Preußen Münster und die sprechenden Profilfotos

Wie schafft man es als kleinerer Profiverein, der Kaderpräsentation auf seiner Webseite etwas Besonderes zu verleihen? Wie bietet man seinen Usern einen echten Anreiz, Informationen in Zeiten von fussballdaten-, weltfussball- oder transfermarkt.de auch zukünftig direkt von der Quelle zu beziehen?

Der SC Preußen Münster macht es vor: Statt der üblichen, leblosen Passfotos illustrieren flash-animierte Statements der Spieler die Profilseiten des Mannschaftskaders. Als Beispiel hier die Seite von Torhüter Daniel Masuch.

Gute Idee, wenig Aufwand, nett und persönlich umgesetzt. Fleißkärtchen könnte sich der Drittligist jetzt natürlich noch durch gelegentliche Aktualisierungen der Filmschnipsel verdienen.

LMA – The League Managers Association

Seit 1992 haben die Trainer bzw. respektive Manager der Premiership und der Football League (2. bis 4. Liga) eine eigene Interessensvertretung: The League Managers Association (LMA). Das bedeutet natürlich auch, dass Alphatiere wie Arsène Wenger und Sir Alex gemeinsam mit einer Stimme Lobbyarbeit für ihre Zunft betreiben sollen. Wobei ich mir eine Mitgliederversammlung des imaginären deutschen Pendants mit Otto Rehhagel und Udo Lattek auch ganz amüsant vorstelle. Neid und Missgunst.

Vorsitzender dieses Verbandes ist übrigens üblicherweise der Trainer der Englischen Nationalmannschaft, momentan also Fabio Capello.

„My last name is Fuchs and I’m amazing at soccer only“

Stefan Kuntz, Creedence Clearwater Couto und mein ehemaliger Klassenkamerad Gaylord haben mindestens zwei Dinge gemeinsam:

  1. Der Engländer findet ihre Namen zum Schießen
  2. Sie haben nie für einen englischen Verein Fußball gespielt

Dass den Engländer, dem man ja gemeinhin ein feines Gespür für die Art von Humor nachsagt, die einem nicht direkt mit dem nackten Jörg Butt ins Gesicht springt, allerdings auch ein deutscher Allerstaatsname wie Fuchs zum Beömmeln bringt, verwundert dann doch ein bisschen. Ja, wirklich. Fuchs… ausgesprochen wie Fucks… ach, Sie verstehen schon.

However, ein gewisser Uwe Fuchs hat dem Engländer jedenfalls den Gefallen getan und in den Neunzigern anderthalb Spielzeiten als Profi auf der Insel verbracht. Und obwohl vor allem das erste halbe Jahr in Middlesbrough ziemlich erfolgreich für den bulligen Mittelstürmer verlief, war mir dieser Umstand bis heute nicht bewusst.

Seine äußerst respektable Ausbeute von neun Toren in 15 Ligaspielen trug nicht nur maßgeblich zum Aufstieg in die Premier League bei, sie sicherte der Leihgabe von Fortuna Köln(!) auch lebenslangen Kultstatus bei den Anhängern von Boro. Zu einer Weiterverpflichtung konnte sich der frischgebackene Erstligist nach der Saison 94/95 dennoch nicht durchringen. So wechselte Fuchs für 750.000 Pfund zum Skandalverein Millwall nach London, ehe er seine Karriere nach nur einer Saison bei Arminia Bielefeld ausklingen ließ.

Ein netter Youtube-User hat seine Treffer für Middlesbrough dankenswerterweise zu einem Wissenslücken stopfenden Video zusammen geschnitten. Neben ein paar wirklich grandiosen Buden ist auch das Drumherum sehenswert. Der heutige Trainer des VfL Osnabrück hatte nämlich die Ehre, die letzten Spiele auf dem Rasen, oder besser Acker, des legendären Ayresome Park (Spielstätte der WM 1966) zu erleben. Bitte überzeugen Sie Sich selbst (Boxen voll aufdrehen!):


Weltelf

Heinz Kamke hat mal wieder ein nettes Stöckchen ins Blogosquarium geschmissen. Und wie wir Pawlowschen Seehunde eben so sind, musste ich auch danach tauchen. Bitte sehr:

Tor

  • Tim Wiese

Abwehr

  • Phillip Lahm – nicht wegen seines dämlichen Kinderbuches, nein, die Nähe zur Foto-Zeitung und sein generell csu-eskes Auftreten reichen völlig aus
  • Jürgen Kohler – ein wandelnder Ellenbogen mit bescheuertem mannemer Dialekt
  • Christian Wörns – ein wandelnder Ellenbogen mit bescheuertem mannemer Dialekt

Mittelfeld

  • Roy Keane – wer absichtlich Gegenspieler kaputt tritt hat es einfach nicht verdient, retrospektiv das Attribut „Kultspieler“ angeheftet zu bekommen
  • Marian Hristov – die Nebelschwalbe
  • Marko Marin
  • Der Pate eines Schabrackentapirs
  • Diego (der Unechte) – selten hat der Fußballgott so viel Talent falsch verteilt

Sturm

  • Ronaldo (der Unechte) – siehe Diego
  • Marcelinho

Trainer

  • Michael Henke – dieser Kerl ist vermutlich schon als dauerreklamierender Co-Trainer im Windschatten Ottmar Hitzfelds auf die Welt gekommen

 

Überraschend viele aktuelle bzw. vor kurzem noch aktive Spieler dabei. Den Kempen von früher begegne ich offenbar mit einer gewissen Altersmilde.

Europa-Hugo

November 2005. Inter muss sein Champions-League-Heimspiel gegen Porto in einem menschenleeren San Siro austragen. Hugo Almeida, damals noch in seiner Heimat aktiv, tritt zum Freistoß an:

Wir merken uns: Ein wuchtig im Tornetz einschlagender Ball wirkt um so beeindruckender, wenn das daraus resultierende Geräusch von ein paar Quadratkilometern Beton reflektiert wird.

 

Das perfekte Tor

Man kennt – ich kenne – diese Szene aus diversen WM-Rückblicken: Clodoaldo fummelt sich sehr überheblich und sehr überlegen durch das Mittelfeld und nach einem langen Steilpass gelangt der Ball zu Edison-Arantes-do-Nascimento-genannt-Pelé. Erst scheint es so, als sei der damals 29-Jährige mit seinem lateinamerikanischen Offensiv-Latein am Ende, ehe er die vielleicht lässigste Vorlage der Fußballgeschichte gibt. Carlos Alberto, Außenspann, Tor.

Weniger bekannt war mir hingegen, dass dieser Treffer im angelsächsischen Raum (in Brasilien vermutlich sowieso) „The perfect goal“ genannt wird.

Berechtigt? Überzeugen Sie Sich selbst – Carlos Alberto der Echte mit seinem 4:1 im WM-Finale 1970:

Fahr den Kreidewagen

Beim freitagsspiel entdeckt:

ARD und ZDF haben für die Frauen-WM eine Art Landing Page eingerichtet, auf der uns Gebührenzahlern für die Möglichkeit der kostenlosen und unverschlüsselten Übertragung selbiger gedankt wird.

Bittesehr.

Unklugerweise haben es die für dieses Internetangebot Verantwortlichen bislang versäumt, den zum Boomerang mutierten Öfi-Claim von der Startseite zu entfernen. Auch vier Tage nach dem verdienten Ausscheiden der Nationalelfen (ja, tut weh beim Tippen) steht dort immer noch dick und fett „3. Plätze sind was für Männer“ mit virtueller Kreide geschrieben.

Nett ist allerdings, dass man sich auch selbst in den „Kreidewagen“ setzen und ulkige Botschaften auf dem Pixelrasen hinterlassen kann. Danach ist es sogar möglich, das Ergebnis per E-Mail „an einen Freund“ zu senden. Warum man das tun sollte? Keine Ahnung, ist aber auch egal, da das Versenden bei mir eh nicht funktioniert hat (was nicht daran liegt, dass ich keine Freunde hätte).

Maximal 65 Zeichen stehen zur Verfügung. Das ist nicht viel, reicht aber beispielsweise aus, um eine Episode zivilen Ungehorsams täuschend echt nachzubilden:

Und nun: Setz dich in den Kreidewagen und schick uns/mir/einem Freund deine „Message“ (Claus Lufen (104))!

Helmuth Duckadam – Der Held von Sevilla

Man mag es sich angesichts des momentanen Hypes um IniestaMessiXavi gar nicht so recht vorstellen, aber es ist noch gar nicht so lange her, da war auf dem Briefkopf des stolzen FC Barcelona von Europas wichtigstem Vereinstitel noch nichts zu lesen. 1986 versaute den Katalanen ein rumänischer Torhüter mit dem vielleicht deutschesten aller Vornamen die zweite Finalteilnahme im Landesmeistercup.

Helmuth Duckadam hielt im Elfmeterschießen alle vier Strafstöße. Das und wie zurückhaltend, ja beinahe schüchtern die siegreiche Elf den größten Erfolg ihres Sportlerlebens feiert, zeigt diese tolle Video mit rumänischem Originalkommentar:

Heute ist der mittlerweile 52-Jährige Präsident von Steaua Bukarest.

Meine 14 für die DEL

Eishockey, DEL

Fußball hatten wir ja neulich schon, jetzt gibt es das heitere Liga-Wunschkonzert auch beim Eishockey. Doch im Gegensatz zu der des Initiators hat meine Wunschliga nur zwölf statt 14 Teams und hört auf den Namen Bundesliga. Und Langweiler-Franchise-Gedöns wie Oberhausen ist natürlich auch nicht dabei. Sodele:

SERC
Klar.

Düsseldorfer EG
Aber nur in an der Brehmstraße.

Kölner Haie
Wurden irgendwann mal 7:0 aus dem Stadion geschossen.

DJK Sportbund Rosenheim
Schon allein wegen der legendären Play-Off-Serie in der Saison 94/95.

BSC Preussen
Jahn Chabot und Klausi Merk.

EV Landshut
Eine Auswärtsfahrt mit Unmengen Bier und der vermutlich besten Schwenninger Mannschaft so far.

Eisbären Berlin
Früher Angstgegner.

Frankfurt Lions
Die Halle gefiel.

EHC Freiburg
Der Lokalrivalität wegen, die ich allerdings nie erlebt habe.

Krefelder EV
Karel Lang.

EC Ratingen
Wegen Carsten Solbach und seiner Maske mit Fortuna-Düsseldorf-Aufkleber.

Mannheimer ERC
Muss ja auch was zum Scheißefinden dabei sein.