EM 2012: Analogblog Irland – Italien 0:2

Schön blöd, wenn man das Feld „Reporter-Spruch des Spiels“ zu früh ausfüllt…

Poschi (falls ich mich nicht verhört habe): „Wer als Greis geboren wird, endet nicht als Quadrat.“

— Jens Dotcom (@stadioncheck) Juni 18, 2012

EM 2012: Analogblog Spanien – Italien 1:1

EM 2012: Analogblog Polen – Griechenland 1:1

Hö? Einfach eine nette Idee von Schalkefan Matthias.

Analogblog Polen – Griechenland

Sommerpause

Photobucket

Die zurückliegenden Tage haben dem gemeinen medienskeptischen Fußballblogger (Bloggus Baadorum) genug Gelegenheiten zur Profilierung zum Austoben geboten: Die wacker kämpfende BSG Bayern München bringt die bösen Nazikapitalisten von „Chelsea London“ an den Rande einer Niederlage, Kerner zündet Kinder mit Bengalos an, Onkel Hertha blamiert sich in der Relegation gegen Barbara Salesch.

Und ich bin froh, dass die Kollegen da wirklich ganze Arbeit geleistet und großteils tolle Texte abgeliefert haben. Nur bei mir, da ging gar nichts. Flasche leer, Motivations-Akku auf 1%. Und das ist schon großzügig aufgerundet.

Deshalb sei ein kurzer Hinweis in eigener Sache erlaubt: Dieses Blog befindet sich ab sofort hochoffiziell in der Sommerpause.

Es wird hier also in den kommenden Wochen höchstens mal einen Sonntagsschuss zu sehen oder ein aufgeschnapptes Zitat zu lesen geben. Umfangreichere Gedankengänge dann wieder zum Start der neuen Saison.

Bei aufkommender Langeweile empfehle ich der geneigten Leserschaft sich – sofern nicht schon längst geschehen – mit Dublins Croke Park zu beschäftigen. Oder aber er/sie/es surft (sagt man eigentlich noch surfen?) bei einer der rechts in der Blogroll verlinkten Premium-Seiten vorbei. Und ein nicht ganz unwichtiges Turnier soll ja demnächst auch noch stattfinden.

Man liest sich.

Aktion Libero

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig:
Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

—–

Der würde von den Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Macho-Sport.

Ähnlich negativ wie Tim Wiese im April 2010 äußerte sich vor wenigen Wochen Klatschreporter Michael Gräter bezüglich eines möglichen Outings eines Bundesligaprofis. Letztgenannter malte gar den ökonomischen Teufel in Gestalt rückläufiger Eintrittskartenverkäufe an die Wand.

Ich glaube nicht an diese Horrorszenarien und bin außerdem der Meinung, dass jahrelanges Versteckspiel und Selbstverleugnung auf Dauer ungesünder sind als die offen vorgetragene Ablehung einiger Unverbesserlicher in der Fankurve. Die wird es sicherlich geben, doch sollte nicht unterschätzt werden, dass in den vergangenen Jahren eine Annäherung eher linker, gebildeter, reflektierender Zielgruppen an den vermeintlichen Proletensport stattgefunden hat. Süddeutsche, ZEIT und taz berichten heute mit einer Selbstverständlichkeit über Fußball, an die noch vor zehn Jahren nicht zu denken war. Eine Entwicklung, an der Magazine wie 11 Freunde und nicht zuletzt die zahlreichen Fußballblogs der Republik nicht ganz schuldlos sein dürften.

Würde sich ein Spieler meines Lieblingsvereins als homosexuell outen, ich würde ihn im nächsten Heimspiel doppelt so laut anfeuern. Nicht wegen seines Schwulseins, sondern für seinen Mut, für sein Streben nach einem selbstbestimmten Leben. Und um Menschen wie Wiese und Gräter verstummen zu lassen. Die Aktion Libero beweist: Ich stehe mit dieser Haltung nicht alleine da.


Weitere Informationen über die Aktion, die Hintergründe und Unterstützer gibt es auf Aktion-Libero.de. Ihr könnt die Aktion aber natürlich auch gerne hier im Blog mit einem Kommentar unterstützen.

10 Jahre Stadioncheck.de

Wie die Überschrift es bereits vermuten lässt, geht es hier heute ein wenig selbstreferentiell zur Sache. Vor etwas mehr als zehn Jahren (das genau Datum weiß ich leider nicht), im April 2001, ging diese Webpräsenz online. Damals natürlich noch nicht als WordPress-Blog, sondern als händisch zusammengefriemelte html-Zumutung.

Stadien habe ich damals unter die Lupe genommen und nach verschiedenen Kriterien bewertet. Womit auch der Ursprung dieser komischen Domain geklärt wäre. Blogs gab es wie erwähnt noch nicht, aber als Großstadtbewohner besaß ich immerhin bereits einen DSL-Zugang und eine sündhaft teure (800,- DM) Digitalkamera mit einer Auflösung von 2 Megapixeln. Gleichzeitig war es die Blütezeit von Frames, Gästebüchern und animierten gifs. Gruselig.

Nach einigen Jahren des Brachliegens folgte Ende 2008 die bloghafte Wiederbelebung der Domain. Deren runden Geburtstag ich beinahe total (und nicht nur einige Monate) verpennt hätte, wenn ich nicht neulich im Internet-Archiv gestöbert hätte. So sah das Ganze damals aus:

Screenshot: Stadioncheck.de in der Version von 2002

An dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön an die Erfinder von Content-Management-Systemen. Wie man es von Anfang an besser macht, zeigt feines Webdesign aus Bottrop für das Ruhrgebiet.

Tausche 50 Millionen gegen das Gefühl von damals

Am 20. April 2008 herrscht Ausnahmezustand in Lüttich: Mit einem 2:0 über den Rekordmeister Anderlecht sichert sich der Royal Standard Club die erste Meisterschaft seit 25 Jahren. Gerade einmal 22,7 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der damaligen Startelf, die damit als Vorbild für den aktuell erfolgreichen „Jugendwahn“ von Borussia Dortmund oder der Deutschen Nationalmannschaft angesehen werden kann.

Auch ich habe mich damals hemmungslos in diese begeistert und begeisternd aufspielende Mannschaft verliebt. Heute wurde nun bekanntgegeben, dass mit Steven Defour deren Kapitän und vielleicht komplettester Spieler zum FC Porto wechselt. Der Transfer kommt keineswegs überraschend – der 23-Jährige wurde in den Champions-League-Qualifikationsspielen gegen Zürich bewusst nicht eingesetzt, um potentielle Interessenten nicht zu vergraulen.

Damit haben 13 der 14 damals eingesetzten Spieler inzwischen den Verein verlassen und Réginal Goreux gebührt die Ehre, als letzter Mohikaner die Fahne des 2008er-Jahrgangs hochzuhalten. Ein solcher Exodus gehört vermutlich zu dieser globalisierten Fußballwelt einfach dazu, und doch kann selbst der Blick auf die erhaltenen Ablösesummen die Wehmut kaum schmälern.

Dabei haben die es durchaus in sich: Rund 50 Millionen Euro* hat Standard insgesamt durch diese Wechsel eingenommen. 50 Millionen. Für sieben Spieler – die anderen sechs wechselten ablösefrei oder wurden ausgeliehen – aus einer eher unbedeutenden Liga wie der belgischen eine unfassbare Zahl. Und doch so egal.

Alle Transfers in der Übersicht:

Name Alter Position neuer Verein Ablöse (in Mio. €)
Dante 24 IV Borussia M’gladbach 2,5
Marouane Fellaini 20 DM Everton FC 21,76
Gregory Dufer 26 RM AFC Tubize ausgeliehen
Oguchi Onyewu 27 IV AC Milan ablösefrei
Rorys Aragón 27 TW Diyarbakirspor ablösefrei
Marco Ingrao 26 LV Vertragsende ablösefrei
Dieumerci Mbokani 24 S AS Monaco 7,0
Igor de Camargo 27 S Borussia M’gladbach 4,0
Milan Jovanovic 29 S Liverpool FC ablösefrei
Marcos Camozzato 27 RV FC Brügge 1,0
Mohamed Sarr 26 IV Hercules CF ablösefrei
Axel Witsel 22 ZM SL Benfica 8,0
Steven Defour 23 ZM FC Porto 6,0

*Quellen: Transfermarkt.de & Fifa.com

Das schau ich mir nicht mehr an!

Die 11 Freunde haben vor einigen Tagen ihr Bundesliga-Sonderheft veröffentlicht und am Wochenende bin ich auch endlich einmal dazu gekommen, das Ding zu lesen. Als Zugabe gibt es einen kompakten Bundesliga-Planer, der neben Mannschaftsvorstellungen und Ansetzungen auch zu jedem Verein der 1. und 2 Liga ein standartisiertes Fan-Interview enthält.

Blogger, Fanbeauftragte, Stadionsprecher – die Auswahl der Interviewten ist etwas unausgegoren, was an anderer Stelle bereits kritisiert wurde und nicht das Thema dieses Textes sein soll. Mich beschäftigt stattdessen eine der gestellten Fragen:

Das schau ich mir nicht mehr an! Was müsste passieren, damit Du nicht mehr ins Stadion gehst?

Ich möchte das Ganze ein wenig umformulieren, da es als unorganisierter Nicht-Dauerkarteninhaber eh utopisch ist, regelmäßig an (bezahlbare) Schalke-Karten zu kommen:

Was müsste passieren, damit Dich die Spiele meines/-r Lieblingsclubs nicht mehr interessieren?

Erster Gedanke (angeblich ja meist der richtige): Nach Unternehmen benannte Stadien habe ich noch irgendwie zähneknirschend hingenommen, im Vereinsnamen haben Firmen oder Produktnamen aber einfach nichts zu suchen. „FC Gazprom Schalke 04“ oder „Ideal Standard de Liège“? Ohne mich. Definitiv. Ausrufezeichen.

Würde ich mich für österreichischen Fußball begeistern, würde es also bereits eng für mich werden.