüht.

Ausdrücklich gelobt werden sollen an dieser Stelle die Eintrittspreise beim Pokalschreck aus der ältesten Stadt Deutschlands. 6,50 EUR für einen ermäßigten Stehplatz gehen mehr als klar.

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Moselstadion Trier Moselstadion Trier
Moselstadion Trier Moselstadion Trier
Moselstadion Trier Moselstadion Trier
Moselstadion Trier Club-Fans

Spielberichte: Kicker.de | Eintracht-Trier.com | FCN.de | Clubfans United

Blaue Stunde

Verbandspokal Westfalen – 10/11
BV Brambauer-Lünen – SpVgg Erkenschwick
3:4 (0:4)
08.08.10, Glückauf-Arena (Lünen)
194 Zuschauer (ca. 50 Gäste)

Endlich wieder Live-Fußball. Westfalenpokal, Verbands- gegen Oberliga. Echt, ehrlich, erdig. Noch dazu mit einem sehr kuriosen Spielverlauf: Nachdem die klassenhöheren Gäste bereits nach 20 Minuten mit 0:4 in Führung ilegen und weitere Hochkaräter verballern, kommt der heimische BVB (könnt ihr meine Schmerzen beim Tippen fühlen?) im zweiten Abschnitt in einer wahren Regenschlacht noch bis auf ein Tor heran.

Zitat des Tages:

Echte Sportler spielen am liebsten im Matsch oder auf Asche.

(Ein kleines Mädchen)

Das mit der Asche dürfte im Lüner Stadtteil Brambauer aber eher schwierig werden, nachdem das Stadion am Freibad vor wenigen Jahren in Folge einer Komplettrenovierung mit einer blauen Kunststoffbahn und Kunstrasen ausgestattet und in „Glückauf-Arena“ umbenannt wurde. Eine sehenswerte Spielstätte, von deren Ausbaugrad ich positiv überrascht wurde.

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Glückauf-Arena Brambauer Glückauf-Arena Brambauer
Glückauf-Arena Brambauer Glückauf-Arena Brambauer
Glückauf-Arena Brambauer Glückauf-Arena Brambauer

Torlos glücklich

UEFA Europa League – 09/10
FC Salzburg – Standard de Liège
0:0
25.02.10, R** Arena (Wals-Siezenheim)
26.500 Zuschauer (ca. 2.500 Gäste)

Falls ihr euch immer schon einmal gefragt habt, wo die ganzen Halbstarken wech sind, die es mit traumwandlerischer Sicherheit bewerkstelligen, die morgendliche Straßenbahnfahrt zur Maloche oder in die Uni, wenn die Laune natürlich eh schon in den Seilen hängt, vollends zu vermiesen: Ich kanns euch verraten.

Die werden in Salzburg produziert. Unglaublich was da rumläft. Abseits des Marzipan-Overkills muss sich in der Mozart-Stadt von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt ein neuer Exportschlager etabliert haben. Quasi Krocha made in Salzburg.

Fußball gab es natürlich auch zu sehen. Und zwar ein – wie sagt man so schön? – 0:0 der besseren Sorte. Standard kam auf dem ungewohnten Kunstgeläuf von Beginn an gut zurecht und schaukelte das Ding am Ende souverän über die Zeit. Einen etwas ausführlicheren Bericht gibt es auf 11Freunde Auswärtsspiel.

Fotos:

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This is Sparta?

KNVB beker – 09/10
Sparta Rotterdam – FC Twente
0:4 (0:2)
27.01.10, Het Kasteel (Rotterdam)
4.344 Zuschauer (ca. 500 Gäste)

Ein Club, der seit über 40 Jahren nichts mehr an seinem Briefkopf ändern musste, steht im Viertelfinale des nationalen Pokals – und nicht einmal viertausend Heimfans wollen dieses vor Ort erleben. Auf den ersten Blick kaum nachvollziehbar, zumal der Zuschauerschnitt in der Liga bei rund 10.000 liegt.

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Dauerregen und eine Stadionüberdachung ohne (im Frikandelreich eigentlich obligatorische) Heizstrahler mögen eine gewisse Rolle gespielt haben. Vielleicht haben die unentschuldigt Fehlenden die Chancenlosigkeit ihrer Herzenstruppe aber auch bereits geahnt.

Ja, es lief denkbar wenig zusammen bei den Hausherren. So wenig, dass die schiere Abgezocktheit des Twente-Kapitäns bereits ausreichte, die wackeren Spartaner quasi im Alleingang zu bezwingen. Der Name des zweifachen Torschützen: Blaise Nkufo. Ein Mann wie ein Stier, von seinen Gegenspielern in den entscheidenden Momenten einfach nicht zu bändigen.

In Enschede erlebt der Ex-Kongolese, Ex-Mainzer und Ex-Hannoveraner wohl die beste Zeit seiner Karriere. Sämtliche Finger würde man sich heute in der Leinestadt nach einem Angreifer seines Formats lecken, doch Nkufos tatsächlich absolvierte Saison im Trikot der 96er verlief katastrophal. Lediglich neun Einsätze ohne Torerfolg stehen für den mittlerweile 34-Jährigen zu Buche.

Das kurze Engagement Nkufos gestaltete sich übrigens – glaubt man Wikipedia – vor allem deshalb so unerfolgreich, weil er von Ralle Rangnick vornehmlich auf der für einen Spieler mit seiner Physiognomie denkbar ungeeigneten Position des Außenstürmers eingesetzt wurde. Ein Schachzug, den ich Co-Trainergott M. Slomka aber ebenfalls zutrauen würde.

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Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam
Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam
Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam
Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam Sparta-Stadion Het Kasteel, Rotterdam

Atzenfußball

1. Bundesliga – 09/10
FC Schalke 04 – Hertha BSC
2:0 (0:0)

06.12.09, V.-Arena (Gelsenkirchen)
60.81 Zuschauer (ca. ??? Gäste)

Wieso hat eigentlich das legendäre Betradar nicht angeschlagen, als Jaroslav Drobný bereits Millisekunden nach dem Kopfball Kuranyi per „High Five“ zum 100. gratuliert hat? Soo, damit wäre der Sprung (eng: hop) vom durch einen vermeintlichen Wettskandal geplagten Oberhausen nach Gelsenkirchen bereits geschafft.

Ich hätte mich natürlich auch an Gábor Király aufhängen können, der früher bei Hertha das Tor hütete und eben genau das aktuell bei 1860 zu tun pflegt. Noch naheliegender wäre es, die Bundesligasaison 65/65 ins Feld zu führen – Les lions champion, Berlin huit points. Oder einfach die S2 nehmen und dann in die 302 umsteigen.

Fünf mickrige Pünktchen hat Hertha im bisherigen Saisonverlauf gesammelt und auch in auf Schalke kam kein weiterer hinzu. Die Ursache ist schnell gefunden: Diese Truppe hat einfach kein Bundesligaformat. Das mag nun sehr boulevardesk klingen, aber wer Patrick Ebert am Sonntagabend beobachten durfte, weiß was ich meine.

Da segelte ein uninspirierter Ball nach dem anderen mit der Genauigkeit einer abgesägten Schrotflinte  derart in die ganz freien Räume, dass man sich unweigerlich fragen musste, wie der Bursche sein Lieblingshobby unfallfrei ausüben kann. Immerhin schreiben die strengen Regularien des ISVMDC* ein exaktes Abtreten der Sportgeräte vor.

Die alte Dame pfeift augenscheinlich aus dem letzten Loch. Worauf dürfen die Hauptstädter in den verbleibenden 19 Spielen also noch hoffen? Gut, hinten drin steht ein solider Schlussmann und Raffael ist sogar ein richtig Guter. Aber sonst? Geld für spektakuläre Neuzugänge wird wohl eher keines da sein, sonst hätte man die Leistungsträger der vergangenen Saison auch gleich halten bzw. gleichwertig ersetzen können. Vielleicht reicht es ja wenigstens für die dufte Siegertype Marcelinho.

Auf die Fähigkeiten ihres Übungsleiters sollte man bei Hertha indes eher nicht bauen. Die Selbstgefälligkeit die Funkel in Fernsehinterviews nach Spielende ausstrahlte, suchte jedenfalls ihresgleichen. Klar, Schalke hätte ohne das angebliche Abseitstor (das auch in der drölfzigsten Kameraperspektive nach gleicher Höhe aussah) nie und nimmer den Führungstreffer erzielt. Dabei vergisst der Taktikfuchs aus Neuss allerdings, dass seine Klassemannschaft auch mit 19 torlosen Unentschieden am Stück sang- und klanglos die Liga nach unten verlassen würde.

Andererseits gibt das Restprogramm berechtigten Anlass zu feuchten Sechs-Punkte-Phantasien. Gegen Leverkusen und auswärts in München… klingt absolut machbar. Abstiegskampf ist hart, Absteigen ist hertha.

 

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Spielberichte: HP S04 | Königsblog | kicker.de | HP Hertha

* International Side View Mirror Destruction Council

Sättigung verringern

2. Bundesliga – 09/10
SC Rot-Weiß Oberhausen – TSV 1860 München
0:1 (0:0)
06.12.09, Stadion Niederrhein (Oberhausen)
4.368 Zuschauer (ca. 300 Gäste)

Gemütlich? Zu Hause vielleicht, auf der Couch. Aber hier? Die ganze novembrige Trostlosigkeit dieser Welt widerspiegelnd und das an Nikolaus. Kein Stoff für Träumereien, kein Material für Mythen. Grau in Grau in Grau. Nass bis auf die Haut. Glamourös wie RTL II.

Doch genug zum Királyschen Beinkleid. Zurück in die Totale: RWO unterliegt gegen die Löwen in einem schwachen Zweitligaspiel mit 0:1. Es regnet in Strömen.

PS: Und ich frach mich noch, warum der Krug Hellmut so hektisch durch den Stadioneingang galoppiert.

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Spielberichte: HP RWO | kicker.de | HP 1860

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